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Surfer in die Loisachstadt holen will der Verein „Surfing Wolfratshausen“. 

Wie geht‘s weiter?

Wolfratshausen: Surfwelle am Scheideweg

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Wird das Surfwelle-Projekt in Wolfratshausen fortgeführt? Darüber entscheidet am Dienstagabend der Stadtrat.

Wolfratshausen – Am Dienstagabend entscheidet der Stadtrat, ob das Projekt einer künstlichen Surfwelle in Weidach fortgeführt wird. Die vor knapp zwei Monaten von Günther Eibl geforderte Überarbeitung der Kostenberechnungen haben die Stadträte zwar mittlerweile erhalten. Im Rahmen der mit über 50 Teilnehmern sehr gut besuchten Diskussionsrunde „Red‘ mit“ in der Wirtschaft Flößerei zeigte sich der CSU-Fraktionssprecher dennoch enttäuscht: „Es ist einfach mangelhaft, was uns da geliefert wurde.“

So seien beispielsweise deutlich überhöhte Strompreise angegeben worden. Wie berichtet muss der Kraftwerkbetreiber die Energieverluste, die durch den Betrieb der Surfwelle entstehen, an der Weidachmühle ausgleichen. Zudem seien viele Berechnungen noch auf dem Stand vom 18. Dezember – das Datum der jüngsten Stadtratssitzung. Genaue Zahlen und Auszüge aus den Unterlagen durfte der CSU-Sprecher wegen der Geheimhaltungspflicht der Stadträte zwar nicht nennen. Dennoch stellte Eibl ein vernichtendes Zeugnis aus: „Die Zeit wurde suboptimal genutzt: Das ist kein faires Geschäftsgebaren.“ Er geht davon aus, dass das Ende der Fahnenstange nach der jüngsten Kostenexplosion von rund 400  000 Euro auf 674 000 Euro noch lange nicht erreicht ist. Eibl rechnet „mit mindestens 875 000 Euro, und da sind die Folgekosten noch gar nicht einberechnet“.

Lesen Sie auch: Kommentar zur Surfwelle Wolfratshausen: „Den Sprung ins kalte Wasser wagen“

In der anschließenden Diskussionsrunde empfahl der Weidacher Anwohner Kristjan Diehl den in der Flößerei vertretenen Stadträten dennoch, für das Projekt zu stimmen. „Wir müssen das Potenzial sehen, nicht die Probleme“, empfahl er. Noch deutlicher wurde Angela Buchberger: „Eine Million Euro sind im Vergleich mit anderen Ausgaben doch nichts“, warb sie für die Investition. Andere Diskussionsteilnehmer wie Heinz Wensauer und Anwohner Detlef Wilkens warnten erneut vor dem ungelösten Parkplatzproblem. Im Gegensatz zur Vorsitzenden des Vereins „Surfing Wolfratshausen“, Stefanie Kastner, wollen sie nicht glauben, dass Surfer mit ihrem Brett unterm Arm Fußwege von bis zu einem Kilometer in Kauf nehmen.

Am Ende der kontroversen Debatte zog Eibl ein differenziertes Fazit. „Wir sind am Scheideweg angelangt, aber wegen der mangelhaften Unterlagen darf die jahrelange Arbeit des Surfvereins nicht ruiniert werden“. Bereits nach der jüngsten Bauausschusssitzung am Mittwochabend haben sich laut Eibl Stadträte aller Fraktionen über das weitere Vorgehen verständigt. Demnach deutet sich für Dienstagabend eine vorbehaltliche Zustimmung für die Surfwelle an, um die Fördermittel aus dem EU-Leader-Programm – maximal 282 000 Euro – nicht zu gefährden. Voraussetzung müsse aber sein, dass sämtliche Aufträge für den Bau der Stahlkonstruktion mit einer Preisbindung erteilt werden und auch belastbare Zahlen für die Folgekosten vorliegen. Bei einer möglichen Auflösung des Vereins dürfe zudem der Rückbau der Anlage nicht auf Kosten der Stadt gehen. Eibl schlug vor, das Projekt an einen Generalunternehmer zu übergeben. „Dann haben wir kein Risiko“, erklärte er.

Die Wahrscheinlichkeit, dass in der kommenden Stadtratssitzung das endgültige Aus für das Projekt kommt, scheint also deutlich geringer geworden zu sein. „Die Forderungen sind legitim“, erklärte Stefanie Kastner am Ende sichtlich erleichtert. 

ph

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