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In Zeiten von Corona ist auch die Vernunft der Kunden gefragt. 

„Mehr gefordert als je zuvor“

Versteckte Helden in der Corona-Krise - Verkäufer appelliert an Kunden

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In Zeiten der Corona-Krise stehen auch die Verkäufer vor neuen Herausforderungen. Einzelhandelskaufmann Michael Herbig appelliert in einem Schreiben an die Vernunft der Kunden. 

Wolfratshausen – In der Corona-Krise gibt es viele offensichtliche Helden, darunter Ärzte und Krankenschwestern. Es gibt aber auch zahlreiche versteckte Helden im Alltag. Darauf macht Michael Herbig, Filialleiter der Drogeriemarktkette Müller in Wolfratshausen, in einem Schreiben aufmerksam. Gleichzeitig kritisiert er das Verhalten einiger Kunden.

Corona-Krise: Viele versteckte Helden im Alltag

„Ob meine Wenigkeit als Filialleiter oder aber als Kassierer, Verkaufsberater, Servicemitarbeiter, Einräumer oder Putzkraft: In diesen Tagen stehen wir für ganz Deutschland an vorderster Front in Sachen Versorgung“, schreibt Herbig. Gerade jetzt seien er und sein Team im Verkauf „mehr gefordert als je zuvor“. Nicht zu vergessen: die erhöhte Ansteckungsgefahr, der die Angestellten durch den Kundenkontakt täglich ausgesetzt sind.

Keine Seltenheit mehr: Beschimpfungen und Handgreiflichkeiten von Kunden

Michael Herbig, Müller-Filialleiter inWolfratshausen

Einige Kunden wüssten dies jedoch nicht zu schätzen, berichtet der 35-Jährige. Im Gegenteil: Beschimpfungen oder gar Handgreiflichkeiten gegenüber den Verkäufern seien in dem Drogeriemarkt längst keine Seltenheit mehr. Meist gehe es um „nichtige Dinge“, etwa die begrenzte Verkaufsmenge von Klopapier. „Wir halten für Deutschland die Stellung! Bitte denkt bei Eurem nächsten Einkauf auch daran“, appelliert der Filialleiter deshalb. 

Unter den Einzelhändlern seien genauso Eltern, die nicht wissen, wer ihr Kind betreuen soll. Menschen, die sich fragen, wie es mit ihrem Job weitergeht oder die Angst um ihre Gesundheit haben. Herbig empfindet es deshalb als „Unverschämtheit“ zu beanstanden, warum der Drogeriemarkt nicht – wie theoretisch erlaubt – bis 22 Uhr und am Sonntag öffne. Als Filialleiter wolle er sowohl seine Mitarbeiter schützen als auch für die Kunden versuchen, alles zu geben, um „die schwierige Zeit so gut wie möglich zu bestehen“.

„Die schwierige Zeit so gut wie möglich bestehen“

Ohne deren Mithilfe sei das jedoch „nicht zu schaffen“. Daher bittet der 35-Jährige seine Kundschaft, die Verkäufer gerade jetzt besonders zu unterstützen. Allein durch die Einhaltung der Hygieneregeln und des Sicherheitsabstands könne jeder seinen Teil dazu beitragen. 

„Wenn etwas nicht mehr verfügbar ist, machen Sie bitte nicht den Verkäufer dafür verantwortlich.“ Nach nochmaligem Nachdenken sei es eventuell gar nicht so schlimm, die Wimperntusche oder die DVD erst ein paar Tagen später zu bekommen. „Vielleicht müssen wir uns alle – besonders in diesen Tagen – erst an die eigene Nase greifen, bevor wir andere Menschen mit unserer Wut, Angst oder Stress konfrontieren.“ 

 kof

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