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In halber Pracht: Etwa die Hälfte der ursprünglich zwei mal sieben Meter großen Krippenlandschaft ist derzeit im Heimatmuseum zu sehen. Rechts im Bild: Museumsmitarbeiter Hans Hille. 

Immer wieder mal auf Herbergssuche

Wolfratshauser Krippe derzeit im Heimatmuseum ausgestellt

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Im Heimatmuseum am Untermarkt ist derzeit die Wolfratshauser Krippe zu sehen. Sie ist 30 Jahre alt und hat eine wechselvolle Geschichte. 

Wolfratshausen – Wenn das Jesuskind in seiner Krippe liegt, eilen nicht nur ein paar Hirten und die drei Weisen aus dem Morgenland zu ihm hin. Auch Bürgermeister Klaus Heilinglechner machte seine Aufwartung, ebenso ein paar Stadträte, als am 1. Dezember mit der Eröffnung des Christkindlmarkts die Krippe der Stadt im Heimatmuseum enthüllt wurde. Dort steht sie erstmals seit längerer Zeit wieder zur Weihnachtszeit – in ihrer halben Pracht. Denn die beengten Räumlichkeiten bieten der ursprünglich zwei mal sieben Meter großen Krippenlandschaft, die der Weidacher Josef Baumgartner 1987 gefertigt und der damalige Rathauschef Erich Brockhard für – so erinnert sich Hubert Lüttich – 20 bis 30.000 Mark gekauft hatte, keinen Platz.

Lüttich, 17 Jahre Museumsleiter, kennt die Geschichte der Wolfratshauser Krippe wie kein Zweiter. Anfangs war sie in voller Größe auf dem Speicher des Hauses am Untermarkt 10 untergebracht. Dort hatte die Stadt ein großes Gestell mit Schubladen errichten lassen. In den Fächern ruhte Museumsgut, oben drauf thronte die Krippe: Inmitten einer rund einen Meter hohen Gebirgslandschaft standen zwei Hütten im oberbayerischen Stil samt naturgetreu rauchendem Kamin. Drumherum waren 30 Figuren aus Oberammergau drapiert, die die Frau des Krippenbauers mit Selbstgenähtem und und Handgestricktem eingekleidet hatte.

Krippe zog auf Brauereianhänger über Christkindlmärkte

Im Advent wurde der Raum für den Publikumsverkehr geöffnet. Das ging ein paar Jahre so. „Dann verschärften sich die Brandschutzbestimmungen“, erinnert sich Lüttich. „Der Speicher musste für Besucher gesperrt werden.“

Wenn die Leute nun nicht mehr zur Krippe kommen durften, dann musste sie eben zu den Leuten. Bauhofmitarbeiter bauten einen Teil davon in einen zweirädrigen Brauereianhänger. Den zogen sie im Advent auf den Christkindlmarkt, errichteten davor ein Podest, von dem die Besucher die zauberhafte Landschaft sogar aus der Vogelperspektive betrachten konnten. Abends klappten die Arbeiter die Läden des Hängers zu und verschlossen sie. Doch an dem Gefährt, das übers Jahr im Freien stand, nagte der Zahn der Zeit. „Irgendwann“, erinnert sich der 79-jährige Lüttich, „drang Feuchtigkeit ein und zerstörte die Landschaft teilweise“ – das Ende der mobilen Krippe.

Dass das Modell nicht komplett kaputt ging, ist auch ein Verdienst von Thomas Schmidt. Der Bühnenbildner der Loisachtaler Bauernbühne half viele Jahre ehrenamtlich beim Aufbau – oder wenn es etwas zu reparieren und restaurieren gab. So auch in jenem Jahr, in dem die Stadt die Loisachhalle mit der kompletten Krippe schmückte. Was sich als keine gute Idee entpuppte: „Gerade die Landschaft ist unglaublich schwer“, sagt Lüttich, der Aufbau sei deshalb sehr kompliziert. „Damals ist ganz viel kaputt gegangen.“

Nun steht die halbe Krippe, frisch hergerichtet, im ersten Stock des Museums. Ihr anderer Teil wartet oben im Speicher darauf, eines Tages zurück an seinen Bestimmungsort zu kommen.

Heimatmuseum

Die Krippenlandschaft ist noch bis 7. Januar zu sehen.

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