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Soll bald der Vergangenheit angehören: Das Bild der ausgestorbenen Marktstraße.  

Vorstellung am 20. September

Wolfratshauser Innenstadt soll attraktiver werden: Neue Impulse durch Studie

Eine ausgestorbene Marktstraße und Leerstände in der Innenstadt: Seit vielen Jahren setzen sich der Verein „Lebendige Altstadt Wolfratshausen“ (LAW) und der Werbekreis Wolfratshausendafür ein, Wolfratshausen attraktiver zu machen. Neue Impulse soll nun eine Studie des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH) liefern.

Wolfratshausen – „Man muss einfach mal über den eigenen Tellerrand hinausschauen“, sagte LAW-Vorstandsmitglied Dietlind Diepen bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Das Institut untersuchte insgesamt 121 Städte im ganzen Bundesgebiet, davon seien 30 vergleichbar mit der Einwohnerzahl und Struktur Wolfratshausens. Rund 60 000 Besucher wurden dafür befragt, woher sie kommen und wie sie die Aufenthaltsqualität beziehungsweise Einkaufsmöglichkeiten in der jeweiligen Kommune bewerten. Demnach prägen vor allem die Gebäude, Plätze und Grünflächen das Ambiente einer Innenstadt.

„Der Pflege und Vermarktung eines historischen Stadtkerns sollte somit eine hohe Bedeutung beigemessen werden“, heißt es in der Studie. Erstaunlich: Nur jeder fünfte Befragte gab an, dass die Nutzung von Online-Shopping zu einem selteneren Besuch in den Innenstädten geführt hat.

Genügend Alleinstellungsmerkmale

Diese Ergebnisse decken sich mit den Eindrücken der Werbekreis-Vorsitzenden Ingrid Schnaller. „Der Wettbewerb findet vor allem zwischen den Nachbarstädten satt“, erklärte sie im Pressegespräch. Letztendlich gehe es also darum, das Potenzial von Wolfratshausen effizienter zu nutzen. Mit dem Loisachufer, der Bergwaldkulisse und der historischen Marktstraße gibt es laut Ernst Gröbmair genügend positive Alleinstellungsmerkmale.

„Aus der Studie geht auch hervor: Die Leute müssen nicht direkt vor der Tür eines Ladens parken, sondern sind auch bereit, ein paar Schritte zu laufen, wenn es ihnen in der Stadt gefällt“, unterstrich der LAW-Beiratsvorsitzende. Die ehemalige FDP-Stadträtin Dietlind Diepen gibt ihm recht: „In der Parkplatzfrage hat sich viel getan, jetzt müssen wir uns mit anderen Dingen beschäftigen“, fordert sie.

Gröbmair zählt dabei auch auf die finanzielle Unterstützung der Städtebauförderung. „Das Budgettöpfchen ist da, es muss nur angezapft werden“, sagte der Immobilienmakler.

Vorstellung am 20. September

Die Ergebnisse der 2016 durchgeführten IFH-Studie wird Junior-Projektmanagerin Svenja Brüxkes im Rahmen eines Vortrags am Mittwoch, 20. September, ab 19 Uhr in der Gaststätte Flößerei vorstellen. Der Infoabend und die Bereitstellung der gesamten Studie kosteten insgesamt rund 2400 Euro. Geld, das über die LAW, den Werbekreis und den Innenstadtfonds beschafft wurde. Diepen: „Es geht um die Zukunft unserer Innenstadt, wir müssen den Handlungsbedarf allen bewusst machen.“

Ergänzende Ausstellung

Auch eine ergänzende Ausstellung ist geplant. Das Thema „Chancen von Städtebauförderprogrammen“ soll ab 26. Oktober im Besuchersaal des neuen Stadtarchivs an der Bahnhofstraße 12 für Interessierte greifbar gemacht werden.

Peter Herrmann

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