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„Unsere Zukunft wird verbrannt“: Fridays for Future protestierten gegen Kohlepolitik
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Mehr Aufmerksamkeit erhielt die kleine Protestgruppe, als sie den Autoverkehr an der Fußgängerampel bei den Bahngleisen bremste.

Jugendliche bremsen Autoverkehr an Fußgängerampel

„Unsere Zukunft wird verbrannt“: Fridays for Future protestieren gegen Kohlepolitik

  • vonRudi Stallein
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Mit einer freundlichen Verkehrsblockade protestierten am Samstag Fridays for Future in Wolfratshausen gegen die Kohlepolitik. 

Wolfratshausen Die Fahrerin eines schwarzen VW Tiguan klatscht sich beide Hände gegen die Stirn. Ihr Blick scheint zu sagen: „Wie blöd ist das denn?“ Drei junge Leute versperren die Einfahrt zum Parkplatz beim Rewe-Supermarkt an der B11 in Wolfratshausen. 

Fridays for Future: Protest am Rewe-Parkplatz

Ein junges Mädel liegt auf dem Boden quer über der Fahrbahn, hinter ihr halten zwei Teenager ein großes weißes Transparent in die Höhe. Das mahnt in schwarzen und roten Lettern: „Kohle verbrennt unsere Zukunft.“ Die Frau im Tiguan bremst nur kurz ab, schüttelt noch einmal den Kopf, lenkt ihren SUV wieder auf die Straße – und fährt von der hinteren Einfahrt auf den Parkplatz.

Mit einer kurzen, unangemeldeten Blockade-Aktion nach dem Vorbild der „Extinction Rebellion“ machten die Mitglieder der Fridays-for-Future-Bewegung Wolfratshausen am Samstagmittag nach längerer coronabedingter Pause mal wieder aufmerksam: auf die Klimakrise im Allgemeinen – und auf das umstrittene Kohleausstiegsgesetz der Bundesregierung, das Anfang Juli beschlossen werden soll, im Besonderen.

Auch vor dem Reichstag in Berlin kam es zu Protesten von Klimaaktivisten vor der Abstimmung über den Gesetzesentwurf

„Der Kohleausstieg ist für 2038 geplant, das ist faktisch viel zu spät“

„Der Kohleausstieg ist für 2038 geplant, das ist faktisch viel zu spät“, begründet eine weibliche Aktivistin, die wie ihre Mitstreiter anonym bleiben möchte, ihre Motivation. „Jetzt wird unsere Zukunft verbrannt, für den Profit von wenigen Menschen“, betont die 15-jährige Initiatorin. „Vielleicht denkt mancher auch mal nach, ob er wirklich das Auto braucht, um ein paar hundert Meter zum Einkaufen zu fahren“, ergänzt ihre zwei Jahre ältere Mitstreiterin.

Maues Resultat: An der Parkplatzeinfahrt des Rewe erregten die jungen Klimaaktivisten kaum Aufsehen.

Unterstützt werden die beiden Teenagerinnen von einem gleichaltrigen Freund und einem nicht mehr ganz so jungen Familienvater. Er verteilt handliche DIN-A6-Flyer an die Autofahrer. Das Faltblatt informiert sie in wenigen Sätzen, warum sie gerade für einen Moment aus ihrem Alltagsgeschäft gerissen wurden. „Damit sie vielleicht mehr Interesse als Wut empfinden“, erläutert der 38-Jährige.

Jugendliche bremsen Autoverkehr an Fußgängerampel

Nach zehn Minuten rollen die jungen Leute ihr Transparent wieder zusammen. Ziemlich enttäuscht. Nur zwei, drei Autos hatten sie aufhalten müssen. Alle anderen waren weitergefahren, ohne groß Notiz von dem Protest genommen zu haben. „Blöd. Echt schade“, kommentieren die Mädchen die Tatsache, dass der insgeheim erhoffte Stau auf der B11 ausgeblieben war.

Aber damit wollen sie sich nicht zufriedengeben. Also neuer Plan. 300 Meter weiter stadteinwärts versuchen sie es noch einmal. Die Fußgängerampel am Edeka ermöglicht es ihnen, sich gefahrlos mitten auf der Bundesstraße in Position zu bringen – und die Rotphase der Ampel für ein paar Minuten künstlich zu verlängern. 

Mit dem gewünschten Erfolg: Rasch bildete sich zu beiden Seiten eine beachtliche Autoschlange. Die Reaktionen der Wartenden seien überwiegend „total nett“ gewesen. „Manche haben sogar den Daumen hoch gemacht oder gelächelt, als sie die Flyer bekommen haben“, stellte die 15-jährige Aktivistin erfreut fest. 

„Nur wenige waren stinksauer“

„Nur ein paar wenige waren stinksauer“, ergänzte der Flyer-Verteiler. „Etwa 60 Prozent“ hatten seiner Einschätzung nach „kein Problem“ mit der Aktion. „Vielleicht ein Drittel hat das Fenster gar nicht erst aufgemacht.“

Schließlich zieht die kleine Gruppe doch ein positives Fazit: „Die kleine Aktion war ein echter Erfolg, es hat sogar richtig Spaß gemacht.“ Weitere Aktivitäten sollen in nächster Zeit folgen: Als Nächstes sei ein Flashmob auf dem Marienplatz geplant. Dann aber wieder als angemeldete Protest-Aktion, über die rechtzeitig vorher informiert werde.

rst

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