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Zieht im städtischen Gebäude am Untermarkt 10 der Bürgerladen ein? Die Bürger haben entschieden.

Ideen für das Aushängeschild

Das sind die CSU-Pläne für den Untermarkt 10

Wolfratshausen – Ihr parteiübergreifend erarbeitetes Nutzungskonzept für das Gebäude am Untermarkt 10 stellte die CSU vorab am Bürger-Stammtisch in der Flößerei vor. Am Dienstag diskutiert der Stadtrat.

Einen Bürgerladen wird es in dem Haus, das früher einmal Landgerichtssitz war, nicht geben. Dem Stadtrat waren Renovierung und Umbau für rund 800 000 Euro wie berichtet zu teuer. Weil aber „Eigentum verpflichtet“, so CSU-Fraktionssprecher Günther Eibl, sprach er sich bei der Bürgerrunde am Sonntagvormittag mit acht Stadträten und fünf Besuchern für eine kostengünstigere „Instandsetzung“ der denkmalgeschützten Immobilie aus.

In dem Gebäude sollen im Erdgeschoss Bereiche des Rathauses sowie eine Tourismuszentrale untergebracht werden. Ein Konzept dafür haben der Wirtschaftsreferent des Stadtrats, Helmut Forster (Bürgervereinigung), der Kulturreferent Alfred Fraas (CSU) sowie die Fraktionssprecher Günther Eibl (CSU) und Fritz Meixner (SPD) erarbeitet. Der von Alfred Fraas gezeichnete Entwurf wurde zwar gezeigt, darf aber erst nach der Stadtratssitzung veröffentlicht werden.

Das Museum im Obergeschoss soll bleiben

Das Museum im Obergeschoss soll bleiben, wie es ist. Vom Museumseingang aus gelangt der Besucher in einen repräsentativen Raum. Dort sollen zum Beispiel Delegationen der Partnerschaftsgemeinden Wolfratshausens empfangen werden. Im Anschluss will die Projektgruppe Untermarkt 10 das Kulturamt mit Ticketverkauf, ein Tourismusbüro und ein Büro für den gewünschten Citymanager unterbringen. In einem Ausstellungsraum könnten die von der Stadt geerbten Bilder des Künstlers Felix Bockhorni aufgehängt werden. Schließlich soll ein großzügiges Trauungszimmer geschaffen werden. Das jetzige im Rathaus ist nach Meinung der vier Planer zu klein. Günther Eibl hält es für möglich, die „Instandsetzung“ für 460 000 Euro zu realisieren – das ist die Summe, die ursprünglich von der Verwaltung für den Umbau des Gebäudes zu einem Bürgerladen genannt worden war, bevor sich herausstellte, dass man wohl knapp doppelt so viel investieren müsste. Eine solche „Luxussanierung“ ist nach Meinung Eibls nicht nötig.

Werbekreis-Chefin Ingrid Schnaller gab allerdings zu bedenken, dass der neue Untermarkt 10 optisch ein Aushängeschild werden müsse. Mit ein paar neuen Gardinen sei es nicht getan bei so wichtigen Anlaufstellen wie dem Tourismus- und dem Kulturbüro. Zuhörer Heinz Wensauer ergänzte, der Besucher müsse schon von außen Lust bekommen, auch das Heimatmuseum zu besichtigen, „so wie in Bad Tölz“.

Eine Besucherin, die nicht namentlich genannt werden möchte, bedauerte, dass ein Bürgerladen im Markt für die Anwesenden gestorben ist. Gerade für ältere Bürger sei ein fußläufiges Geschäft mit Waren des täglichen Bedarfs zu normalen Preisen wichtig. Fritz Schnaller hatte zuvor an die „unerfüllbaren Forderungen“ der Bürgerladen-Initiative erinnert. Eine Ladenfläche in der Altstadt von 160 Quadratmetern plus Nebenräumen zu einem Quadratmeterpreis von 4,50 Euro sei nicht machbar, so der Geschäftsmann. „Die Initiative war nicht flexibel genug. Damit hat sich das Thema Bürgerladen leider Gottes erledigt“, sagte Helmut Forster.

von Tanja Lühr

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