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Eine erste Skizze: So könnten die künstliche Surfwelle in der Nähe der Weidachmühle sowie das Umfeld aussehen. Die Skizze stammt von der RMD-Consult GmbH, einer Ingenieurgesellschaft in München. Das Unternehmen, das die technische Umsetzung der Surfwelle geplant hat, ist spezialisiert auf die Bereiche Wasserbau und Energie.

Gut 177.000 Euro genehmigt

Surfwelle in Wolfratshausen: Stadt muss fast doppelt so viel zahlen – sagt aber Ja 

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Die Stadt Wolfratshausen legt für die geplante künstliche Surfwelle mehr Geld auf den Tisch. Der Grund: Bisher machten steuerfreie Nettopreise die Runde. Doch das ist noch nicht alles. 

Wolfratshausen Bereits im November 2016 hatte der Stadtrat entschieden: Für das Surfwellen-Projekt wird eine 100.000-Euro-Finanzspritze aufgezogen, sofern zwei Bedingungen erfüllt sind. Es müssen Fördermittel der Europäischen Union fließen und der Verein „Surfing Wolfratshausen“ muss 60.000 Euro aus eigener Kraft aufbringen. Mittlerweile stehen 172.000 Euro durch das EU-Leader-Förderprogramm bereit, auch der Verein hat seine Hausaufgabe gemacht. Doch am Dienstag musste der Stadtrat noch einmal nachlegen. Statt 100.000 Euro müssen nun knapp 177.500 Euro investiert werden. Der Grund: Bisher ging die Stadt davon aus, dass die Surfwelle als „Betrieb gewerblicher Art“ gilt. Dem ist aber nicht so, das heißt, dass Umsatzsteuer anfällt. „Bei einer Projektsumme von 344.000 Euro sind das 65.360 Euro“, erläuterte die städtische Tourismusbeauftragte Gisela Gleißl. Zudem zahlt die Kommune weitere 12.000 Euro für Mehrkosten beim Bau und der Planung.

Roswitha Beyer (SPD) meldete vor der Abstimmung erhebliche Bedenken an. „Mein Herz ist dafür“, betonte Beyer, doch ihr Verstand sage Nein. „Ich sehe durchaus einen Imagegewinn für unsere Stadt“, doch der Preis, den die Kommune dafür bezahle, erscheine ihr zu hoch. Denn mit dem 177.500-Euro-Zuschuss sei es nicht getan. Die Stadt habe sich außerdem verpflichtet, 15 Jahre lang 5000 Euro Betriebskostenzuschuss jährlich zu übernehmen, „und wir wissen nicht, was sonst noch auf uns zukommt“. Sie habe die Sorge, dass die Surfwelle „ein Fass ohne Boden“ wird. Beyer wörtlich: „Ich fürchte, wir sausen in ein finanzielles Desaster.“ Der Imagegewinn wiege die Investition nicht auf. Sie glaube nicht, dass das Projekt „greifbaren Nutzen“ für die Loisachstadt haben wird. Die Surfer „werden hier nicht einkaufen“, mutmaßte die SPD-Stadträtin. Wolfratshausen verfüge über eine „tolle Musikschule“, über „hervorragende Sportstätten“ und sei internationale Flößerstadt. „Reicht das nicht?“, fragte Beyer in die Runde.

Bürgermeister: Kleinstes Umsatzplus ist großer Gewinn

„Mir reicht das nicht“, antwortete Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung). Er räumte ein, dass „definitiv noch Kosten auf uns zukommen“. Das liege unter anderem an der „Neuartigkeit des Projekts“. Es gebe deutschlandweit kein Referenzvorhaben, deswegen seien die Kosten „sehr schwer abzuschätzen“. Heilinglechner geht nicht davon aus, dass Dank der Surfwelle die Übernachtungszahlen in der Stadt sprunghaft ansteigen. Doch selbst das kleinste Umsatzplus für Händler und Gastronomiebetriebe sei unterm Strich ein großer Gewinn.

Für Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD) ist der „point of no return“, der Zeitpunkt, an dem es kein Zurück mehr gibt, „überschritten“. Er bescheinigte dem Stadtrat, mit der Entscheidung, das Surfwellen-Vorhaben zu unterstützen, Mut zu beweisen. „Nun sollten wir alle zusammenhelfen, dass das Projekt ein Erfolg wird.“ CSU-Fraktionschef Günther Eibl vertrat denselben Standpunkt, forderte jedoch, dass dem Stadtrat künftig „nur noch Bruttorechnungen“ präsentiert werden. Mit Nettokosten zu operieren sei „Augenwischerei“.

Zwei Räte sagen Nein

Nach den Pfingstferien stehe ein Termin mit dem Betreiber des Kraftwerks in Weidach an, berichtete Tourismusbeauftragte Gleißl. Dessen Zustimmung zum Bauprojekt – die Welle soll im Kraftwerkskanal angelegt werden – ist unverzichtbar. Der entsprechende Entwurf eines Vertrags zwischen der Kommune und dem Kraftwerksbetreiber ist laut Gleißl nach zahlreichen Gesprächen bereits aufgesetzt. „Der Kraftwerksbetreiber muss beim Landratsamt eine Änderung der Betriebsgenehmigung beantragen“, ergänzt Bauamtsmitarbeiterin Susanne Leonhard auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Kreisbehörde habe schon ihre Zustimmung signalisiert.

Der Beschluss, den Zuschuss für die Surfwelle von 100.000 Euro auf 177.360 Euro zu erhöhen und den Bau eines Aufsichts- und Betriebsgebäudes nördlich der Weidacher Hauptstraße zu erlauben, fiel mit deutlicher Mehrheit. Nein sagten nur Dr. Manfred Fleischer (CSU) und sein parteiloser Fraktionskollege Richard Kugler. cce

Lesen Sie auch: Kommentar zur Surfwelle: Stadt muss etwas wagen, um zu gewinnen

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