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Reichstag am Abend

Casting „Germany‘s next Bundeskanzler“

Merkel bekommt Konkurrenz

Von Politikverdrossenheit keine Spur: Der 20-jährige Jonas Lixenfeld aus Wolfratshausen möchte sich politisch engagieren. Mehr noch: Er will Bundeskanzler werden.

Wolfratshausen –  Sicherung der Renten, Verbesserung des Schulsystems und die Begeisterung für politische Themen unter jungen Leuten entfachen – das steht auf Lixenfelds Agenda. Um sein ehrgeiziges Ziel zu erreichen, nimmt der gebürtige Schwabe am Online-Casting zu „Germany’s next Bundeskanzler“ teil.

Jonas Lixenfeld (20) Der Wolfratshauser bewirbt sich bei einem Online-Voting

Insgesamt 135 junge Damen und Herren aus ganz Deutschland beteiligen sich an dem Wettbewerb des Interessenverbands „Die Jungen Unternehmer“.Jeder Kandidat bekommt auf der entsprechenden Internetseite ein Profil. Er muss für sich mit mehreren Videos werben und verschiedene Aufgaben erfüllen, damit möglichst viele Zuschauer für ihn stimmen. Die fünf Besten nehmen am Finale – dem sogenannten Kanzlercamp – teil. Zum Schluss wählt eine Jury am 1. September den neuen Kanzler oder die neue Kanzlerin. Das Mitmachten lohnt sich: Der Gewinner bekommt 10.000 Euro Preisgeld in Form eines Stipendiums.

Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt Lixenfeld, warum er an dem Voting teilnimmt. „Das Casting ist eine tolle Plattform, um seine Meinung zu vertreten und öffentlich dafür einzustehen.“ In einer Videobotschaft hat er das bereits getan. Darin erläutert er seinen Plan, einen Politiktag an allen Schulen in Deutschland organisieren zu wollen.

„Als Schüler hätte ich so einen Projekttag cool gefunden“, sagt der 20-Jährige. Seiner Ansicht nach werde zu wenig getan, „um Politik in den Schulen an den Mann zu bringen“. Durch einen Aktionstag könnten sich einige Schüler garantiert für bestimmte Themen begeistern lassen – so, wie er es bereits ist. Der 20-Jährige ist Mitglied der Jungen Union (JU) in seiner Heimat nahe Ravensburg. „Dort in den Austausch mit Landtagsabgeordneten zu kommen, fand ich sehr spannend“, erzählt er. Seit Lixenfeld vor rund einem Jahr in die Loisachstadt gezogen ist, engagiert er sich bei der JU in München. „Die lokale Politik interessiert mich nicht so sehr“, erklärt er, warum er nicht in der JU Wolfratshausen ist. Es sind die Themen der großen Politik, mit denen sich der junge Mann, der eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann absolviert hat, beschäftigt – und das auch privat und im Freundeskreis. „Politik ist ein ständiges Gesprächsthema.“ Viele seiner Bekannten seien in Parteien oder politischen Gruppierungen aktiv. Eine Politikverdrossenheit, wie sie der Jugend oft unterstellt wird, könne er nicht ausmachen.

Wie das Voting ausgeht, spielt für den 20-Jährigen nach eigenen Worten nur eine untergeordnete Rolle. „Ich möchte einfach meine Meinungen vertreten und finde es interessant, welche Standpunkte die anderen Kandidaten haben.“ Viele seiner Konkurrenten sind ihm ein Stück voraus: „Die Videos und das Auftreten von manchen anderen Kandidaten ist hochprofessionell“, stellt der Wolfratshauser respektvoll fest.

Interessenverband „Die Jungen Unternehmer“

Der Verband „Die Jungen Unternehmer“ versteht sich als Interessenvertretung von jungen Familien- beziehungsweise inhabergeführten Unternehmen. Er setzt sich für die Soziale Marktwirtschaft, Generationengerechtigkeit und Eigenverantwortung ein, heißt es auf der Internetseite. Organisiert ist die Interessengemeinschaft in zwölf Landesverbänden, der Hauptsitz ist Berlin.

Info

Wer sich am Online-Voting beteiligen möchte, findet alle Kandidaten unter dem Link: https://gnbk.de/die-kandidaten

Dominik Stallein

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