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Familienbetrieb in zwei Kinosälen: Cornelia John und Mutter Gudrun Heigl führen gemeinsam das Wolfratshauser Kino an der Bahnhofstraße. 

Den Multiplex-Kinos zum Trotz

Das Wolfratshauser Kino - eine Familien- und Herzensangelegenheit

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Seit vielen Jahren betreiben Cornelia John und ihre Mutter Gudrun Heigl das Kino in der Bahnhofstraße. Im Gespräch mit unserer Zeitung verraten sie unter anderem die Filmhighlights 2020. 

Wolfratshausen Immer mehr kleine Kinos stehen vor dem Aus, da sie gegen die großen Ketten nicht mehr ankommen. Eine Ausnahme ist das Wolfratshauser Kinocenter „Sunrise Sunset“. „Wir sind ein reiner Familienbetrieb, wenn Not am Mann ist, packt bei uns jeder mit an“, verrät Betreiberin Cornelia John die Überlebensstrategie.

Gemeinsam mit ihrer Mutter Gudrun Heigl führt Cornelia John das kleine Lichtspielhaus an der Bahnhofstraße. Der Betrieb ist schon lange in Familienbesitz: Anfang der 1970er Jahre erbte Heigl das kleine Kino von ihrer Tante. Seit ihrem 17. Lebensjahr arbeitet die heute 77-Jährige mittlerweile im Kinobusiness. Auch heute noch steht sie in der Regel Tag für Tag hinterm Tresen.

Gerade am Wochenende sind die Vorführungen in den beiden Sälen eng getaktet. Wenn Mutter und Tochter nicht mehr hinterherkommen, rückt Unterstützung an: Johns drei Kinder und ihr Ehemann. „Bei uns ist einfach wichtig, dass wir alle zusammenhalten.“

Ähnliche Loyalität erfahren die beiden von ihren Besuchern. „Wir haben ein Stammpublikum, das uns die Treue hält. Von ihnen sprechen wir fast jeden mit dem Namen an“, erzählt die 52-Jährige stolz. Dieses persönliche Flair wissen viele Gäste zu schätzen. Sie danken es dem Duo – durch viele Besuche. „Mit dem vergangenen Kinojahr waren wir durchaus zufrieden“, sagt John.

Im Sommer zog der „Leberkäsjunkie“ ein großes Publikum vor die Leinwand. Dabei handelt es sich um die sechste Verfilmung von Rita Falks Krimibestsellern, die sich um den niederbayerischen Polizisten Franz Eberhofer drehen. John: „Mittlerweile sind die Filme richtig Kult. Die Fans warten gespannt auf jeden nächsten Teil.“ Das ist laut der Kinobetreiberin in der Tat etwas außergewöhnlich. „Bei mehreren Filmteilen flacht der Hype mit der Zeit oft ab“, weiß die Wolfratshauserin.

Auch verfilmte Biografien lagen voriges Jahr im Trend. Etwa „Der Junge muss an die frische Luft“, der die Lebensgeschichte von Hape Kerkeling erzählt, oder „Bohemian Rhapsody“, die Verfilmung von Freddie Mercurys Werdegang. Kleine Filmfans fieberten Ende November gespannt dem Start von „Frozen 2“ entgegen, dem zweiten Teil des Disney-Streifens um Eiskönigin Elsa.

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Heuer startet das Kinojahr genauso vielversprechend. „Spannend wird es beim neuen James-Bond-Film“, verrät John. „Keine Zeit zum Sterben“ mit Schauspieler Daniel Craig als Geheimagent läuft am 2. April in den deutschen Kinos an. Training für die Lachmuskeln verspricht die Komödie „Enkel für Anfänger“ zu werden, unter anderem mit dem Schauspieler Heiner Lauterbach. Filmstart ist an diesem Donnerstag, 6. Februar. Das Highlight 2020 ist nicht schwer zu erraten. „Vermutlich wird es das ,Kaiserschmarrndrama‘“, spekuliert John mit einem Augenzwinkern. Ab dem 13. August flimmert Eberhofers siebter Fall über die Leinwand.

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Auf das Ende des Jahres dürfen sich Kinogänger genauso freuen: In der Komödie „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ spielen Komiker Hape Kerkeling und Entertainer Bully Herbig ab dem 5. November Seite an Seite. Und die vierte Regiearbeit des Schauspielers Florian David Fitz, „Oskars Kleid“, läuft ab dem 17. Dezember.

Abgesehen von den neuesten Filmen bieten John und Heigl in ihren beiden Sälen Sonderveranstaltungen an. Fest eingeplant ist einmal im Monat ein französischer Kinoabend. „Da zeigen wir einen französischen Film im Original mit Untertitel“, erklärt John. Auch spanische Filmabende habe es bereits gegeben. Doch in dieser Sprache gute Filme im Original zu bekommen, sei leider nicht immer einfach, weiß John aus Erfahrung.

kof

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