Im Gespräch mit Renate Seitz 

Welt-Parkinson-Tag: Was wichtig ist, um Betroffenen ein gutes Leben zu ermöglichen

Am diesem Mittwoch, 11. April, ist Welt-Parkinson-Tag. Renate Seitz leitet die Regionalgruppe Wolfratshausen-Geretsried. Sie erklärt, was wichtig ist, damit Betroffene ein gutes Leben führen können.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Am diesem Mittwoch, 11. April, ist Welt-Parkinson-Tag. Bei der unheilbaren Erkrankung verliert der Betroffene langsam fortschreitend Nervenzellen. Eine Geretsriederin hat regelmäßig mit Parkinson zu tun: Renate Seitz. Die 69-Jährige leitet die Regionalgruppe Wolfratshausen-Geretsried der Deutschen Parkinson Vereinigung. Im Gespräch mit unserem Mitarbeiter Dominik Stallein erklärt sie, was wichtig ist, um als Betroffener ein gutes Leben zu führen.

-Frau Seitz, wie laufen die Sitzungen Ihrer Parkinson-Gruppe ab?

In der Regel besuchen uns zwischen zehn und 20 Menschen, auf dem Papier gehören uns etwa 30 Betroffene an. Die meisten sind zwischen 70 und 80 Jahre alt, aber wir bemerken die Tendenz, dass immer mehr junge Betroffene, teilweise mit 50 Jahren, zu unseren Monatssitzungen kommen. Einige kommen alleine, andere nehmen Angehörige mit. Ich versuche bei unseren monatlichen Treffen, für andere Veranstaltungen und Vorträge zu dem Thema zu werben, wir sprechen über medizinische Neuerungen, Literatur zu dem Thema, und einige Besucher berichten von persönlichen Erlebnissen. Das ist ein ganz wichtiger Baustein: Man muss sich untereinander austauschen, den Dialog suchen und Gespräche führen.

-Wie verläuft die Krankheit und was ist für die Angehörigen von Patienten wichtig?

Renate Seitz leitet die Regionalgruppeder Parkinson Vereinigung.

Parkinson ist eine starke Beeinträchtigung – sowohl für den Kranken als auch für die anderen. Die Krankheit hat viele Facetten. Betroffene werden langsamer, können nicht mehr so laufen wie früher, andere zittern oder der Körper versteift. Viele verlieren ihre Sprach- und Schluckfähigkeiten, das Schriftbild verändert sich und wird kleiner. Auch an der Mimik erkennt man die Krankheit. Das ist für die Angehörigen natürlich ebenfalls belastend. Die müssen zum Beispiel bei der Ernährung des Patienten vieles beachten, weil die Kranken auf Medikamente angewiesen sind.

-Wie ist denn die medizinische Versorgung für Parkinson-Patienten?

Viel besser als noch vor einigen Jahren. Inzwischen gibt es gute Medikamente in unterschiedlicher Form – Pflaster, Spritzen, Tabletten. Die Diagnose trifft einen trotzdem wie ein Hammerschlag, schon alleine deswegen, weil Parkinson unheilbar ist. Was man aber nicht vergessen darf, ist dass man damit noch viele Jahre wirklich gut leben kann, wenn auch beeinträchtigt. Dafür ist der Dialog wichtig. Die Patienten dürfen sich nicht verschließen oder abkapseln. Einen Baustein dafür liefert unsere Gruppe. dst

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Rubriklistenbild: © dpa / Oliver Berg

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