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Training der Wolfratshauser Jugendwasserwacht: Der Gartenpool wird zum Filmstudio

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Von: Sabine Hermsdorf-Hiss

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Und Action: Charlotte (re.) mimt eine Ertrinkende. Marlene (li.) wirft ihr den Rettungsring zu. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Kreatives Training der Jugendwasserwacht in Wolfratshausen: So wird der Gartenpool zum Filmstudio.

Wolfratshausen – Deutlicher geht’s nicht: „Bei uns ist immer etwas los“, das kann man auf der Jugendseite der der Wasserwacht Wolfratshausen lesen. Ein Versprechen, das auch in Corona-Zeiten gilt. Da Treffen und gemeinsame Unternehmungen aber momentan nicht erlaubt sind, müssen sich die Verantwortlichen etwas anderes einfallen lassen, um beim Nachwuchs – derzeit etwa 45 Kinder – das Interesse aufrecht zu erhalten. So, wie etwa Jugendleiterin Melanie Winklmeier. Ihr Zuhause verwandelt sich in regelmäßigen Abständen in ein Filmstudio, sie selbst ist Kamerafrau, Regisseurin und Filmcutterin in Personalunion.

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Melanie Winklmeier ist Jugendleiterin der Wolfratshauser Wasserwacht. © Sabine Hermsdorf-Hiss

„Heute drehen wir, wie man einem Ertrinkenden einen Rettungsring oder eine Boje zuwirft – also Fremdrettung trotz Corona.“ Winklmeier steht im Garten, das Handy im Anschlag. „Seid ihr soweit?“ Die Akteure nicken. Charlotte Schumacher dreht im Pool ihre Kreise, die siebenjährige Marlene steht mit dem Rettungsring auf der Einstiegsleiter. „Helfen kann man nämlich unabhängig vom Alter“, so Winklmeier.

„Charlotte, los geht’s, tu so, als ob du ertrinkst – Marlene, ganz laut sprechen.“ Die Jugendleiterin gibt klare Anweisungen, die die Kinder umgehend umsetzen. Das Mädchen im Pool wirft die Arme hoch, lässt sich untergehen, taucht prustend wieder auf. „Bleiben Sie ruhig“, ruft ihr Marlene professionell zu. „Ich werfe Ihnen jetzt einen Rettungsring zu.“ Zwei, dreimal wird die Szene wiederholt, „zur Sicherheit“. Winklmeier ist zufrieden: „super gemacht.“

Das Ergebnis wird, versehen mit technischen Raffinessen und erklärenden Untertiteln, in der „Digitalen Gruppenstunde“ auf der Seite der Wasserwacht-Jugendgruppe zu sehen sein, ebenso auf Facebook, Instagram und YouTube.

Neben diesen Lehrvideos über Rettungsschwimmen, Erste Hilfe und Knotenkunde gibt es noch zahlreiche Trainingsfilme. „Die meisten dieser Sportvideos macht Andrea Köppl“, sagt Winklmeier. Natürlich kommt auch der Spaß nicht zu kurz: Spielerisch werden in Quizform Baderegeln abgefragt, Cookies gebacken und Freundschaftsarmbänder geknüpft.

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Die Resonanz ist positiv. „Diese Beiträge“, sagt Winklmeier, „sind durchaus ein Weg, um auf Abstand weiterhin in Kontakt zu bleiben. Und so schnell werden uns die Ideen nicht ausgehen – auch wenn wir hoffen, dass wir bald alle wieder zusammen sein können.“  

sh

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