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Soll zurücktreten: Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner.

Nach Gerichtsverhandlung

„Totales Desaster“: Schwere Vorwürfe gegen Bürgermeister - jetzt soll er zurücktreten

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Die Gerichtsverhandlung gegen die frühere Sekretärin des Bürgermeisters habe ein „totales Desaster“ zu Tage gefördert: Die CSU empfiehlt Rathauschef Klaus Heilinglechner, seinen Hut zu nehmen.

Wolfratshausen – Die CSU ließ die Bombe am Donnerstagabend um 18.22 Uhr platzen: In einer Presseerklärung fordert der Wolfratshauser Ortsverband indirekt den Rücktritt von Bürgermeister Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung). „Die Berichterstattung über die Verurteilung der ehemaligen Sekretärin des Bürgermeisters zu Lasten der Stadt Wolfratshausen offenbart ein totales Desaster“, schreibt die Ortsvorsitzende Susanne Thomas. Die CSU verlange ausdrücklich nicht, dass Heilinglechner seinen Hut nehmen muss: „Wir erwarten jedoch, dass er von sich aus seine Schlüsse zieht und letztendlich auch die richtige Konsequenz folgen lässt.“

CSU in Wolfratshausen: „Stadtverwaltung handelt ohne Kontrolle und Führung“

Die Unterschlagungen der früheren Sekretärin des Rathauschefs, die Mitte Januar wie berichtet fristlos entlassen worden war, würden zeigen, „dass in der Stadtverwaltung ohne Kontrolle und Führung gehandelt wird“, bilanziert die CSU-Chefin. Die Stadträte würden sich bereits seit Jahren beschweren, dass ihnen von der Verwaltung Unterlagen nicht vollständig, fehlerhaft oder nicht rechtzeitig für Sitzungen zur Verfügung gestellt werden. Thomas: „Der Bürgermeister hat im Stadtrat mehrmals nachweislich die Unwahrheit gesagt.“ Ein Stadtrat, gemeint ist Grünen-Sprecher Dr. Hans Schmidt, „hat von der Verwaltung übergebene Unterlagen sogar als ,unter aller Sau‘ bezeichnet“.

In einem früheren Strafverfahren – Stichwort Speck-Affäre – „hat der Bürgermeister ohne Berücksichtigung der Verpflichtung zum Amt ein Urteil gegen einen Mitarbeiter der Verwaltung heftig gerügt; ein Novum in der Geschichte Wolfratshausens“.

Vorwürfe in Wolfratshausen: „Wer wie viel dieser städtischen Gelder wofür ausgegeben hat, scheint unbekannt“

Thomas zitiert die Aussage der Verteidigerin der Ex-Sekretärin, dass im Wolfratshauser Rathaus „Kraut und Rüben“ herrschen würden. Und sie erinnert an die Feststellung von Amtsrichter Helmut Berger, dass es in der Verwaltung „so gut wie keine Kontrollen“ gab. Dies, so das Urteil der CSU-Ortsvorsitzenden, „scheint über Jahre hinweg nicht aufgefallen und abgestellt worden zu sein“. Zudem würden laut Presseberichten immer noch Nachweise für 9600 Euro fehlen, da diese Belege verschwunden seien. Thomas: „Wer wie viel dieser städtischen Gelder wofür ausgegeben hat, scheint weiterhin unbekannt.“

CSU-Chefin: „Herr Bürgermeister Heilinglechner ist ein integrer Mann“

Die Wolfratshauser Christsozialen nehmen den Bürgermeister in die Pflicht: „Jeder Behördenleiter oder Chef einer Firma muss bei einer derartigen Anhäufung von Missständen als letztendlich dafür Verantwortlicher seinen Hut nehmen.“ In diesem Zusammenhang spiele es keine Rolle, „welche Verdienste er sich andererseits erworben hat, da er sich als Vorgesetzter um den reibungslosen und ordnungsgemäßen Ablauf der Vorgänge in seinem Verantwortungsbereich zu kümmern hat“. Tue er dies nicht – aus welchen Gründen auch immer –, müsse sein Verbleiben im Amt „in Frage gestellt werden“.

Thomas legt Wert auf die Feststellung: „Herr Bürgermeister Heilinglechner ist ein integrer Mann, der sicher sein Bestes gibt. Wir fordern ihn daher nicht zum Rücktritt auf.“ Doch er sollte eben „von sich aus seine Schlüsse ziehen“. cce

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