Beeindruckend: Vor zweimal ausverkauftem Haus präsentierte die Musikschule in der Loisachhalle die Oper „King Arthur

Loisachhalle

Wolfratshauser Musikschule inszeniert gewaltiges Klangerlebnis

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An die Oper „King Arthur“ wagte sich die Wolfratshauser Musikschule - mit Erfolg.  

Wolfratshausen – Als ein „bisher unvergleichliches Projekt mit größtem Aufwand“ kündigte Manfred Heller, Leiter der Wolfratshauser Musikschule, die Opernaufführung „King Arthur“ am Sonntag in der Loisachhalle an. Der ausverkauften ersten Aufführung am frühen Abend folgte gleich im Anschluss eine zweite. Schon beim Eintritt in den Saal wurde klar: Es steht ein gewaltiges Klangerlebnis bevor.

Das der Barockmusik zugeordnete Orchester hatte sich auf dem Parkett vor der Bühne positioniert, der Jugendkammerchor mit zahlreichen Mitgliedern dahinter am Bühnenrand. Sie verharrten in Stille, bis alle Besucher ihre Plätze eingenommen hatten. Der Bühnenvorhang blieb geschlossen. Denn die Opernaufführung „King Arthur“ wurde von der Musikschule Wolfratshausen neu arrangiert und neu in Szene gesetzt. Es war eine Mischung aus Musik und Monolog ohne Kulisse mit einem für die Barockzeit ungewöhnlichem Instrumentarium wie Gitarren und Schlagzeug.

An ein Mammutprojekt wagte sich die Wolfratshauser Musikschule  in der Loisachhalle.

Die Oper in fünf Akten von Henry Purcell kam 1691 in London zur Uraufführung. Ein Jahr Arbeit steckten die Wolfratshauser Lehrer und Musikschüler in ihr aufwendiges Projekt unter Gesamtleitung von Elisabeth Schäfermeyer. Die Regie führte die Drehbuchautorin Annika Tepelmann aus Münsing. Dann erlosch das Licht, nur die Notenständer waren in weißes LED-Licht gehüllt. Dahinter die schwarzen Silhouetten der Orchestermitglieder. Mit der klangmalerischen Ouvertüre begann ein fast zweistündiges Barockmusikerlebnis ohne Pause. Im Monolog zwischen den instrumentalen und gesungenen Stücken erzählte die Hauptdarstellerin, die blinde Emmeline (Johanna Wex), in Begleitung ihrer Zofe (Katharina d’Huc) von ihrer unerfüllten Liebe zu König Arthur.

Überzeugend: Johanna Wex in der Rolle der blinden Emmeline und Katharina d’Huc als deren Zofe.

Es geht in dieser sogenannten Semi-Oper“ – mit Musik und gesprochenem Wort – um den Kampf der Kontrahenten König Arthur und dem Sachsenkönig Oswald, um Land, Macht und die Liebe zur Prinzessin Emmeline von Cornwall. Die neue Fassung der Wolfratshauser Musikschule erzählt die Geschichte aus dem Blickwinkel der Prinzessin.

Die Liedinhalte waren mystisch und mythologisch. Besonders beeindruckend sangen Solisten und der Chor Lieder von Kälte und Eis, „The Cold Genius“ und „Chorus of cold People“. Unglaublich emotional im Ausdruck und außergewöhnlich mit einer zitternden Stimme und immer wiederholenden Gesangsrefrains. Ein ganz spezieller Klangrhythmus entstand, der schaurig und schön zugleich war.

Beeindruckend spielte Johanna Wex die Rolle der Emmeline. Wex gab den Inhalt der Oper in freier Rede vor dem geschlossenen Bühnenvorhang ohne Hilfe von Requisiten wieder. Für sie und alle teilnehmenden Künstler gab es am Ende tosenden Applaus für ein wirklich aufwendig inszeniertes Hörerlebnis.

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