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Gedanken zum Weihnachtsfest macht sich Diakonin Michaela Kleemann.

Gastkommentar

Wolfratshauser Diakonin verrät: Das ist das eigentliche Weihnachtsgeschenk

Michaela Kleemann, Evangelische Diakonin in Wolfratshausen, rät dazu, im weihnachtlichen Stress nicht den Blick aufs Wesentliche zu verlieren.

Sind Sie auch überrascht, wie plötzlich Weihnachten wieder vor der Tür steht? Gefühlt sind die Sommerferien gerade erst vorbei, und schon haben wir den vierten Advent vor der Nase. Verrückt, wie schnell das jedes Jahr geht. Da kann man nur hoffen, dass alle Geschenke schon besorgt und verpackt sind, das Heilig-Abend-Menü geplant und der Einkaufszettel geschrieben ist, bevor wir uns alle an diesem Wochenende noch einmal in das Supermarkt- Chaos stürzen, um für die Feiertage auch wirklich bestens gerüstet zu sein. Der Perfektionismus, der viele an Weihnachten einholt, kann uns ganz schön in Stress versetzen: den Tisch schön dekorieren, das perfekte Essen kochen, schön verzierte Plätzchen backen, die Geschenke nicht nur schön einpacken, sondern auch noch kreativ gestalten – und dann natürlich noch den Christbaum schmücken: Hier eine Kugel, da eine Schleife, und natürlich die selbst gebastelten Christbaum-Anhänger der Kinder oder Enkelkinder optimal in Szene setzen.

Michaela Kleemann,Evangelische Diakonin in Wolfratshausen

Bei all dem Planen, dem Perfektionismus und Schönheitswahn kann man schon mal vergessen, worum es an Weihnachten eigentlich geht: nämlich das Geschenk Gottes an die Menschen. Gott hat uns seinen Sohn geschenkt, der uns zeigt, wie Leben sein kann. Der uns seine bedingungslose Liebe schenkt und uns Bruder und Vorbild ist. Doch wenn das der Kern von Weihnachten ist, warum artet dann jedes Jahr die Vorbereitung in Stress aus? Warum machen wir uns all die Hektik? Ich denke, weil wir uns so sehr über das Kommen Gottes freuen, dass wir uns deshalb gegenseitig beschenken und glücklich machen wollen. „Das Christkind bringt doch die Geschenke“, habe ich vor kurzem ein etwa vierjähriges Mädchen im Supermarkt zu seiner Mama sagen hören, als die beiden vor dem Weihnachts-Süßigkeiten-Regal standen und das Kind offensichtlich nicht verstanden hat, warum man all diese Dinge kaufen kann, wenn sie doch gebracht werden. Das Unverständnis des Kindes kann ich gut nachvollziehen, allerdings hatte das Mädchen nur fast Recht, denn: Das Christkind bringt nicht die Geschenke, das Christkind i s t das Geschenk!

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, dass sie in den letzten Tagen vor dem Heiligen Abend nach all den Terminen und Besorgungen auch mal die eine oder andere Stunde für sich selbst haben: Egal, ob Sie lesen, spazieren gehen, mit Freunden telefonieren, mit den Kindern oder Enkeln mal ganz entspannt spielen, vorlesen – oder ob Sie sich allein oder zu zweit einen Film im Kino ansehen: Die Seele braucht diese Auszeiten – gerade in der Vorbereitung auf das Christfest.

Lesen Sie auch: Weihnachtsstimmung mal drei: Christkindlmärkte in Gelting, Stein und am Neuen Platz

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