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Feilen an einer App für das Handy: Der Wolfratshauser Matthias Graf von Schlieffen und Diana Vincente, die sich beim Studium kennengelernt haben. 

Unterstützer gesucht  Crowdfunding-Aktion läuft

Wolfratshauser entwickelt soziale App fürs Handy: Auf 3000 Metern kam die zündende Idee

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Der Wolfratshauser  Matthias von Schlieffen will Gleichgesinnte im richtigen Leben zusammenbringen  - mit einer App fürs Handy. Für dieses Projekt sucht er Unterstützer.

Wolfratshausen – Ein Wolfratshauser sucht einen Mitstreiter, der Lust auf eine Kajak-Fahrt auf der Loisach hat. Ein älterer Herr möchte sein Wissen im Schachspiel an Jüngere weitergeben. Ein Jugendlicher könnte sich vorstellen, für Senioren Einkäufe zu übernehmen. Um Menschen mit gleichen Interessen zusammenzubringen, entwickelt ein Team um den Wolfratshauser Matthias von Schlieffen die soziale App „Entust“ für das Handy. Derzeit läuft eine Crowdfunding-Aktion, bei der bislang 6330 Euro zusammengekommen sind. Ziel sind 10 000 Euro. Die Aktion läuft noch bis diesen Samstag, 30. November.

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„Unser Ziel ist, die Gesellschaft etwas offener zu gestalten und einen Austausch zwischen den Generationen zu fördern“, sagt von Schlieffen. „Ältere können mithilfe dieser App ihre Erfahrung an Jüngere weitergeben. Jüngere können etwas von ihrer Energie an Ältere abgeben.“

Die Idee zu dem Start-up-Unternehmen entstand auf 3000 Meter Höhe. „Ich hab’ da auf einem Markt in einem peruanischen Bergdorf eine Gitarre gesehen, an der ich einfach nicht vorbeigehen konnte“, erzählt von Schlieffen. „Ich habe mich in diese Gitarre verliebt, total verrückt.“ Das einzige Problem: Der 31-Jährige hatte nicht den blassesten Schimmer, wie man das Instrument spielt. Sein Kumpel Hannes ist ein leidenschaftlicher Gitarrenspieler und bot an, ihm einige Kniffe zu zeigen. Kurz danach entstand die Idee, eine App zu entwickeln.

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„Das Besondere daran ist, dass 99 Prozent der Kommunikation offline stattfindet“, sagt der Wolfratshauser. „In einer Zeit, in der die Gesellschaft durch die sozialen Medien immer unpersönlicher wird, wollen wir ein Zeichen für Treffen im richtigen Leben setzen.“ Verläuft das Treffen der Gleichgesinnten gut, können die Beteiligten in der App ein positives Feedback geben. Die Bedienung der App sei ganz einfach und funktioniere intuitiv.

Ein dreiköpfiges Team arbeitet seit April an der Entwicklung. Ganz ohne Geld geht all dies nicht. Deshalb hat von Schlieffen eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Kommen 10 000 Euro zusammen, würde dies für die Entwicklung der App in der Android-Version reichen. Anschließend könnte die Entwicklung einer App fürs iPhone beginnen.

Wer die App-Entwicklung unterstützt, kann eine Gegenleistung bekommen. Wer 150 Euro spendet, kann beispielsweise an einem Bauchtanz-Kurs im Englischen Garten in München teilnehmen. Für 50 Euro gibt es eine Stadtführung durch München, für 70 Euro eine Führung durchs Biermuseum. „Man kann Dankeschöns einkaufen“, sagt von Schlieffen. „Lauter lustige Sachen.“

Und das langfristige Ziel? „Beim Erreichen von 100 000 Euro können wir in die Entwicklung der Web-Plattform gehen und gleichzeitig ,Entust‘ im deutschsprachigen Raum bekannt machen“ sinniert von Schlieffen. „Langfristig müssen wir schauen, dass wir Investoren finden.“ Klar ist aber: Die App soll für die Nutzer kostenlos bleiben.

Infos im Internet:

www.startnext.com/entust-die-app-die-dein-gluck-verdoppelt

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