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Den Grashalmen an den Kragen geht Thomas „Isi“ Isermann mit seiner Sense.

Ganz anders als Gevatter Tod

Wolfratshauser lässt sich zum Sensenlehrer ausbilden und gibt Kurse

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Der Wolfratshauser Thomas Isermann ist Sensenlehrer – und wäre mit der Kunst des lautlosen Rasenmähens fast berühmt geworden.

Wolfratshausen– Als „bloach und boandlig“ beschreibt Kurt Wilhelm den Tod in dem Theaterstück „Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben“ – die Sense griffbereit am Totenkarren festgezurrt. Als bleiches, hohlwangiges Gerippe kann man Thomas Isermann beim besten Willen nicht bezeichnen. Er ist großgewachsen, breitschultrig und immer gut aufgelegt. Nur eines hat der 50-Jährige mit dem Boandlkramer gemeinsam: das Arbeitsgerät.

Thomas Isermann gibt sein Wissen über den richtigen Umgang als Sensenlehrer an seine Schüler weiter. „Klar muss ich mir Sensenmann-Witze anhören“, sagt der 50-Jährige. „Das beginnt mit der Frage, wo ich Umhang und Kapuze gelassen habe, oder ob ich einen Kerschgeist will.“ Aber das nimmt Isermann mit Humor.

Zur Sense kam der Wolfratshauser über ein Hobby: die Imkerei. „Die Bienen werden aggressiv, wenn man mit einem lauten Gerät um die Stöcke herum mäht“, erklärt Isermann. Eine Alternative musste her. Also ließ sich Isermann die Kunst, die scharfe Klinge fast lautlos durch die Halme gleiten zu lassen, zeigen. „Und schon hatte ich Blut geleckt.“

In Wangen im Allgäu machte der Wolfratshauser einen Sensenkurs mit, lernte Mähen, Wetzen und Dengeln. Schnell wurde klar: „Ich möchte selbst Kurse geben.“ Über den Sensenverein Österreich ließ sich Isermann im Jahr 2008 ausbilden – und gründete zusammen mit seiner damaligen Frau Beatrix Bauer, Alfred und Silvia Hitthaler, Heide und Michael Rossmann, Josef Sieber und Heiner Miller im Februar 2009 den Sensenverein Deutschland. Mittlerweile gehören diesem 120 Mitglieder an, darunter sind 25 Sensenlehrer. Von Ende April bis September/Oktober geben sie Kurse, teils auf Anfrage, teils in Kooperation mit einem Veranstaltungspartner wie zum Beispiel dem Schwäbischen Bauernhofmuseum in Illerbeuern, Volkshochschulen oder dem Ökologischem Bildungszentrum München (ÖBZ).

Auch die Filmindustrie wurde auf die Sensenmänner aufmerksam und engagierte sie 2013 als Komparsen. „Der Arbeitstitel des Krimidramas war ,Blut und Wasser‘ mit Florian Stetter, Rosalie Thomass und Sigi Zimmerschied“, erinnert sich Isermann. „Das Stück spielte auf zwei Zeitebenen, in der Gegenwart und in der Vergangenheit.“

Für letztere brauchte man Bauern, die mit der Sense einen Hügel mähen. „Also standen wir bei schönstem Wetter in historischer Kleidung auf einem Abhang und haben langsam vor uns hin gemäht.“ Rosalie Thomass musste derweil den Hang hinunterrennen. Die Szene war allerdings nicht nach der ersten Klappe im Kasten. „Also musste sie noch ein paar Mal hoch und runter.“ Isermann lacht herzlich, denn sie sei die Einzige gewesen, die richtig geschwitzt hat. „Bei uns hat man mit der Sprühflasche nachgeholfen.“ Berühmt wurde der Sensenmann aus Wolfratshausen nicht. Die Sequenz wurde nie gesendet – warum, weiß Isermann nicht.

Kurse

Interessenten, die einmal die Sense schwingen möchten, können sich bei Thomas Isermann unter Thomas@sensenverein.de oder auf www.sensenverein.de weitere Informationen holen.

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