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Im Zentrum der Stadt: Die Kommune plant die Modernisierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg. Zunächst wird der Bebauungsplan geändert – um größeres Baurecht zu schaffen. 

Machbarkeitsstudie zeigt Möglichkeiten

Wolfratshauser Schule wird erweitert: Günstigste Variante kostet gut 22 Millionen

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Die Stadt ist der geplanten Generalsanierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg wieder einen Schritt näher gekommen. Eine Machbarkeitsstudie zeigt die Möglichkeiten auf – günstig sind sie nicht. 

Wolfratshausen – Eine konkrete Entscheidung fiel in der Stadtratssitzung am Dienstagabend nicht. Das war laut Tagesordnung auch nicht vorgesehen. Zunächst war es die Aufgabe von Diplom-Ingenieur Ludwig Karl vom Architekturbüro „karlundp“, das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie zu präsentieren. In die Studie, das betonte Bürgermeister Klaus Heilinglechner, seien die Anregungen und Wünsche der Schulleitung sowie der Arbeitsgruppe Schulentwicklung, der jeweils ein Vertreter jeder der vier Stadtratsfraktionen angehört, eingeflossen.

Karl betonte, dass es sich um einen „Zwischenstand“ handeln würde. „Wir stehen an einer Weggabelung“, sagte der Ingenieur. Der Grund: Alle sechs untersuchten Varianten würden am bestehenden Bebauungsplan für das Areal zwischen Sauerlacher Straße und Hammerschmiedweg scheitern. Denn um das benötigte Raumprogramm zu realisieren, werden rund 3400 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche gebraucht. Doch der geltende Bebauungsplan „zieht Grenzen, über die hinaus nicht gebaut werden darf“, sagte Karl. Zudem dürfe derzeit „maximal dreigeschossig gebaut werden“. Karls Fazit: Eine Generalsanierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule in der Stadtmitte setze eine Änderung des Bebauungsplans voraus. Erst in einem zweiten Schritt könne die Entscheidung fallen, welche Variante in die Tat umgesetzt wird.

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Sechs Lösungsmöglichkeiten für das Vorhaben hat das Büro „karlundp“ erarbeitet. Die Kostenberechnungen reichen von 22,5 bis knapp 30 Millionen Euro. Ein Vorschlag beinhaltet den Neubau eines Gebäudes auf dem bisherigen Lehrerparkplatz sowie den Bau eines kleinen Schwimmbads, einer Mensa und Räumen für die Mittagsbetreuung. Ein Ziel sei es auf jeden Fall, Grund- und Mittelschule „zu entflechten“, das heißt, eine klare bauliche Trennung der beiden Schulen herbeizuführen.

In Detailfragen wollte sich der Stadtrat am Dienstag nicht verzetteln. „Wir werden uns heute nicht auf eine Variante festlegen, aber der Bebauungsplanänderung zustimmen“, sagte der Fraktionschef der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW), Josef Praller. Ähnlich äußerte sich der Sprecher der SPD-Fraktion, Fritz Meixner. Er appellierte angesichts steigender Schülerzahlen dafür, „mit Hochdruck“ an dem Projekt weiterzuarbeiten. „Wir sind spät, aber hoffentlich noch nicht zu spät dran“, bilanzierte Meixner.

Dr. Hans Schmidt (Grüne) zollte Ingenieur Karl „Respekt“ für seine Arbeit. Für ein Schwimmbad gebe es allerdings keinen Beschluss, das Bad sei von Mitgliedern der Arbeitsgruppe Schulentwicklung in das Vorhaben „reingeschmuggelt“ worden. „Immerhin reden wir da über Kosten von 1,5 Millionen Euro“, sagte Schmidt.

Erweiterung „muss wirtschaftlich bleiben“

Das liebe Geld beschäftigte auch den Wirtschaftsreferenten des Stadtrats, Helmut Forster (BVW). Er erinnerte an die Kostenexplosion bei der Sanierung der Waldramer Schule vor einigen Jahren. Hieß es zunächst, die Arbeiten kosten 6,4 Millionen Euro, musste die Kommune unterm Strich gut elf Millionen Euro auf den Tisch legen. Die Generalsanierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg sei richtig, „aber sie muss wirtschaftlich bleiben“, mahnte Forster.

Dr. Manfred Fleischer (CSU) stimmte gegen die Änderung des Bebauungsplans. Ein „25 bis 30 Millionen Euro teures neues Schulzentrum“ entspreche nicht seinen Vorstellungen. Warum sei die Schule in Waldram aufgestockt worden, „wenn die Mittelschüler jetzt an den Hammerschmiedweg umziehen sollen?“ Zudem sieht Fleischer „den Schulstandort Weidach gefährdet“. Er plädierte dafür, sich mit den „großen Wünschen und Vorstellungen“ der Arbeitskreismitglieder „und der Pädagogen“ noch einmal kritisch auseinanderzusetzen.

Der Rathauschef sowie 21 Räte votierten schließlich für die Änderung des Bebauungsplans, Fleischer und Richard Kugler (parteifrei für die CSU) stimmten mit Nein. Für eine konkrete Planungsvariante soll sich der Stadtrat in seiner Juni-Sitzung entscheiden. „Anregungen“, so Bürgermeister Heilinglechner, „müssen daher bis spätestens 18. Mai im Bauamt eingehen.“ cce

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