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Neue Pläne fürs Wolfratshauser Gewerbegebiet: Laut Beschluss des Bauausschusses sind im östlichen Bereich künftig sechs Geschosse erlaubt. Im Westen bleibt vorläufig alles beim Alten – das heißt, bei maximal vier Geschossen.

Bebauungsplan für östlichen Teil wird geändert 

Wolfratshauser Gewerbegebiet: Betriebe dürfen in die Höhe wachsen

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„Die Zukunft liegt in der Höhe, nicht in der Fläche“, stellt Vize-Bürgermeister Fritz-Schnaller (SPD) fest. Künftig sind im östlichen Bereich des Gewerbegebiets sechsgeschossige Gebäude erlaubt – bisher war nach vier Etagen Schluss. Die CSU wäre gerne nocheinen Schritt weitergegangen.

Wolfratshausen – Den Stein ins Rollen gebracht hat der ehemalige Wolfratshauser Disco-Betreiber Sepp Schwarzenbach. Der plant im östlichen Gewerbegebiet ein knapp 30 Meter hohes Hotel mit 88 Zimmern. Laut dem seit 1992 gültigen Bebauungsplan für das Areal ist dies jedoch nicht zulässig. Das Hotel würde die Baugrenzen überschreiten. Doch der Bauausschuss baute Schwarzenbach im November eine Brücke: Er solle doch die Änderung des Bebauungsplans beantragen – denn die Räte waren sich einig, dass die Kommune mehr Hotelzimmer braucht.

Neufassung erst in einem Jahr rechtsverbindlich

Gesagt, getan: In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses lag der Änderungsantrag auf dem Tisch – und die Mitglieder votierten einstimmig dafür. Laut Bauamtsmitarbeiterin Susanne Leonhard wird es zirka ein Jahr dauern, bis die Neufassung rechtsverbindlich ist. Aber: Die beschlossene Änderung gilt zunächst nur für das östliche Gewerbegebiet entlang des Hans Urmiller-Rings einschließlich des ehemaligen Möbel-Mahler-Komplex’.

Der CSU ging das nicht weit genug: Fraktionssprecher Günther Eibl stellte den Antrag, gleich das gesamte Gewerbegebiet zu überplanen, das heißt auch den Westen bis zur Geltinger Straße. So würde die Kommune reichlich Entwicklungspotenzial gewinnen und hätte „für die nächsten 100 Jahre Ruhe“, sagte Eibl. Nur einen Bebauungsplan anzufassen und andere erst in unbestimmter Zukunft „verursacht nur mehr Kosten und mehr Arbeit für die Verwaltung“. Es sei doch so sicher wie das Amen in der Kirche, dass im westlichen Gewerbegebiet Rufe laut werden, so behandelt zu werden wie die Nachbarn im Osten.

Verkehrsfluss vor Höhenwachstum

Eibls Vorstoß stieß bei dem Fraktionsvorsitzenden der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW), Josef Praller, auf Widerspruch. Sollte das gesamte Gewerbegebiet quasi auf einen Schlag in die Höhe wachsen, sei der Verkehrsinfarkt unausweichlich. Praller wies auf den „Popel-Kreisel“ kurz vor der Einmündung auf den Autobahnzubringer hin und stellte fest: „Erst muss die Frage beantwortet werden, wie der Verkehr fließen soll“, dann würde über ein Höhenwachstum im westlichen Gewerbegebiet geredet.

Auch Prallers Fraktionskollegin Dr. Ulrike Krische warnte davor, die Sache „übers Knie zu brechen“. Dr. Hans Schmidt (Grüne) schlug sich auf die Seite der Bürgervereinigung: Sechs Geschosse im ganzen Gewerbegebiet? Nein, „ohne nachzudenken“ werde er dem nicht zustimmen. Stattdessen müsse man sich vor der Entscheidung „etwas Zeit nehmen“.

„Wir müssen das Gewerbegebiet zukunftsfähig machen“

Richard Kugler (parteifrei für die CSU) war sich sicher, dass im Osten wie im Westen sehr bald dasselbe Recht gelten werde. Stichwort: Gleichbehandlungsprinzip. Man müsse den Bürgern aber reinen Wein einschenken. Kugler: „Der bereits unerträgliche Verkehr wird noch erhöht, und ein Verkehrskonzept wird’s nicht geben. Die Straßen sind da, neue wird’s nicht geben.“

„Wir gehen mit der CSU“, sagte Fritz Schnaller (SPD). „Wir müssen das Gewerbegebiet zukunftsfähig machen.“ Um Flächenfraß zu verhindern, „liegt die Zukunft in der Höhe“, erklärte der Vize-Bürgermeister. Er schlug einen Kompromiss vor: Jetzt die Änderung für das östliche Gewerbegebiet beschließen – und 2018 eine Gesamtlösung „diskutieren“.

Dieses Vorgehen sei „eine Aktion für die Galerie“, monierte Eibl. Gleiches Recht für alle heiße doch nicht, „dass sofort alle Gebäude im Gewerbegebiet sechsgeschossige sind. Das ist doch eine langfristige Entwicklung“, gab der CSU-Sprecher zu bedenken.

In einer fünfminütigen Beratungspause einigten sich die Stadträte darauf, den Bebauungsplan zunächst nur für das östliche Gebiet zu ändern. „Über den Rest wird zeitnah geredet“, so Praller.

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