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350 Kilometer in den Beinen - und schon das nächste Ziel vor Augen: Benefizwanderer schmieden Pläne

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Von: Sabine Hermsdorf-Hiss

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Bianca Bauer (li.) und Ina Großmann-Stangl
Zurück und schon wieder voller Tatendrang: Bianca Bauer (li.) und Ina Großmann-Stangl. © Sabine Hermsdorf-hiss

Bianca Bauer und Ina Großmann-Stangl haben für „Bürger für Bürger“ 2310 Euro erwandert. Inzwischen sind die Frauen zurück in Wolfratshausen und suchen neue Ziele.

Wolfratshausen – Zwei Freundinnen, eine Idee – und ein durchschlagender Erfolg. Ina Großmann-Stangl und Bianca Bauer beschlossen, von Innsbruck nach Jesolo zu wandern, und das für einen guten Zweck. Sie wollten auf der zweiwöchigen Tour – sie legten 350 Kilometer Strecke und 8000 Höhenmeter zurück – Spenden für die Nachbarschaftshilfe „Bürger für Bürger“ sammeln. Der Verein freut sich über 2310 Euro.

Wolfratshausen: Wandern für den guten Zweck - Zwei Frauen erlaufen über 2300 Euro

„Es war anstrengend, aber wunderschön“, sind sich die beiden Frauen nach ihrer Rückkehr einig. Auf ihrer Webseite www.biwalkin.de hatten sie zu jedem Etappen-Tag ein Ressort des Vereins vorgestellt und von ihren Erlebnissen berichtet. Beispielsweise als sie sich auf die Rast auf einer Hütte freuten. „Wir hatten schon den Kaiserschmarrn vor Augen“, erzählt Bauer im Gespräch mit unserer Zeitung. „Nur als wir ankamen, mussten wir feststellen, dass die Hütte abgerissen worden ist.“ Also nichts mit Kaiserschmarrn. „Die neue soll wohl im Winter fertig sein.“ Oder als sich ein Weg, der bei der Planung als „breit und weit, leicht begehbar“ beschrieben worden war, als etwa ein Fuß breiter Steg neben einem reißenden Fluss entpuppte. „Zurückzugehen war aber auch keine Option“, sagt Großmann Stangl. „Da hätten wir ja noch mal über all die Felsen klettern müssen. So blieb die Hoffnung, dass es besser wird.“ Unterm Strich brauchte das Duo allein für diese acht Kilometer vier Stunden.

Innsbruck bis Jesolo: Wolfratshauserinnen legen 350 Kilometer zurück

Der letzte Streckenabschnitt wird ebenfalls unvergessen bleiben. „Wir hatten die Berge hinter uns gelassen, vor uns war nur noch weites Land – und dahinter das Meer“, erzählt Bauer. Nur, dass besagtes weites Land auch keinerlei schattenspendende Bäume aufwies. „Dazu eine neue, schwarze Teerdecke – wir dachten schon, dass die Schuhsohlen damit verschmelzen.“

Sehr vielen Menschen sind die beiden Wolfratshauserinnen auf ihrer Tour nicht begegnet. „Schließlich hatten wir uns Strecken abseits der üblichen herausgesucht“, erklärt Bauer. Aber von den wenigen, denen sie begegneten, „wollten uns manche umarmen und küssen, als sie gehört haben, dass wir für einen guten Zweck wandern“.

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Streit zwischen den beiden Frauen gab es in diesen 14 Tagen keinen, nicht einmal die kleinste Meinungsverschiedenheit. „Wir waren schon wie ein altes Ehepaar“, sagt Großmann-Stangl. „Wir konnten schon gegenseitig unsere Gedanken lesen. Kein Wunder, wir waren ja auch rund um die Uhr zusammen.“ Was beide faszinierte, waren die Rückmeldungen von zum Teil völlig Fremden via Facebook oder Instagram. „Eine Dame meinte, unsere Berichte seien schon eine Art Morgenlektüre für sie geworden“, schildert Bauer. „Der Zuspruch hat uns jedenfalls sehr viel bedeutet.“ Und – Ziel erreicht – es hat „Bürger für Bürger“ bekannt gemacht, wie aus den Reaktionen zu sehen war.

Nachbarschaftshilfe profitiert von Wanderung: „Wir freuen uns unglaublich“

„Bisher sind 3000 Euro eingegangen, wovon 2300 Euro zweckgebunden für die Wanderung waren“, bilanziert die Vorsitzende des Vereins, Eva-Maria Rühling. „Aber die beiden haben nur 1890 Euro verbraucht, der Rest geht an den Verein.“ Und da noch Spenden in Höhe von 1200 Euro angekündigt sind, hat die Aktion unterm Strich 2310 Euro eingebracht. „Wir freuen uns unglaublich.“

Werden jetzt die Wanderschuhe an den Nagel gehängt? Die Freundinnen schauen sich an und beginnen zu lachen. „Wir haben im Prinzip schon am zweiten Tag die nächste Tour geplant“, sagt Bauer. „Wir wollen irgendwann einmal soweit kommen, dass wir den italienischen Stiefel umwandert haben.“ Vielleicht wieder für einen guten Zweck. Großmann-Stangl: „Das Problem ist, wenn wir darüber reden, machen wir es auch.“

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