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Das Modehaus Boodevaar ist eines von drei Geschäften, das Ines Boodevaar in der Wolfratshauser Innenstadt betreibt.

„Blumenstrauß an Problemen“ in Wolfratshausen

Altstadt: Geschäftsfrau fordert konkrete Verbesserungen

Wolfratshausen - Ines Boodevaar vom gleichnamigen Wolfratshauser Modehaus hat konkrete Forderungen, die Situation in der Altstadt zu verbessern. Es gebe einen "Blumenstrauß an Problemen".

Mit dem Problem steht die Flößerstadt nicht allein auf weiter Flur. Doch die Erkenntnis trägt wenig zur Problemlösung bei. In der Altstadt stehen zahlreiche Läden leer, zum Jahresende schließen weitere Geschäfte (wir berichteten). Immobilienmakler Ernst Gröbmair nennt die Entwicklung dramatisch – Ines Boodevaar warnt vor Schwarzmalerei, stellt aber fest: „Die Situation in der Wolfratshauser Innenstadt ist sehr, sehr ernst.“ Sie betreibt drei Geschäfte in der Altstadt (Modehaus Boodevaar, „Jeans and News“, „Poco Loco“). Zwei Immobilien gehören der Kauffrau, die „Poco-Loco“-Räume hat Boodevaar gemietet.

Anders als Gröbmair, der ein Entgegenkommen der Hausbesitzer feststellt, sagt Boodevaar: „Nein, viele verlangen weiterhin gewaltige Mieten, die kaum jemand bezahlen kann.“ Und das in einer Zeit, in der es mehr und mehr „frequenzschwache Tage gibt“, betont die Unternehmerin. „Jeder braucht jeden“, jedes Geschäft, das schließt, führe bei den Händlern links und rechts zu mehr Sorgenfalten. Sie selbst wünsche sich stattdessen „nichts sehnlicher als einen gleichwertigen Wettbewerber“, denn von Konkurrenz „würden alle profitieren“.

Boodevaar hat einen „Blumenstrauß an Problemen“ ausgemacht: Das Erscheinungsbild der Innenstadt müsse verbessert werden, Projekte wie der Bau eines Parkdecks und die Neugestaltung des westlichen Loisachufers in die Tat umgesetzt werden. Auf die Immobilieneigentümer müsse „öffentlich Druck ausgeübt werden“, um sie an den Grundsatz zu erinnern: Eigentum verpflichtet.

In diesem Zusammenhang appelliert Boodevaar an die Kommune, das städtische Gebäude am Untermarkt 10 nicht länger dem Verfall zu überlassen. „Das ist ein leidiges Thema“, sagt sie. Die Unternehmerin glaubt nicht daran, dass die Stadt einen Investor findet, der das denkmalgeschützte Eckhaus in Erbpacht übernimmt und aufwändig saniert. In der momentanen Situation „wird jeder die Finger davon lassen“. Die Stadt selbst müsse Flagge zeigen und ihre Immobilie modernisieren.

Tritt Boodevaar vor ihr Modehaus am Untermarkt fällt ihr Blick aufs ehemalige Isar-Kaufhaus vis-à-vis. Das prominente Gebäude steht seit knapp drei Jahren leer. Die Eigentümerin sucht einen Investor. Kaufpreis: gut 2,5 Millionen Euro. Mit dieser hohen Forderung blockiere die Eigentümerin die Entwicklung der Innenstadt, urteilt Boodevaar. Dabei sei es „sehr, sehr wichtig, dass das alte Isar-Kaufhaus wieder mit Leben gefüllt wird“.

„Wir brauchen dringend Frequenz“, lautet Boodevaars Credo. „Wir haben so eine schöne Stadt.“ Doch diese Meinung teilen derzeit offenbar nicht alle potenziellen Kunden.

von Carl-Christian Eick

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