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Überzeugten durch abwechslungsreiches Song-Repertoire: Das Trio Lorenz Huber, Härry Jakubik und Michael Eilert (v. li.).

Wenn die grüne Mamba Samba tanzt

Swing und Latin im leeren D'Amato

Wolfratshausen - Musikertrio mit Huber, Eilert & Jakubik vereinen Swing und Latin. Mit eigenwilligen Texten rücken sie eigenwillige Kompositionen in's Licht.

Gerade einmal 16 Besucher verloren sich am Freitagabend im D’Amato, um sich auf die unkonventionelle Musik von Michael Eilert (Gesang), Härry Jakubik (Querflöte) und Lorenz Huber (Kontrabass) einzulassen. Die geringe Resonanz schien das Trio aber nicht negativ zu beeinflussen.

Gleich zu Beginn brachte die deutsche Coverversion des Klassikers „Girl From Ipanema“ die Zuhörer zum Lachen. Textzeilen wie „Wenn sie lächelt, dann schäumt von Neuem mein Bier“ deuteten früh auf den mitunter gewöhnungsbedürftigen Humor von Sänger Michael Eilert hin. In einem anderen Sambastück sang er von einer kleiner grünen Mamba und brachte darin tatsächlich das sperrige Wort „Privathaftpflichtversicherung“ einigermaßen melodiös unter. Das Ganze gipfelte schließlich in der „Vertonung des Steuerbescheids“. Getragen wurden diese Nummern vom dezenten Kontrabassspiel von Lorenz Huber sowie den variantenreichen Querflötenklängen von Härry Jakubik. Letzterer besuchte schon im Alter von 13 Jahren das Wiesbadener Konservatorium. Danach absolvierte Jakubik die Musikhochschule München und die Meisterklasse am Mozarteum, ehe er schließlich als Solist diverse internationale Bühnen eroberte. Da passte es gut, dass sich der Würzburger Musikstudent Lorenz Huber – der im vergangenen Jahr auch schon mit „Cat & the Kings“ im D’Amato zu hören war – nicht in den Vordergrund drängte.

Das abwechslungsreiche Repertoire des Trios reichte am Freitagabend von klassischen brasilianischen Latin-Stücken wie „Chega de saudade“ über Swing-Nummern der 1920er Jahre bis hin zu besinnlichen Balladen wie „This Masquerade“ , „You Are The Sunshine Of My Life“ und „When Sunny Get’s Blue“. Dazwischen gab Eilert auch Eigenkompositionen wie „On The Way To You“ oder „You Never Know“ zum Besten. In „Zvui Menschn“ sang er einmal sogar auf Bayerisch. Dem Publikum, zu dem nach der Pause auch noch Wolfratshausens Zweiter Bürgermeister Fritz Schnaller, Kulturreferent Alfred Fraas und CSU-Stadtrat Günther Eibl stießen, gefiel diese Mischung.

Den Wunsch nach Zugaben erfüllten Eilert & Jakubik prompt. Dass Härry Jakubik am Ende auch noch das Titelstück der „Sendung mit der Maus“ spielte, rundete das Programm perfekt ab. Denn es gibt wohl nur wenige Musiker, die Lach- und Sachgeschichten so unkonventionell interpretieren wie es Eilert & Jakubik an diesem Abend getan haben.

von  Peter Herrmann

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