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Einfach mal ausprobieren: Selbst Hand anlegen konnten die Besucher unter anderem am Stand von EagleBurgmann.

Messe „Meine Zukunft“ am Hammerschmiedweg

Was Unternehmen dem Nachwuchs zu bieten haben

60 Aussteller präsentierten sich am Wochenende in der Dreifachturnhalle am Hammerschmiedweg auf der Suche nach Nachwuchskräften. Sie ließen sich alle etwas einfallen.

Wolfratshausen – Hanf ist im Moment als gesundes Lebensmittel in aller Munde. In Bad Heilbrunn wird aus der Kulturpflanze seit Kurzem ein Bio-Tee hergestellt. Natürlich ist die leckere Zubereitung mit Rosmarin, Zitronenschalen und Lavendel arm an dem berauschenden Bestandteil Tetrahydrocannabiol (THC), wie Sabine Dinkel betonte. Sie ist zuständig für die Ausbildung der jungen Mitarbeiter beim Wolfratshauser Arzneimittelhersteller Hermes, dessen Tochter die Bad Heilbrunner Naturheilmittel ist. Die beiden Firmen waren zwei von über 60 Ausstellern auf der Messe für Aus- und Weiterbildung „Meine Zukunft – Bad Tölz-Wolfratshausen“ am Samstag in der Dreifachturnhalle. Hermes bildet seit 2010 aus. „Wir suchen sowohl Lebensmitteltechniker als auch Industriekaufleute“, sagte Dinkel, die sich sehr über das Interesse an der Pharmabranche freute.

Über 60 Aussteller präsentierten sich bei der Ausbildungsmesse „Meine Zukunft!“ in der Dreifachturnhalle. 

So wie den Hanftee zum Probieren hatte sich jeder Aussteller etwas Besonderes einfallen lassen, um die Aufmerksamkeit der Besucher – überwiegend Jugendliche, manche in Begleitung der Eltern – zu wecken. Bei den technischen Unternehmen wie Weber Schraubautomaten, Eagle Burgmann oder Dorst Technologies konnte man „basteln“ und montieren. Das Asklepios-Bildungszentrum für Gesundheitsberufe aus Bad Tölz zeigte anhand eines Schwarzlicht-Apparats, wie gründlich man sich die Hände desinfizieren muss, bis keine Keime mehr zu erkennen sind. Mindestens 30 Sekunden lang sollte man die Flüssiglotion verreiben.

Die Mattfeld + Sänger Marketing und Messe AG als Organisatorin hatte in Zusammenarbeit mit den Messepartnern, dem Bayerischen Wirtschaftsministerium, dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, der Industrie- und Handelskammer sowie den Städten Wolfratshausen, Geretsried und Bad Tölz eine Vielzahl an Ausbildungsbetrieben gewonnen. Die Arbeitgeber aus der Region stammten aus dem Gesundheitsbereich, dem Bankwesen, dem Hotelfach, der Automobiltechnik, der Lebensmittelproduktion und zahlreichen anderen Sparten.

Eine relativ junge davon ist der Agrarservice. Er richtet sich an technisch interessierte Jungbauern mit oder ohne Landwirtschafts-Schulabschluss. Xaver Bauer aus Ergertshausen stellte das Unternehmen „Bauer Dienstleistungen“ vor. „Viele Landwirte suchen heute ein zweites Standbein. Das Anbieten von Dienstleistungen wie Bodenbearbeitung oder Grüngutzerkleinerung eignet sich da sehr gut“, sagte der Juniorchef.

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In Kurzvorträgen informierten die Arbeitgeber über ihre Tätigkeitsfelder. Die Bayerische Polizei gab Tipps für den Einstellungstest, einige weiterführende Schulen stellten sich vor. Einen Überblick über die große Bandbreite an Ausbildungsberufen im Landkreis verschaffte sich auch Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner, indem er von Stand zu Stand ging. Landrat Josef Niedermaier war ebenfalls gekommen. Der Wirtschaftsförderer des Landkreises, Andreas Ross, lobte den Veranstalter und nannte ihn einen „professionellen Messedienstleister“. Er hoffe, dass sich die Ausstellung etabliere und im nächsten Jahr eventuell in Bad Tölz stattfinden werde. Sie sei ein weiterer Baustein in dem Bemühen, in Zeiten des Fachkräftemangels ausbildende Unternehmen und Schulabgänger an einen Tisch zu bringen. Als erfolgreiche Konzepte im Landkreis hätten sich bereits die Berufsinformationstage an den Schulen und die Job-Speed-Datings bewährt.

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Michael Eberl, Ausbildungsleiter bei Eagle Burgmann, sagte, sein Unternehmen nutze all diese Möglichkeiten gerne. Gemeinsam mit vier weiteren Ausbildern, zwölf Azubis im ersten Lehrjahr und einem Dualen Studenten präsentierte sich der Dichtungshersteller und größte Arbeitgeber Wolfratshausen auf der „Meine Zukunft“. Das Engagement lohnt sich offenbar. „Viele Standbesucher sehen wir im Bewerbungsgespräch wieder“, berichtete Eberl aus Erfahrung. Im Moment seien vor allem Mechaniker gesucht, das Interesse an einer kaufmännischen Ausbildung sei größer. Den interessierten Jugendlichen an ihrem Stand machte Sabine Dinkel von Hermes Arzneimittel Mut, sich zu bewerben: „Noten sind das eine, aber wir schauen uns auch die Persönlichkeit an. Das Menschliche muss stimmen.“ Tanja Lühr

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