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Bei Demo: Streitbarer Golfplatz-Betreiber wettert gegen Politiker - „Können mich impfen, wenn ich tot bin“

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Von: Peter Herrmann

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Dr. Josef Hingerl, Demo „Kinderrechte Jetzt“ vor der Loisachhalle
Wortführer: Rechtsanwalt Dr. Josef Hingerl bezeichnete die derzeitigen Corona-Vorgaben als „Verbrechen gegen die Kinder“. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Der in Wolfratshausen gegründete Verein „Kinderrechte Jetzt“ machte am Samstag vor der Loisachhalle mobil. Es fielen markige Worte, aber es blieb friedlich.

Wolfratshausen – Nicht nur in Wien und Erlangen sorgten am Samstag Kundgebungen von Kritikern der aktuellen Corona-Regeln für Aufsehen. Auch vor der Loisachhalle versammelten sich rund 200 Menschen aller Altersgruppen, um ihren Unmut gegen die Beschlüsse der Regierung zu äußern. Aufgerufen dazu hatte der Verein „Kinderrechte Jetzt“, der eine Corona-Impfung von Kindern- und Jugendlichen strikt ablehnt.

„Es gibt keinen medizinischen oder gesundheitspolitischen Grund für die Massenimpfung von Kindern und Jugendlichen oder für Zwangsmaßnahmen, die Ungeimpfte betreffen“, behauptet Jürgen Müller. Der Rechtsanwalt betreibt zusammen mit Dr. Josef Hingerl eine Kanzlei in Wolfratshausen und gründete Anfang August den Verein „Kinderrechte Jetzt“. Bei der anlässlich des Weltkindertags ausgerufenen Kundgebung zweifelte er den Aussagewert von Inzidenzen an. „Kinder sind von Corona so gut wie nicht betroffen: Sie haben eine Infektionssterblichkeit von 0,00002 Prozent – das ist weniger als durch Influenza oder Ertrinken“, erklärte Müller. Die momentane Verschärfung der Maßnahmen hält er weder rechtsstaatlich noch ethisch vertretbar.

Jürgen Müller, Demo „Kinderrechte Jetzt“ vor der Loisachhalle
Vereinsgründer: Jürgen Müller erhob schwere Vorwürfe gegen Politik und Medien. © Sabine Hermsdorf-Hiss

In einem Rundumschlag warf Müller Politikern und Medienvertretern eine bewusste Verdrehung der Tatsachen vor. „Diese Bilder von Bergamo, die nie gestimmt haben, kann man ja nur mit Humor nehmen“, sagte er. Die norditalienische Stadt hatte zu Beginn der Corona-Krise 2020 hohe Infektions- und Todeszahlen vermeldet.

Begleitet vom Applaus der Demonstranten zeigte sich Jürgen Müller am Ende seiner Rede solidarisch mit den Protesten in Wien und einer Anti-2G-Studentenkundgebung in Erlangen. Danach griff Dr. Josef Hingerl zum Mikrofon: Ein Mann, der schon im Lockdown mit der verbotenen Öffnung des Golfplatzes am Bergkramerhof für Aufsehen gesorgt hatte und nun die derzeitigen Corona-Maßnahmen als „Verbrechen gegen Kinder“ bezeichnete. Politikern sprach der streitbare Rechtsanwalt jegliche Lebenserfahrung ab. Zudem outete sich Hingerl als Impfgegner. „Die können mich impfen, wenn ich tot bin“, sagte er.

Demo „KInderrechte Jetzt“ vor der Loischhalle
Plakativ: Ein Teilnehmer hatte sich als Sensenmann verkleidet, um so seinem Protest gegen eine Impfpflicht Ausdruck zu verleihen. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Dr. Thomas Quak, 54-jähriger Arzt aus Fürstenfeldbruck, verwies anschließend auf Erfahrungsberichte aus seiner Praxis. „Die meisten Kinder, die sich mit Covid-19 infiziert haben, bleiben symptomfrei“, stellte er fest. Eine nach seinen Worten „Panikmache“, die Ängste schüre und zur Spaltung der Gesellschaft führe, sei deshalb unangebracht.

Am Ende gab Jürgen Müller noch verschiedenen Demonstranten das Wort. Dabei fiel auf, dass viele von ihnen weite Anfahrtswege auf sich genommen hatten und der Anteil der Einheimischen eher gering war. Die Polizei, die die Veranstaltung zusammen mit der Sicherheitswacht beaufsichtigte, verzeichnete am Ende keine Verstöße. „Es blieb alles friedlich“, bilanzierte die Vize-Chefin der Polizeiinspektion, Christina Loy.

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