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Auf den Hatzplatz kommt ein Parkdeck: Das Grundstück grenzt an das Areal der Wolfratshauser Feuerwehr. 

Brief an Bürgermeister

Wolfratshauser Feuerwehr hadert mit Parkdeck am Hatzplatz

Das geplante Parkdeck am Hatzplatz könnte die Arbeit der Feuerwehr erschweren. Kommandant Spohn fürchtet zunehmende Probleme bei An- und Abfahrt der Einsatzfahrzeuge.

Wolfratshausen – Am Hatzplatz wird ein Parkdeck gebaut. Das hat der Stadtrat vor einigen Wochen beschlossen und das Grundstück in Erbpacht an einen Investor vergeben. Was für die Parkplatzsuchenden in der Innenstadt ein Segen sein könnte, bereitet der Wolfratshauser Feuerwehr große Sorgen. Aus diesem Grund hat Kommandant Andreas Spohn Bürgermeister Klaus Heilinglechner einen Brief geschrieben.

Zu Details des Schreibens möchte sich Spohn nicht äußern. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagt der Kommandant: „Für die Feuerwehr hätte die Errichtung des Parkdecks schwerwiegende Folgen.“ Er fürchtet, dass die An- und Abfahrt der Einsatzfahrzeuge erschwert wird. Das Gerätehaus grenzt unmittelbar an den Hatzplatz. Zudem vermisst Spohn in den Planungen zusätzliche Parkplätze für die freiwilligen Helfer. Derzeit gibt’s am Gerätehaus sechs Stellflächen, auf denen die Feuerwehrler im Fall eines Einsatzes ihren Privat-Pkw abstellen können. Viel zu wenig, hat Ingenieur Stephan Rudolph festgestellt, der im Auftrag der Stadt einen Feuerwehrbedarfsplan erarbeitet hat (wir berichteten). Nach Meinung des Experten müssten es mindestens 20 sein. Grundsätzlich beurteilte der Gutachter den Standort des Gerätehauses aufgrund der Verkehrssituation als „sehr kritisch“. Die mögliche Begegnung von Löschfahrzeugen auf dem Weg zum Einsatz, dem Verkehr und Parkplatzsuchenden sei immer mit einem Risiko verbunden. Dass auf dem Hatzplatz ein Parkdeck errichtet wird, „erschwert das Ganze noch mal“, sagte Rudolph. Für ihn mit ein Grund, den Stadträten zu empfehlen, mittelfristig einen neuen Standort für die Feuerwehr zu suchen.

Rathauschef Klaus Heilinglechner teilt die Bedenken von Kommandant Spohn nicht. „Die Einwände und Belange der Feuerwehr werden bei der Planung selbstverständlich berücksichtigt“, versichert er. Der Standort des Gerätehauses sei sicher nicht optimal. Die Suche nach einem neuen Areal sei allerdings „schwierig“.

Heilinglechner ist seit 30 Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Weidach, einige Jahre war er sogar Vorstand – die Aufgaben und Probleme ehrenamtlicher Rettungskräfte sind ihm bekannt. Grundsätzliche gelte: „Ein Feuerwehrhaus muss möglichst zentral liegen und gut erreichbar sein, damit ein schnelles Ausrücken möglich ist.“ Deshalb ist ein neues Feuerwehrhaus an einem Verkehrsknotenpunkt für ihn schwer vorstellbar. Laut dem bayerischen Feuerwehrgesetz müssen die Einsatzkräfte spätestens zehn Minuten nach Eingang des Notrufs am Einsatzort sein. Wegen der dichten Bebauung der Loisachstadt sei jedoch kaum ein Grundstück frei, das diese Voraussetzungen erfüllt.

Dominik Stallein

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