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Abgeriegelt: Für den Abbruch des ehemaligen Isar-Kaufhauses wurden mehrere Parkplätze gesperrt. 

Einzelhändler sind verwirrt

Warum vor dem Isar-Kaufhaus eine Absperrung steht

Unmittelbar vor dem Isar-Kaufhaus ist seit einigen Wochen ein kleiner Bereich abgesperrt. Noch tut sich dort nichts. Aber das wird sich bald ändern. 

Wolfratshausen – Die Parkplätze vor dem ehemaligen Isar-Kaufhaus sind bereits seit einigen Wochen gesperrt. Ein Parkscheinautomat, der vor dem Gebäude am Untermarkt 7 bis 11 stand, wurde entfernt. Bei den Wolfratshauser Einzelhändlern sorgt das für Verwirrung: „Es gab zu der Sperrung einige Nachfragen von Ladenbesitzern“, bestätigt Bauamtsleiterin Susanne Leonhard. Denn: Von außen sind noch keine Fortschritte beim Abriss des Gebäudes erkennbar.

Um den Abbruch zu ermöglichen, wurde die Parkplatzsperrung genehmigt. Die Geschäftstreibenden wundern sich, dass die begehrten Stellflächen mitten in der Einkaufsstraße seit einigen Wochen zwar für Kunden wegfallen, aber noch nicht durch die Bauherren genutzt werden. Bauamtsleiterin Leonhard erklärt, dass es sich bei der Sperrung der „drei oder vier Parkplätze“ um eine Entscheidung des Landratsamtes handelt. Die verkehrsrechtliche Anordnung auf der Bundesstraße sei „für den Großteil der Bauzeit“ gültig.

Auch wenn man derzeit von außen keine Fortschritte beim Abriss des Gebäudes sehen könne, gehen die Arbeiten ihrer Kenntnis nach voran. Die innere Entkernung werde sich demnächst auch auf den gesperrten Parkplätzen zeigen: „Dort werden Container stehen, in denen der Bauschutt aus dem Gebäude gesammelt wird.“

Lesen Sie auch: Nachbar legt Steine in den Weg

Dass der Parkscheinautomat entfernt wurde – und die parkenden Autofahrer nun etwa 100 Meter weiter bis zum nächsten Gerät am Gasthaus Humplbräu gehen müssen – sei unausweichlich gewesen. „Der Automat stand direkt vor dem ehemaligen Isar-Kaufhaus und musste dort definitiv weg.“ Kurzfristigen Ersatz könnte die Kommune zwar theoretisch schaffen, Leonhard hält das aber für unwahrscheinlich. Die Bauamtsleiterin rechnet stattdessen damit, dass der alte Parkscheindrucker wieder an seinen angestammten Platz zurückkehren wird, sobald die Baumaßnahme abgeschlossen ist.

Dr. Harald Mosler, Geschäftsführer der Untermarkt 7-11 GmbH, hatte im November gegenüber unserer Zeitung erklärt, es sei geplant, dass die Baustelle im „Sommer oder Herbst 2020“ fertig ist. Wie berichtet gab es beim Abriss eine Verzögerung, weil sich der Hauseigentümer eines benachbarten Gebäudes querstellte: Ein Statiker hätte nach Moslers Worten Zugang zu dessen Wohnung benötigt. Der Nachbar habe das nicht zugelassen. Mosler kündigte im Gespräch auch an, dass Passanten wenig von der inneren Entkernung, dem ersten Schritt der Abrissarbeiten, mitbekommen werden.

Bei Werbekreis-Chefin Ingrid Schnaller sind keine Beschwerden wegen der fehlenden Stellflächen eingegangen, „weder von Kunden noch von Ladenbesitzern“. Sie selbst betreibt einen Raritäten- und Antiquitätenladen am Obermarkt 26 – ganz am südlichen Ende der Marktstraße. „Ich denke, dass die direkten Anlieger, also Gebäudeeigentümer und auch Händler, die Situation noch genauer beobachten als wir, die weiter davon entfernt sind.“ Sie selbst wertet die Parkplatz-Sperrung „als Zeichen dafür, dass etwas passiert“. Dominik Stallein 

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