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Gelöste Stimmung: Drei neunte Klassen sind an der Mittelschule in Waldram verabschiedet worden. Aber: „Man lernt im Leben immer weiter“, ließ Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller die jungen Damen und Herren wissen. 

Zwischen Pythagoras und Assassin’s Creed

Wolfratshauser Mittelschule verabschiedet Absolventen

Der Weg zum Schulabschluss kann steinig sein – geschafft haben ihn die Schüler der Mittelschule am Hammerschmiedweg trotzdem.

Wolfratshausen – Das machten die drei Lehrer der Abschlussklassen bei der Verabschiedung der Absolventen deutlich. Während Lehrerin Nicole Strufe versuchte, das Klassen-Boot, in dem sie und ihre Schüler saßen, in den nächsten Hafen – die erfolgreiche Abschlussprüfung – zu führen, stellte sich Dr. Thomas Leist vor dem Unterricht philosophischere Fragen: Wie gelingt es, den Satz des Pythagoras genauso interessant zu machen wie einen Kampf in Assassin’s Creed? Das Problem: Das erfolgreiche Anwenden des fundamentalen Satzes der euklidischen Geometrie setzt dasselbe Belohnungsgefühl im Gehirn frei wie eine gewonnene Schlacht im vorgenannten Computerspiel. „Und wenn man sein Gehirn vor die Wahl stellt: Was davon wird es dann wohl nehmen?“ Leist riet den Absolventen, nicht immer den angenehmeren Weg zu gehen. „Ihr werdet in eurem Leben immer wieder auf Lerninhalte stoßen, die langweilig erscheinen.“

Redegewandte Damen und gutaussehende Herren

Dass die Schüler neben verhältnismäßig fadem Lehrstoff noch viele andere Kompetenzen aus ihrer Schulzeit mitnehmen können, verdeutlichte Maria Schott, Lehrerin der Ganztagsklasse. Sie blickte auf eine Zeit mit „redegewandten Damen, sozial kompetenten Frauen, Tüftlern, gutaussehenden Herren, zuverlässigen, jungen Leuten und Kreativen“ zurück.

Egal, welcher Schülertyp: Gewisse Wegbegleiter hatten alle der Genannten. Schulleiter Frank Schwesig präsentierte vier davon: Bleistift, Lineal, Turnbeutel und Schulrucksack. Auch in den kommenden Lebensabschnitten würden diese vier Utensilien nicht von der Seite der Absolventen weichen. Schwesig wünschte den Jugendlichen, dass sie ihren Stift nutzen, um den richtigen Arbeitsvertrag zu unterschreiben, dass sie stets den passenden Schuh – ob nun für einen Anzug, High Heels oder Sicherheitsschuhe für die Arbeit – in ihrem Turnbeutel haben, dass sie sich stets bewusst sind, wie viel Wissen sie in ihrem Schulrucksack gesammelt haben, und dass sie ihr Lineal dafür nutzen, stets auf einem geraden Weg zu bleiben.

„Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu engagieren“

Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller bot dem Rektor scherzhaft an, Teile seiner Rede im Stadtrat vorzutragen. Dort könne er künftig womöglich Schülern begegnen, denen er am Freitagvormittag das Abschlusszeugnis überreichte. „Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu engagieren.“ Beim Blick durch die Reihen erinnerte sich Schnaller an seine eigene Abschlussfeier. „Ich dachte damals: Endlich ist es vorbei.“ Doch das sei voreilig gewesen. „Man lernt im Leben immer weiter.“ An die Schüler richtete der Vize-Bürgermeister den Hinweis: „Ihr alle könnt mehr schaffen, als sich manche von euch vielleicht zutrauen.“ 

Dominik Stallein

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