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Zankapfel: Das Gebäude an der Alpenstraße 14 darf laut Vorbescheid des Landratsamtes abgebrochen werden. Denkmalschützer wollen dies verhindern.

Bauausschuss schafft kuriose Ausgangssituation

Wie es mit der Immobilie Alpenstraße 14 weitergeht

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Die Alpenstraße 14 ist für Denkmalschützer ein „steinerner Zeitzeuge“. Dennoch hat der Bauausschuss den Abriss genehmigt. Was aber nicht heißt, dass der Eigentümer dort auch neu bauen darf. 

Wolfratshausen– Trotz Protest der Denkmalschützer: Das Gebäude an der Alpenstraße 14 darf abgerissen werden. Die Mitglieder des Bauausschusses schufen am Mittwochabend jedoch eine kuriose Ausgangslage: Einstimmig lehnte das Gremium den beantragten Neubau von vier Reihenhäusern plus Garagen auf dem Grundstück ab.

Wie berichtet nutzte der Eigentümer der Immobilie Anfang 2017 eine Gesetzeslücke. Denkmalschutz genoss seinerzeit nur das zusammenhängende Ensemble Alpenstraße/Schießstättstraße – nicht ein einzelnes Gebäude. Der Bayerische Landtag hat die Lücke inzwischen zwar wieder geschlossen, doch der Hauseigentümer hat vom Landratsamt in Bad Tölz im Februar vergangenen Jahres einen positiven Vorbescheid erhalten: Er darf das Haus Alpenstraße 14 abbrechen lassen.

Die geänderte Gesetzeslage – nun genießen auch einzelne Gebäude wieder Denkmalschutz – habe keinen Einfluss auf ihre Entscheidung, den Neubau abzulehnen, betonten die Sprecher der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW) sowie der Grünen, Josef Praller und Dr. Hans Schmidt, am Mittwoch. Das geplante Projekt „entspricht nicht der umliegenden Bebauung“, stellte Praller mit Blick auf Paragraf 34 Baugesetzbuch fest. Demnach ist innerhalb „eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils“ ein Bauvorhaben nur zulässig, „wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll“, in die nähere Umgebung einfügt.

„Dieser Antrag entspricht nicht dem Vorbescheid des Landratsamtes“, sekundierte Fritz Schnaller (SPD). Auch für die Christsozialen komme das Bauvorhaben in der beantragten Dimension „in keinster Weise“ in Frage, sagte Fraktionsvorsitzender Günther Eibl. Er hoffe, „dass das Gebäude erhalten bleibt“, ergänzte Schmidt.

Lesen Sie auch: Anwohner protestieren gegen Abriss

„Wir können den Abbruch nicht ablehnen“, stellte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) fest. Der potenzielle Bauherr „hat einen genehmigten Vorbescheid“, so der Rathauschef, „eine Verweigerung des Abbruchs wäre rechtswidrig“. Die Ablehnung des Neubauprojekts sei ein anderes Paar Schuhe. Die beantragte Wandhöhe weiche vom Vorbescheid ab – „das ist der Grund“, warum der Bauausschuss nein zu dem Vorhaben sagen könne. Die veränderte Wandhöhe habe das Ziel, im Dachgeschoss einen Kniestock von zirka einem Meter zu erreichen, „was die Proportionen des Gebäudes gegenüber der Umgebung optisch deutlich ändert“, erläuterte Bauamtsleiterin Susanne Leonhard.

Nach dem einstimmigen Votum des Fachgremiums, den geplanten Bau von vier Reihenhäusern plus Garagen auf dem Grundstück Alpenstraße 14 nicht zu genehmigen, kündigte Bürgermeister Heilinglechner an, nun noch einmal ein Gespräch mit dem Bauwerber führen zu wollen. Anschließend könnte das Thema den Bauausschuss erneut beschäftigen.

Derweil kämpft der Historische Verein um den Erhalt des in seinen Augen „einmaligen städtebaulichen Denkmalensembles“ an der Alpenstraße/Schießstättstraße. Das Ensemble, in das sich das Gebäude Alpenstraße 14 einreiht, sei „ein steinerner Zeitzeuge“, der für kommende Generationen erhalten werden müsse, betont Vereinsvorsitzende Dr. Sybille Krafft.  Die Häuser entstanden in den Jahren 1936 bis 1939. Sie dienten höheren Angestellten der damaligen Rüstungsfabriken in Geretsried als Wohnungen. An der Schießstättstraße lebten Ingenieure, Meister und Direktoren der Dynamit Aktiengesellschaft, an der Alpenstraße die Angestellten der Deutschen Sprengchemie.

Demonstration

Für diesen Samstag, 15. Dezember, ruft der Historische Verein zu einer Demonstration auf. Treffpunkt ist um 11 Uhr vor dem Gebäude an der Alpenstraße 14.

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