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Viel Platz hat Harald Wehner-Stehlig nicht in seiner Werkstatt . Trotzdem entstehen hier die Einzelteile für Hubschraubermodelle in Originalgröße. 

Harald Wehner-Stehlig im Porträt

Ein Tüftler im Humplgassl

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Eine kleine Werkstatt im Humplgassl beliefert General Electric. Harald Wehner-Stehlig baut Hubschraubermodelle für das Unternehmen. An seinen Fräsen und Sägen entsteht aber noch viel mehr.

Wolfratshausen – Groß ist die Werkstatt im Humplgassl in der Wolfratshauser Altstadt nicht. Kaum zu glauben, dass hier ganze Hubschraubermodelle in Originalgröße entstehen sollen. Wobei, ganze Hubschraubermodelle ist nicht korrekt. Nur die Einzelteile stellt der versierte Modellbauer Harald Wehner-Stehlig her – in Handarbeit und im Einmannbetrieb. Zusammengebaut wird woanders.

Harald Wehner-Stehlig hat seine Berufung zum Beruf gemacht – „ein Glücksfall“, wie der gelernte Modellbauer heute sagt. Bei einem Besuch in seiner Werkstatt steht der 53-Jährige gerade an der Oberfräse und arbeitet an einem runden Gehäuse für eine spezielle Kabeltrommel. „Nur ein kleiner Auftrag von General Electric (GE), nix Besonderes“, meint er lapidar und nimmt den Hörschutz ab.

Da hat der Tüftler schon andere Projekte vorzuweisen. Wehner-Stehlig zieht ein Fotoalbum heraus, eine Sammlung seiner Referenzen. Normalerweise arbeitet der gebürtige Niedersachse vor Ort beim Kunden. Nur die Kleinteile fertigt er an den Maschinen in seiner Werkstatt in Wolfratshausen. Derzeit fährt der 53-Jährige unter der Woche regelmäßig nach München-Garching zu seinem Auftraggeber GE, um einen hallenfüllenden Prüfstand für Düsentriebwerke zusammenzubauen. „Das ist eine hochkomplexe Forschungsarbeit“, erklärt er.

Die Einzelteile kommen aus der ganzen Welt, aber funktionstüchtig macht Wehner-Stehlig dieses Unikum erst mithilfe von Mitarbeitern von GE und der TU München. Auf dem entsprechenden Foto in seinem Album sieht man mannshohe Fräs- und Drehteile, Steckverbinder, blinkende LEDs und gebündelte Kabelstränge.

Prototypen- und Exponatebau sind Wehner-Stehligs Spezialgebiet. Seit fünf Jahren arbeitet der Modellbauer in Wolfratshausen. Auch die Einzelteile für sogenannte Show-Cars, die renommierte Autobauer auf Messen benötigen, und Dummys von Hightech-Kameras entstehen hier.

Der ambitionierte Handwerker liebt es, selbstständig zu sein und er liebt die Vielseitigkeit seines Berufs. Er arbeitet mit verschiedensten Materialien und an verschiedensten Projekten. Sogar Möbel und futuristische Wohn-Accessoires kommen aus seiner Werkstatt. Eine eigene Erfindung: ein drehbarer Snack-Tisch, der aussieht, wie ein Interieur aus dem Raumschiff Enterprise. Harald Wehner-Stehligs Geschick, seine Vielseitigkeit und seine Qualität haben ihm einen guten Ruf eingebracht. „Technik, Handwerk und Kunst zu vereinen, das ist meine Erfüllung.“

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