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Dass in Staatlichen Gebäuden wieder Kreuze hängen werden, findet der Ex-CSU-Minister Thomas Goppel völlig richtig.

Debatte auf Einladung der örtlichen CSU

Was Ex-CSU-Minister Goppel an Erzbischof Marx „unerträglich“ findet

Wolfratshausen - Der ehemalige CSU-Minister Thomas Goppel war kürzlich auf Einladung der örtlichen CSU in Wolfratshausen zu Gast. Die Haltung seiner Partei bei der Kreuz-Debatte verteidigte er energisch - und attackierte die Kirche, insbesondere Erzbischof Reinhard Marx.  

Wolfratshausen Wenn Thomas Goppel emotional wird, bekommt er leicht Nasenbluten. Kürzlich diskutierte er mit Mitgliedern des CSU-Ortsverbands und Gästen in der Flößerei über Markus Söders Kruzifix-Verordnung, die mittlerweile amtlich ist. Am Ende benötigte der Ehrengast einige Taschentücher, um das Blut, das aus seinem rechten Nasenloch tropfte, zu stoppen.

Dabei gab es an dem Abend keinerlei Kontroversen. Die fünf anwesenden Parteifreunde und Gast Heinz Wensauer waren sich mit dem CSU-Landtagsabgeordneten darin einig, dass Kultur ohne Glaube nicht möglich sei. Andernfalls drohe die Gefahr, so Goppel, dass Bayern in einen „säkularisierten Gleichgültigkeitsstaat abwandert“.

Das „C“ im Parteinamen sei für ihn ausschlaggebend gewesen, in die Politik zu gehen, erzählte der 71-jährige frühere Volksschullehrer, der seit 1974 im Bayerischen Landtag sitzt. Damals war der Sohn des einstigen Ministerpräsidenten Alfons Goppel der jüngste Abgeordnete, heute ist er der dienstälteste. Sowohl bei CSU wie CDU stehe das christliche Menschenbild im Vordergrund, erklärte der ehemalige Staatssekretär und -minister: „Der Mensch ist bei uns das Maß aller Dinge“.

Goppel fürchtet Stimmenverlust wegen des Kreuz-Streits

Ex-CSU-Minister Thomas Goppel

Das Kreuz als Symbol des Glaubens gehöre „in unserem Bayernland“ zum Alltag. Jeder Wanderer freue sich, wenn er das Gipfelkreuz erblicke. Goppels Ansicht nach muss das Kruzifix alleine, ohne den gegeißelten Leib Christi, als Symbol für die Auferstehung ausreichen. In dieser Form solle es seinen Platz in den Amtsstuben haben. Dass sich Vertreter der katholischen Kirche dagegenstellten, finde er „wenig glücklich“, sagte der Landtagsabgeordnete. Reinhard Kardinal Marx hätte in der Diskussion den Dialog forcieren, „die Menschen ums Kreuz scharen“ müssen. Als „unerträglich“ ist Goppel die Aktion von Marx und dem evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in Erinnerung. Die beiden Kirchenmänner hatten bei einem gemeinsamen Besuch der Klagemauer in Jerusalem ihre Amtskreuze abgenommen.

Die CSU werde ihre Haltung bis zur Landtagswahl am 15. Oktober „intensiv verteidigen“, kündigte Goppel an. Er befürchtet allerdings, dass der Clinch mit der Kirche die Partei viele Stimmen kosten werde. Man müsse im Wahlkampf mehr als zuvor die sozialen Werte hoch halten, forderte er. Es könne nicht angehen, dass eine Krankenschwester so viel weniger verdiene als ein Techniker, dass ein Pfleger ständig am Anschlag arbeite. Goppel bedauerte, dass das Interesse an der Politik extrem gesunken sei, dass das Handeln vieler Menschen von Gleichgültigkeit, Egoismus und Halbwissen – wie bei den Demonstrationen gegen das Polizeiaufgabengesetz – geprägt sei. Ein Abend mit einer Handvoll Zuhörer, trotz eines hochkarätigen Redners zu einem aktuellen Thema: „Das hätte es früher nicht gegeben“, stimmte Paul Brauner in Vertretung von Ortschefin Susanne Thomas zu. Tanja Lühr

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