Kommunalwahl 2020

Die Wolfratshauser Bürgervereinigung denkt nur noch „worwärts“

Mit Bürgermeister Klaus Heilinglechner an der Spitze und einem homogenen Kandidatenmix zieht die BVW in den Kommunalwahlkampf.

Wolfratshausen Klaus Heilinglechner will es noch einmal wissen. Wie erwartet wird der amtierende Rathauschef erneut für das Bürgermeisteramt kandidieren. In der Aufstellungsversammlung der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW) erreichte er ein eindeutiges Ergebnis: 37 der 40 anwesenden Mitglieder sprachen ihm bei einer Enthaltung das Vertrauen aus. Zudem erstellte die BVW eine ausgewogene Kandidatenliste mit vergleichsweise hohem Frauenanteil und Bewerbern aus allen Altersklassen.

„Unsere Liste ist ein Spiegelbild der Gesellschaft“, sagte BVW-Chef Thomas Eichberger. Das entscheidende Kriterium für den Erfolg der Kandidatur sieht er aber nicht alleine im ausgewogenen Mix, sondern darin, „dass alle mit Herzblut dafür sind, Wolfratshausen voranzubringen“. Alle Mitglieder der aktuellen Stadtratsfraktion – die BVW stellt derzeit acht – finden sich auf der Liste wieder. Lediglich Ex-Bürgermeister Helmut Forster fehlt. Er hat wie berichtet eine neue Gruppierung (Liste WOR) ins Leben gerufen.

Neben den amtierenden Stadtratsmitgliedern stehen einige Neulinge auf aussichtsreichen Listenplätzen. Engelbert Stapf beispielsweise, der die mobile Eisfläche an der Floßlände initiiert hat, nimmt Rang sechs ein, Ursula Strobl den Platz direkt dahinter. „Mit geht’s wie allen in Wolfratshausen: Ich will, dass es vorangeht“, erklärte die 39-Jährige ihre Motivation, für den Stadtrat zu kandidieren.

Um die Stadt ging es nach eigenen Worten auch einem lokalpolitischen Schwergewicht, das sich erstmals auf der BVW-Liste bewirbt: Helmuth Holzheu, seit zwölf Jahren für die CSU im Stadtrat und derzeit Dritter Bürgermeister, wechselt die Fronten. „Ich glaube, dass ich mich hier am besten einbringen kann“, erklärte er in einer kurzen Vorstellung. Die Gründe – CSU-Chefin Susanne Thomas hatte erklärt, künftig nur Parteimitglieder auf der CSU-Liste zu dulden und die mangelnde Beteiligung von Holzheu und zwei anderen Stadträten an Parteiveranstaltungen moniert – kommentierte Holzheu nicht. Ihm „geht es einzig um die Stadt“. Die Einstellung, nicht gegen den politischen Widersacher nachzutreten, gefiel BVW-Chef Eichberger: „Wir werden uns nicht mit Nebenschauplätzen abgeben, sondern fair zu den anderen sein. Unser Fokus liegt auf Wolfratshausen.“

Auch Rathauschef Heilinglechner, seit knapp sechs Jahren im Amt, verlor kein schlechtes Wort über die Stadtratsfraktionen, räumte aber ein: „Es ist nicht immer einfach, Wolfratshauser Bürgermeister zu sein.“ Oft gebe es Punkte, bei denen er sich frage, „ob das jetzt wirklich auch noch sein muss“. Freimütig erzählte er, dass er durchaus Zweifel gehegt hatte, ob er wirklich eine zweite Amtszeit anvisieren sollte – „aber ich liebe Wolfratshausen“. Der Rathauschef sieht „noch unheimlich viel Potenzial“, für dessen Ausschöpfung er „die Weichen stellen“ möchte. So nannte er die verstärkte Zusammenarbeit mit der Nachbarstadt Geretsried als wichtiges Thema auf seiner Agenda.

Mit der Stadtratsliste sieht Heilinglechner „ein starkes Team an meiner Seite“, das von Jugend- bis Senioren-Themen alles abdecke. „Wir haben Dynamik und wir haben Motivation. Mia pack’n des“, fügte er an.

dst

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