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Stolz auf die Zertifizierung: (v. li.) Markus Kaffka (Physio), Claudia Macholl (Logopädin), Josefine Krause (Atmungstherapeutin), Sandra Filser (Stationsleitung), Dr. Josef Orthuber (Chefarzt Anästhesie), Dr. Michael Trautnitz (Chefarzt Innere A bteilung und Ärztlicher Direktor der Kreisklinik), Dr. Alexander Malsam (Facharzt Anästhesie), Thomas Reichert (Personalleitung) Dr. Klaus-Peter Uehlein (Leiter Weaning-Zentrum) und Christine Wachhausen (Sozialdienst).

Medizin

Wolfratshauser Kreisklinik als Weaning-Zentrum zertifiziert

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Unter Weaning versteht man die schrittweise Entwöhnung eines Patienten, der länger als eine Woche künstlich beatmet wurde, vom Beatmungsgerät. In der Kreisklinik gibt es Spezialisten dafür.

Wolfratshausen– Das Vertrauen in die eigenen Stärken und die Risikobereitschaft haben sich ausbezahlt: Nach drei Jahren ist die Kreisklinik Wolfratshausen durch die Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin als sogenanntes Weaning-Zentrum zertifiziert worden. Mit der Einrichtung dieser Spezialabteilung am Moosbauerweg steht Wolfratshausen an Bayerns Spitze. „Wir sind die erste Kreisklinik, die diese Zertifizierung bekommen hat“, betonte Geschäftsführer Hubertus Hollmann. Er und Landrat Josef Niedermaier, der Aufsichtsratschef der Klinik, bezeichneten das Weaning-Zentrum als „Alleinstellungsmerkmal in der Region“.

Unter Weaning versteht man die schrittweise Entwöhnung eines Patienten, der länger als eine Woche künstlich beatmet wurde, vom Beatmungsgerät. „Es ist wie nach einem gebrochenen Bein. Durch das Nicht-Benutzen-Können wird der Muskel schwächer“, erklärte der Leiter des Weaning-Zentrums, Dr. Klaus-Peter Uehlein, das Prinzip. „Ist der Gips ab, muss der Muskel wieder trainiert werden. Genau das passiert beim Weaning.“ Unter Aufsicht von speziell geschulten Pflegepersonal werden die Patienten schrittweise wieder daran gewöhnt, selbstständig zu atmen.

2015 wurde das Projekt erstmalig angedacht, bereits ein Jahr später konnte der erste Patient in der Kreisklinik in Wolfratshausen behandelt werden. Aktuell verfügt die Abteilung über 14 Betten, 17 neue Intensivkräfte wurden eingestellt, medizinische Geräte für fast eine halbe Million Euro angeschafft. „Allein im vergangenen Jahr konnten wir 100 Weaning-Patienten behandelt und dadurch einen Umsatz von 3,5 Millionen Euro erzielen“, berichtete Geschäftsführer Hollmann.

Für Dr. Michael Trautnitz, Chefarzt der Inneren Abteilung, waren für die Einrichtung des Weaning-Zentrums drei Gründe ausschlaggebend. Zum einen die Nachfrage: „Die Langzeitbeatmung gehört schon fast zur Regelversorgung.“ Und: „Große Kliniken wie Großhadern haben immer wieder angefragt, ob wir nicht Patienten zur weiteren Versorgung übernehmen könnten.“ Zudem unterstützte die Kreisklinik-Geschäftsführung das Vorhaben ohne Wenn und Aber. Der dritte Grund ist für Trautnitz der Wichtigste: „Weil wir es können.“ Auf der Station kümmert sich ein spezialisiertes Team aus Beatmungs- und Physiotherapeuten, Logopäden, Intensivpflegern und Fachärzten um das Wohl der Patienten.

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Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Laut Uehlein werden in Deutschland pro Jahr etwa vier Milliarden Euro für Weaning-Patienten aufgewendet. „Dieselbe Summe zusätzlich für außerklinisches Weaning.“ Wer übernimmt die regelmäßige Kontrolle dieser Patienten? Uehlein: „Das könnten zertifizierte Einrichtungen wie Wolfratshausen übernehmen.“

sh

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