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Der Mangel an Wohnraum ist ein Problem, das alle angeht. 

Bericht der hauptamtlichen Asylkraft

Warum sich Flüchtlinge bei der Wohnungssuche besonders schwer tun

Derzeit leben 230 Flüchtlinge in Wolfratshausen. Sie sind in zwei Gemeindschafts- und zehn dezentralen Unterkünften untergebracht. Immer mehr müssen jedoch ausziehen. 

Wolfratshausen - Es ist ein schwieriges Unterfangen: „Es ist wirklich nicht leicht, in Wolfratshausen bezahlbare Wohnungen zu finden“, klagte Anika Dollinger,hauptamtliche Asylkraft der Kommune. In der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses lieferte sie einen Jahresbericht über ihre Arbeit – und richtete einen Appell an die Stadträte.

73 der hiesigen Asylbewerber wurden anerkannt. Sie lebten bislang in einer der dezentralen, kleineren Unterkünfte oder in einer Gemeinschaftsunterkunft. Nach der Anerkennung sollen sie die nun schnellstens verlassen. Gemeinsam mit Dollinger gehen die Flüchtlinge auf Wohnungssuche. „Wir benötigen derzeit 31 Wohnungen für 83 Personen.“. Ein Großteil davon ist in einer Unterkunft untergebracht, 13 der Suchenden leben vorübergehend bei Privatpersonen. Der Bedarf wird voraussichtlich noch steigen: „162 Personen sind momentan im Asylverfahren“, sagte Dollinger. Fallen die Bescheide positiv aus, müssen sie ihre Unterkunft verlassen.

Anika Dollinger Hauptamtliche Asylkraft der Stadt Wolfratshausen

Im Landkreis gelten strikte Regeln für derlei Mietverhältnisse. So darf eine Einzelperson für eine Wohnung mit 50 Quadratmetern Wohnfläche in Wolfratshausen höchstens 470 Euro Kaltmiete bezahlen. Für eine vierköpfige Familie, die auf 90 Quadratmetern lebt, liegt der Höchstwert bei 790 Euro. Für weitere 15 Quadratmeter dürfen höchstens 132 Euro ausgegeben werden. „Es ist schwierig, etwas in diesem Preisrahmen zu finden“, betonte Dollinger. In derselben Sitzung, wenige Minuten nach dem Asyl-Vortrag, berichtete auch Wohnungslosen-Beauftragte Ines Lobenstein von einem Mangel an bezahlbarem Wohnraum in der Kommune.

Trotz aller Widrigkeiten konnte Dollinger einzelne Erfolgserlebnisse vermelden: „Für neun anerkannte Flüchtlinge haben wir – Hand in Hand mit der Caritas und der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft – eine Wohnung in Wolfratshausen gefunden.“ Zudem sind 31 anerkannte Flüchtlinge im vergangenen Jahr aus der Loisachstadt weggezogen.

Zum Ende ihres Berichts äußerte Dollinger einen klaren Wunsch in Richtung des Stadtrats: „Der soziale Wohnungsbau sollte weiter vorangetrieben werden.“ Auch in der sozialen Infrastruktur erhofft sie sich Verbesserungen: „Die Kindergarten- und Krippenplätze sollten weiter ausgebaut werden.“ Dominik Stallein 

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