1. Startseite
  2. Lokales
  3. Geretsried-Wolfratshausen
  4. Wolfratshausen

Verein Lebendige Altstadt rät: Stadt soll nicht an Attraktivitätssteigerungen sparen

Erstellt:

Von: Carl-Christian Eick

Kommentare

null
Einen konkreten Plan gibt’s seit dem Jahr 2014: Das westliche Loisachufer – die Rathausseite – soll neu gestaltet werden. Doch wann, ist weiterhin ungewiss. © SH/Archiv

Wegen dem Coronavirus kommt in Wolfratshausen das komplette Investitionsprogramm erneut auf den Prüfstand. Der Vorsitzender des Vereins Lebendige Altstadt setzt dabei auf den „Weitblick“ des Stadtrats.

Wolfratshausen – Ende Juni werden sich Bürgermeister Klaus Heilinglechner, Stadträte und Mitarbeiter der Verwaltung in Klausur begeben. Hinter verschlossenen Türen kommt wie berichtet das Investitionsprogramm auf den Prüfstand. Denn die Corona-Pandemie hat Stadtkämmerer Peter Schöfmann und den politischen Entscheidungsträgern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auf das Ergebnis der Klausurtagung sehr gespannt ist Hans-Werner Kuhlmann. „Ich hoffe, dass ich keine Angst haben muss“, sagt der Vorsitzende des Vereins Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) mit Blick auf das eventuelle Streichkonzert, das die Tagungsteilnehmer spielen könnten.

Wolfratshausen: Investitionsprogramm kommt auf den Prüfstand

„Heilige Kühe gibt es nicht“, hatte Rathauschef Heilinglechner im Gespräch mit unserer Zeitung angekündigt. Alle Projekte würden unter die Lupe genommen, denn in Folge der Corona-Krise sei mit weniger Steuereinnahmen zu rechnen. Der Wirtschaftsreferent des Stadtrats, Helmut Forster (Liste WOR), geht davon aus, dass der Kommune „ein zweistelliger Millionenbetrag“ fehlen wird. „Ich hoffe, dass der Stadtrat den Weitblick nicht verliert“, sagt LAW-Vorsitzender Kuhlmann. Dass alle geplanten Investitionen hinterfragt werden, sei richtig, doch am Pflichtprogramm müsse festgehalten werden. Dazu zählen für Kuhlmann: der Bau des Parkdecks am Paradiesweg, die Aufwertung der Altstadt und die Neugestaltung des westlichen Loisachufers (Rathausseite). Unterm Strich Vorhaben, die bereits seit Jahren auf der Agenda stehen beziehungsweise Projekte, die bereits als beschlossene Sache gelten.

null
Hans-Werner Kuhlmann, Vorsitzender des Vereins Lebendige Altstadt.

Corona hin oder her: Die gebetsmühlenartig propagierte Attraktivitätssteigerung der Flößerstadt dürfe nicht dem Virus zum Opfer fallen. Kuhlmann gibt zu bedenken, dass Bund und Freistaat angekündigt hätten, den Kommunen finanziell unter die Arme greifen zu wollen. Man müsse also die Augen aufhalten, meint der LAW-Chef, wann welche Fördertöpfe bereitgestellt werden „und dann zugreifen“.

Attraktivitätssteigerungen der Stadt dürfen Coronavirus nicht zum Opfer fallen

Der Bau des Parkdecks am Paradiesweg und die Aufwertung der Altstadt – Kuhlmann rechnet mit der Umsetzung beider Maßnahmen binnen drei Jahren – haben für ihn Priorität. Der lang gehegte Wunsch, das Westufer der Loisach aufzuhübschen, könne im Notfall ein bisschen länger Wunschtraum bleiben. Die Politik könne das Projekt „strecken“, so Kuhlmann, dürfe es aber auf keinen Fall streichen. Grundsätzlich sei die Neugestaltung der Innenstadt „keine Lustaufgabe“ der Kommune, sondern zähle zum „Pflichtprogramm“. Man dürfe nicht vergessen, dass in diesem Kontext vieles auf den Weg gebracht worden sei. Wenn nun der Rotstift zum Einsatz komme, „wären die vielen Bürger, die sich engagiert haben, zu Recht enttäuscht“.

15 Jahre besteht der Verein LAW heuer, die Planungen fürs Geburtstagsfest sind aus bekanntem Grund eingefroren. Vorstandssitzungen finden laut Kuhlmann, der die Geschicke seit 2012 lenkt, per Telefonkonferenz statt, die Jahresversammlung musste verschoben werden. Am Horizont zieht bereits die Kunstmeile 8 auf, die im nächsten Jahr stattfinden soll. 2019 beteiligten sich gut 100 Künstler an der LAW-Aktion. Der Vereinsvorsitzende ist guten Mutes, dass die mehrtägige Veranstaltung 2021 stattfinden kann. Kuhlmann räumt aber ein: Derzeit sei alles „undurchsichtig“. Da sich die Corona-Lage „quasi alle fünf Minuten ändert“, seien verlässliche Prognosen unmöglich. Aber: „Im August“, erklärt Kuhlmann, müsse mit den Planungen für die Kunstmeile 8 begonnen werden. „Es geht ja nicht zuletzt um Zuschüsse, die beantragt werden müssen.“

cce

Auch interessant

Kommentare