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Ungeliebte Bordsteinkante: Eine Option bei der beschlossenen Umgestaltung der Marktstraße ist die Anhebung der Fahrbahn auf Gehwegniveau.

Stadträte sind sich einig

Wolfratshauser Marktstraße: Neuer Anlauf für mehr Attraktivität

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Vor elf Jahren beschloss der Stadtrat: Die Marktstraße wird umgestaltet. Doch man hatte die Rechnung ohne übergeordnete Behörden gemacht. Nun unternimmt die Kommune einen neuen Anlauf, um die Attraktivität der Altstadt zu erhöhen.

WolfratshausenDie Einbahnregelung zwischen Reiser- und Schwankl-Eck ist bis auf den Tag ein Provisorium. Einschneidende bauliche Veränderungen hat der Bund (die Marktstraße ist eine Bundesstraße) bislang stets kategorisch untersagt. Mit diesem Veto wollte sich Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD) aber nicht zufrieden geben. Bürgermeister Klaus Heilinglechner ließ seinem Stellvertreter freie Hand. Seit Monaten leistet Schnaller hinter den Kulissen hartnäckig Überzeugungsarbeit.

Mit ins Boot holte der Vize-Rathauschef die Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber (CSU) und Florian Streibl (Freie Wähler). Auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kam Schnaller nicht aus. Bei einem Besuch des Ministers in Wolfratshausen „habe ich knappe zehn Minuten Zeit bekommen“, berichtete Schnaller am Dienstag in der Stadtratssitzung. Drei Monate später ließ Dobrindt dem Wolfratshauser von Staatssekretärin Dorothee Bär (CSU) ausrichten: Grundsätzlich seien in der Marktstraße feste bauliche Veränderungen möglich – wenngleich die Marktstraße eine Bundesstraße bleibe. Dieses Faktum sei „unantastbar“. Die gewünschten Veränderungen, so ergänzte Dobrindt, müssten in enger Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim erfolgen.

Für sein beharrliches Wirken bekam Schnaller in der Stadtratssitzung Lob von allen Fraktionen. Sein Einsatz „geht weit über das Engagement eines Stadtrates hinaus“, stellte Josef Praller, Fraktionssprecher der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW), fest. Annette Heinloth (Grüne) bedankte sich bei Schnaller ausdrücklich für dessen Hartnäckigkeit. „Mir liegt die Umgestaltung der Marktstraße sehr am Herzen“, betonte Heinloth.

Der Stadtrat fasste am Dienstag einstimmig einen Grundsatzbeschluss: Bürgermeister Heilinglechner ist beauftragt, drei Planungsbüros zu finden, die Vorentwürfe für die Neugestaltung des Bereichs zwischen der städtischen Musikschule am Untermarkt und der Johannisgasse anfertigen. Die Entscheidung, welcher Vorschlag weiterentwickelt wird, trifft der Stadtrat.

Verkehrsfläche auf ein Niveau bringen

Eine Option ist, die Verkehrsfläche von Hausfassade zu Hausfassade auf ein Niveau zu bringen. So könnte man sich von den ungeliebten hohen Gehwegkanten verabschieden. Schnaller vertrat die Meinung, auch den Marienplatz sowie die Gassen, die zu Unter- und Obermarkt führen, in das Projekt Neugestaltung einzubeziehen.

Der Vize-Bürgermeister ist optimistisch, dass das ehrgeizige Vorhaben nun – anders als vor elf Jahren – in die Tat umgesetzt werden kann. Er habe in den vergangenen eineinhalb Jahren mit 25 bis 30 Amtsleitern und Politikern „über alle Parteigrenzen hinweg“ gesprochen, und „alle haben mir ihre Unterstützung signalisiert“.

Praller sieht „noch einen schweren Weg“ vor der Flößerstadt liegen. Es müssten „sicherlich noch Kompromisse gemacht werden“. Heinloth plädierte dafür, die Marktstraße „umfassend und radikal umzugestalten“, sodass nicht zuletzt die Kraftfahrer vom Gas gehen müssen. Renate Tilke (CSU) bat darum, das Thema Schwerlastverkehr zu berücksichtigen. Die Lkw, die den Wolfratshauser Berg „hinunter donnern“ und durch die Marktstraße „brettern“, könnten vielleicht durch eine Tonnagenbegrenzung aus der Altstadt verbannt werden.

Roswitha Beyer (SPD) unterstrich die Notwendigkeit einer frühzeitigen Bürgerbeteiligung. Zum einen, damit die Ideen der Wolfratshauser in die Planung einfließen – und zum anderen, weil die Anlieger den Ausbau der Gehwege bezahlen müssten.

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