Dutzende Verletzte bei S-Bahn-Unfall in Barcelona

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Doppelfunktion: Zugleich Übungs- und Lehrerparkplatz ist die asphaltierte Fläche neben der Waldramer Schule.

Eltern sind wenig begeistert

Waldramer Verkehrsschüler üben künftig in Geretsried

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Wolfratshausen – Die Waldramer Schüler müssen in Zukunft woanders das Fahrradfahren lernen. Die Polizei hält es für sinnvoller, in Geretsried zu unterrichten. Einige Eltern sind wenig angetan.

Jahrelang haben die Waldramer Viertklässler direkt vor ihrer Haustür gelernt, wie man auf dem Fahrrad sicher durch den Straßenverkehr kommt. Ende April ist es wieder soweit. Doch statt auf dem Übungsplatz an ihrer Schule beschäftigen sich die Mädchen und Buben ab dem 25. April in Geretsried mit Vorfahrtsregeln, Stoppschildern und Haltelinien – sehr zum Unmut einiger Eltern. Darüber, warum es den Ortswechsel gibt, gehen die Meinungen auseinander. Die einen schieben den Schwarzen Peter der Polizei zu, die anderen sprechen von einer „Entscheidung für die Schüler“.

„Ich verstehe das überhaupt nicht“, sagt etwa die Mutter eines Viertklässlers. Ihr zufolge habe der Polizeibeamte, der die Verkehrsschulung macht, sich darüber beschwert, dass immer wieder Autos über den Übungsplatz fahren und kundgetan: „Das mache ich nicht mehr mit.“ Tatsächlich ist die Fläche zugleich Übungs- und Lehrerparkplatz. „Das war sie aber in den vergangenen Jahren auch“, sagt die Mutter. „Es hat sich nichts geändert.“

Für die Schüler und Eltern bedeute die Entscheidung, den Verkehrsunterricht künftig in Geretsried abzuhalten, nur Unannehmlichkeiten. „Der Transport muss organisiert werden, das kostet Geld. Durch die Fahrt geht wertvolle Zeit verloren.“ Eine andere Mutter pflichtet ihr bei: „Ich sehe das nicht ein. Vor allem, weil wir den Übungsplatz vor Ort haben.“

Der Verkehrsunterricht soll künftig in Geretsried abgehalten werden. Dort schult die Polizei auch Asylbewerber.

Verwaltungsdirektor Franz Gehring versteht die Aufregung nicht. Andere Schüler, auch aus Wolfratshausen, würden schon lange nach Geretsried fahren. „Da gibt es Ampeln, Zebrastreifen, das ist ein richtig schöner Übungsplatz“, sagt der Rathausmitarbeiter. Es sei korrekt, dass der zuständige Polizeibeamte ein Gespräch mit ihm geführt habe. „Er hat mir dargelegt, dass er es schlichtweg für sinnvoll hält, den Unterricht künftig in Geretsried anzubieten.“ In Absprache mit Bürgermeister Klaus Heilinglechner sei die Entscheidung dann getroffen worden. 

Gehring räumte zwar ein, dass Schulleiter Josef Merkl darüber „nicht glücklich“ gewesen sei. Auch könne er nachvollziehen, dass einige in Waldram den bisherigen Komfort gerne weiter genießen würden. „Im Endeffekt ist es aber eine Entscheidung für die Schüler. Für sie ist es in Geretsried interessanter und für die Polizei komfortabler.“ Auch das Kostenargument lässt Gehring nicht gelten. „Selbst wenn man einen Bus organisiert: Da geht es um ein paar hundert Euro pro Jahr. Die holen wir woanders wieder rein.“

Auch eine zweite Mutter sieht die Entscheidung kritisch. Wenn die Autos während der Übungsstunden stören, könne man den Parkplatz für diese Zeit ja sperren. Ihre Tochter, die jetzt in der sechsten Klasse ist, habe übrigens auch in Waldram fahrradfahren gelernt. „Das hat wunderbar geklappt“, sagt die Wolfratshauserin. „Sie hat ihren Fahrradausweis bekommen.“  fla

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