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Hat seine besten Jahre hinter sich: Das Umspannwerk in Waldram muss modernisiert werden. 

Betreiber Bayernwerk favorisiert Neubau

Umspannwerk hat ausgedient

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Wolfratshausen – Es ist ein Riesentrumm, 45 Jahre alt, und seine Lebenszeit neigt sich dem Ende entgegen. Die Rede ist vom Umspannwerk, das seit fast fünf Jahrzehnten – umgeben von Wohnhäusern – an der Waldramer Sudetenstraße seinen Dienst verrichtet. Spätestens 2019 soll das Werk abgebaut und an anderer Stelle neu errichtet sein.

Den entsprechenden Antrag auf Vorbescheid behandelte der Grundstücks-, Bau- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung.

Wie Christian Martens, Pressesprecher des zuständigen Netzbetreibers Bayernwerk AG, gegenüber unserer Zeitung erläuterte, sind technische Zwänge ausschlaggebend für diesen Schritt. Zum Teil ist die Anlage veraltet beziehungsweise nicht mehr auf dem technischen Stand des dritten Jahrtausends. Zum anderen haben zumindest Teile der Anlage das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. „Es gibt zwei Möglichkeiten“, sagte Martens. „Wir können im Bestand umbauen, oder wir können an einem anderen Standort neu bauen.“ Ersteres würde einen enormen Aufwand bedeuten und deutlich länger dauern. Schließlich müsste man enorme Sicherheitsvorkehrungen treffen, weil die bestehende Anlage zwar auf ein Provisorium umgelegt würde. Sie würde aber weiter laufen, die Leitungen stünden unter Strom.

Ein Neubau wäre allein deshalb vorteilhaft, weil die Versorgungssicherheit auch während der Bauzeit gewährleistet wäre. „Schließlich läuft die alte Anlage in diesem Fall weiter“, erläutert der Bayernwerk-Sprecher. Hinzu komme, dass man bei einem Neubau von der Wohnbebauung abrücken würde. Als Standort hat man eine Fläche ganz in der Nähe im Visier. Sie liegt auf der anderen Seite der Bundesstraße, nahe der Skateranlage. „Das wird an anderen Standorten begrüßt.“

Bayernwerk veranschlagt eine Bauzeit von – je nach Variante – eineinhalb bis zwei Jahren und würde gerne 2017 oder 2018 anfangen. Spätestens 2019 soll der Neubau fertig sein. Kostenpunkt: drei bis vier Millionen Euro.

Im Bauausschuss kam das Anliegen nicht gut an. Das Gremium lehnte die Anfrage einstimmig ab. Das Gros der Räte wies darauf hin, dass man die betreffende landwirtschaftliche Fläche eigentlich für kommende Generationen vorhalten wolle. Josef Praller (Bürgervereinigung) bat daher darum, Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern zu führen, um das Areal „langfristig zu sichern“. Dr. Hans Schmidt (Grüne) pochte zudem darauf, dass der erste Eindruck, den man bei der Einfahrt nach Wolfratshausen bekommt, keine Industrielandschaft sein sollte. Und er wies darauf hin, die Anlage im Fall des Falles einzuhausen. Das würde dem Stand der Technik entsprechen.

Rein rechtlich gesehen handelt es sich bei dem Neubau um ein privilegiertes Vorhaben, das grundsätzlich im Außenbereich errichtet werden kann – vorausgesetzt, es sind keine öffentlichen Belange beeinträchtigt und vorausgesetzt, das Landratsamt und die Grundstückseigentümer stimmen zu. Letztere hätten eine mündliche Voranfrage auf dem Tisch, sagte Bürgermeister Klaus Heilinglechner. Verhandlungen seien aber noch nicht geführt worden. Auch aus diesem Grund lehnte Günther Eibl (CSU) ab. „Über den Kopf der Eigentümer entscheiden, das kann ich nicht.“ Fritz Schnaller (SPD) gefiel nicht, dass „alles nur zum Vorteil der Bayernwerke ist, das kann es nicht sein“.

Zu dem Nein des Bauausschusses und der Frage, wie es jetzt weitergeht, mochten sich die Verantwortlichen der Bayernwerk AG noch nicht äußern. Man werde zunächst auf die offizielle Mitteilung des Ergebnisses warten, die Situation analysieren und dann über das weitere Vorgehen entscheiden, sagte Sprecher Christian Martens.

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