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Als Pendler ist Christian Egerer das Lachen längst vergangen. Der Wolfratshauser hat jetzt einen geharnischten Brief an die Bahn geschrieben.

Deutsche Bahn hält dagegen

Pendler klagt über S7: „Situation im Moment unerträglich“

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S7-Pendler Christian Egerer hat der Deutschen Bahn einen geharnischten Brief geschrieben über seine „Qual“. Ein Unternehmenssprecher hält dagegen – räumt aber ein „systemimmanentes Problem“ ein.

Wolfratshausen– Was die Bahn ihren Fahrgästen auf der Strecke S 7 aktuell zumute, „ist nicht mehr tragbar“, stellt Egerer in einer E-Mail an die Serviceabteilung des Konzerns in München fest.Verspätungen und Störungen seien mittlerweile „zur Tagesordnung geworden“, bilanziert der Diplom-Betriebswirt. Im Moment sei die Situation „unerträglich“. Beinahe täglich hätten Reisende unter Weichen-, Signal- und sonstigen Störungen sowie den daraus resultierenden „massiven Verspätungen und Zugausfällen“ zu leiden.

Egerer nennt als Fallbeispiel den vergangenen Montagmorgen. Er und viele andere wollten fahrplanmäßig um 7.04 Uhr in der Flößerstadt in den Zug nach München einsteigen – doch der fiel aus. Erst 20 Minuten später ging die Reise los, laut Egerer in einem „rappelvollen Kurzzug“, in dem bereits in Schäftlarn die Atemluft knapp geworden sei. „Sie können froh sein, dass niemand umgefallen ist, sonst hätten wir mal wieder einen Notarzteinsatz gehabt mit den entsprechenden stundenlangen Auswirkungen, die wir Pendler ja auch zur Genüge kennen“, so Egerer in seiner E-Mail.

Statistisch betrachtet rage die S 7 in puncto Unpünktlichkeit nicht heraus, beteuert Bahnsprecher Bernd Honerkamp auf Nachfrage unserer Zeitung. Konkrete Zahlen gebe die Bahn nicht preis, „denn wir wollen kein Ranking“. Der Knackpunkt sei die Eingleisigkeit, räumt Honerkamp ein. Störungen würden in der Regel trotzdem nicht auf dem Außenast entstehen, sondern seien die Folge von Problemen auf der Stammstrecke. Ein „systemimmanentes Problem“ sei zudem die mit nur zehn Minuten sehr knapp bemessene Wendezeit der Züge. Den Vorwurf vieler Pendler, dass die Technik auf der S 7-Strecke veraltet und somit sehr störanfällig sei, weist der Bahnsprecher zurück. Die Stellwerkstechnik sei „modern“, alle Weichen mit Heizungen ausgerüstet.

Ist die S 7 störanfälliger als andere Linien? Statistisch betrachtet, sagt die Bahn, ragt die S 7 in puncto Unpünktlichkeit nicht heraus.

Dass in den vergangenen Wochen die Pünktlichkeit zu wünschen übrig lässt, bestreitet Honerkamp nicht. Das sei auf den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs in Höllriegelskreuth zurückzuführen. Der falle aus diesem Grund („es gibt während der Arbeiten nur eine Bahnsteigkante“) bis Ende des Jahres als Kreuzungsbahnhof aus.

Den von Christian Egerer benannten konkreten Fall am Montagmorgen hat der Bahnsprecher recherchiert: Auf dem Weg nach Wolfratshausen sei der Zug, der planmäßig um 6.54 Uhr an der Endstation hätte eintreffen sollen, wegen eines technischen Defekts ausgefallen und direkt in die Werkstatt gerollt. Als Ersatzzug haben man „leider nur auf einen Kurzzug zurückgreifen können“, bedauert Honerkamp.

Egerer und seine Leidensgenossen trösten die Erklärungen nur bedingt: „Versetzen Sie sich bitte mal in meine Lage. Ich bin wochenweise alleinerziehender Papa mit zwei Schulkindern. Ich kann gar nicht sagen, wie oft in diesem Jahr meine Kinder schon ohne mich und damit ohne Mittagessen dastanden“, lässt der Wolfratshauser die Bahn wissen. Und: „Ich kann auch nicht sagen, wie oft ich schon auf das Auto umsteigen musste, weil gar nichts mehr ging – und ich kann gar nicht sagen, wie oft Sie mich heuer schon irgendwo auf der Strecke rausgeschmissen haben und buchstäblich im Regen stehen gelassen haben.“

Über aktuelle Verspätungen informieren wir Sie auch in unserem S-Bahn-Ticker

Ihre S-Bahn kommt nicht? In unseren Facebook-Gruppen finden Sie schnell Hilfe

Wir haben für jede S-Bahn-Linie eine Facebook-Gruppe gegründet, in der sich Fahrgäste selbst organisieren können: Bilden Sie Fahrgemeinschaften, wenn Ihre S-Bahn ausfällt. Organisieren Sie ein Taxi und teilen Sie sich mit mehreren die Kosten. Oder bitten Sie andere Betroffene schlicht um Hilfe - oder bieten Sie einen Platz in Ihrem Auto an. Zusammen mit anderen Pendlern sind Sie im S-Bahn-Chaos weniger allein.

Nutzen Sie die Gruppe Ihrer S-Bahn-Linie auch, um sich und andere darüber zu informieren, bis wann ungefähr mit Zug-Ausfällen und -Verspätungen zu rechnen ist. Hier ist die Liste aller Gruppen

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