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Mobile Sammlung: 27 Standorte im Landkreis fährt das Giftmobil in jeder ersten Woche des Monats an. 

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Wolfratshauser kritisiert Problemmüll-Entsorgung: Das sagt die WGV

  • vonPeter Borchers
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Immer wieder kritisieren Bürger die Giftmüll-Entsorgung im Landkreis. Die WGV Quarzbichl aber hält ihren Service für gut.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Unmut flammt immer wieder mal auf: Der Wolfratshauser Gregor Kleine beklagte sich kürzlich in einem Leserbrief an unsere Zeitung über den seiner Meinung nach unzureichenden Service der Wertstoffgewinnungs- und Vermarktungsgesellschaft (WGV) Quarzbichl in Sachen Giftmüllentsorgung. Nur die Wenigsten würden laut Kleine wegen „vier bis fünf Spraydosen“ zum WGV-Wertstoffhof in den Eurasburger Ortsteil fahren. Und das einmal monatlich durch den Landkreis kurvende Giftmobil hält er für „eine reine Alibi-Veranstaltung“. Die Standzeit des Lkw donnerstags zwischen 10 und 10.30 Uhr am Hatzplatz ist dem Wolfratshauser „ein Dorn im Auge“.

Vorwürfe, die Georg Schneider so nicht stehen lassen möchte. Im Vergleich mit dem benachbarten Landkreis Garmisch-Partenkirchen, wo man nur dreimal im Jahr seinen Problemmüll entsorgen könne, „ist unser Angebot komfortabel“. In jeder ersten Woche des Monats fahre das Giftmobil 27 Standorte im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen an, sagt Schneider, der „im 20. Jahr“ WGV-Abfallberater ist. Es liege in der Natur der Sache, dass das Fahrzeug nicht in jeder Kommune zu einer arbeitnehmerfreundlichen Zeit stehen kann, so der 56-jährige Krüner. „Das verteilt sich zwischen 7.30 und 15 Uhr.“

Anschließend kehren die Spezialfahrzeuge der Firma Heinz, mit der die WGV kooperiert, zurück nach Moosburg. Dort werden die vollen Fässer entladen und der Lkw mit leeren neu bestückt. Außerdem, gibt Schneider zu bedenken, „fährt die Firma ja nicht nur in unserem Landkreis, sondern auch in einigen anderen“. Überdies besteht – ebenfalls anders als in Garmisch – die Möglichkeit, dass die Bürger Lacke und Laugen jeden Samstag (außer Ostern) zwischen 8 und 12 Uhr direkt in Quarzbichl abgeben können.

Beide Angebote würden laut Schneider gut angenommen. Über das Giftmobil und den Wertstoffhof in Quarzbichl „sammeln wir jeweils rund 30 Tonnen im Jahr“. Samstags kämen zwischen 30 und 50 Anlieferungen. Dass Spraydosen oder Kleber in der Restmülltonne landen, komme zwar vereinzelt vor, „aber die Masse unsere Kunden ist zufrieden mit dem Service“. Die Forderung von Gregor Kleine nach Gitterboxen für Spraydosen auf den kommunalen Wertstoffhöfen könne die WGV aus Sicherheitsgründen nicht erfüllen. In Spraydosen baue sich Druck auf, deshalb benötige man spezielle Gefäße. Auf Wertstoffhöfen hätten sich bereits tödliche Unfälle ereignet. Ein Mann sei gestorben, als sich unter Druck ein Deckel abgesprengt und den Mann ein Spanngurt am Hals getroffen hatte.

Georg Schneider wirbt bei Kritikern wie Kleine um „ein bisschen mehr Grundverständnis“. Dass sich der Wolfratshauser, wie er sagt, „das Anbluffen der Könige vom Wertstoffhof“ dank der Gelben Tonne nicht mehr antun muss, will der 56-Jährige nicht auf sich und seinen Kollegen sitzen lassen. „Man sollte einen höflichen Umgangston pflegen. Das gilt für beide Seiten.“

peb

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