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Soll erschlossen werden: Knapp 11 000 Quadratmeter groß ist das Areal östlich des S-Bahnhofs, das der Josef-und-Luise-Kraft-Stiftung gehört. In einer Sondersitzung beschließt der Stadtrat über die geplante Bebauung. 

Sondersitzung des Stadtrats am Dienstag

Wie geht es weiter mit dem Kraft-Areal?

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Einen Grundsatzbeschluss zum Kraft-Areal will der Wolfratshauser Stadtrat am Dienstag in einer Sondersitzung treffen. Östlich des S-Bahnhofs soll unter anderem ein Einkaufszentrum entstehen. 

Wolfratshausen – Die Stadt will das Kraft-Areal östlich des S-Bahnhofs entwickeln. Auf dem knapp 11 000 Quadratmeter großen Grundstück, das der Kraft-Stiftung gehört, soll unter anderem ein Einkaufszentrum gebaut werden. Darüber hinaus sind Wohnungen geplant. Das Projekt ist wie berichtet umstritten. Vor allem die Grünen sind skeptisch. Sie fürchten einen Verkehrskollaps.

Die Sprecherin des Ortsverbands, Justyna Czajka, beruft sich in diesem Zusammenhang auf Aussagen der Verkehrsplaner Prof. Harald Kurzak und Helmuth Ammerl. Die prognostizieren, dass das neue Einkaufszentrum rund 4000 Fahrzeuge pro Tag anziehen wird. In einer Sondersitzung des Stadtrates soll nun ein Bebauungsbeschluss für das Areal an der Sauerlacher Straße aufgestellt werden. Auf der Tagesordnung für die öffentliche Sitzung am Dienstag, 26. Februar, um 18 Uhr im Rathaus steht: „Grundsatzbeschluss im Hinblick auf die Art der baulichen Nutzung.“ Schon um 17 Uhr trifft sich der Stadtrat intern.

Die Grünen fürchten nicht nur eine unzumutbare Verkehrsbelastung, sollte das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden. Ortsverbands-Sprecherin Czajka warnt darüber hinaus: „Die Altstadt wird wahrscheinlich noch weniger Kunden haben, der Leerstand vermutlich zunehmen.“ Der Gesellschafter der Kraft-Stiftung, der Rechtsanwalt Dr. Harald Mosler, widerspricht: Das Sortiment der Geschäfte, die auf dem Grundstück angesiedelt werden sollen, würde es in der Wolfratshauser Altstadt nicht geben. „Am Unter- und Obermarkt gibt es weder einen Nahversorger, noch die Möglichkeit, große Elektrogeräte einzukaufen“, so Mosler. Das Angebot im künftigen Einkaufszentrum – angeblich ist Media-Markt ein potenzieller Mieter – solle eine Versorgungslücke schließen und keine Konkurrenzsituation schaffen. Mosler: „Wir decken am S-Bahnhof den Bedarf, den die Stadt immer noch hat, indem wir ein ergänzendes Angebot schaffen.“ Die getroffene Sortimentsauswahl fuße auf einem Gutachten der Städteberatungsfirma Cima.

Und: Von dem von den Grünen heraufbeschworenen Verkehrsinfarkt könne keine Rede sein, beteuert Mosler. Verkehrsplaner Ammerl „hat festgestellt, dass es eben nicht zu größeren Problemen durch das Projekt kommt“. Im Gegenteil: Der Gutachter habe Lösungen aufgezeigt, die Verkehrsströme mit einer optimierten Ampelschaltung in der Stadt besser in den Griff zu bekommen, als dies aktuell der Fall ist.

Lesen Sie auch: Gesellschafter findet klare Worte

Auf Nachfrage von Grünen-Fraktionssprecher Dr. Hans Schmidt, wie viele Stellungnahmen und Einwände zu dem Projekt Kraft-Areal im Rathaus eingegangen sind, antwortete Bauamtsleiterin Susanne Leonhard vor einigen Wochen in einer Ausschusssitzung: „Ein dicker Leitz-Ordner voll.“ Leonhard betonte jedoch, dass es sich nicht ausnahmslos um Widersprüche handeln würde. Bürgermeister Klaus Heilinglechner konkretisiert: 80 Stellungnahmen seien im Rathaus eingegangen, „mehr als bei einer normalen Bebauungsplanänderung“, räumt der Rathauschef ein. Bei der Dimension des Vorhabens sei dies aber nicht ungewöhnlich. Zum Vergleich: Zur geplanten S-Bahn-Verlängerung trafen laut Heilinglechner rund 700 Schreiben im Rathaus ein.

Bauen möchte das Einkaufszentrum der Grünwalder Rainer Scherbaum. Er, genauer die Untermarkt 7-11 GmbH, hat bereits das ehemalige Isar-Kaufhaus in der Altstadt gekauft. Scherbaum und Mosler sind Geschäftsführer der GmbH. Die Pläne sehen an der Sauerlacher Straße ein zwölf Meter hohes, 30 Meter breites und gut 150 Meter langes Zentrum mit 6500 Quadratmetern Verkaufsfläche vor. Beherbergen soll es zwei Supermärkte, einen Elektromarkt, eine Bäckerei sowie ein Textilgeschäft. Unter dem Komplex sollen gut 300 Pkw Platz in einer Tiefgarage finden.

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