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Wolfratshauser Pfarrer erklärt, woher der „Weiße Sonntag“ seinen Namen hat

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Der Sonntag nach dem Osterfest ist der „Weiße Sonntag“. Woher diese Bezeichnung stammt, erklärt Dekan Gerhard Beham, Stadtpfarrer in Wolfratshausen.

Wolfratshausen - Gründonnerstag? Dem Gros der Menschen dürfte bekannt sein, dass die Kirchen an diesem Tag an das letzte Abendmahl Jesu mit den zwölf Aposteln am Vorabend seiner Kreuzigung erinnern. Auch der „Blaue Montag“ dürfte dem einen oder anderen ein Begriff sein. Doch welche Bedeutung hat der „Weiße Sonntag“, der morgen begangen wird? Die Antwort kennt Dekan Gerhard Beham, Stadtpfarrer von Sankt-Andreas in Wolfratshausen.

Dekan Gerhard Beham, Stadtpfarrer in Wolfratshausen

„Der ,Weiße Sonntag‘ hat seinen Namen von den weißen Gewändern der Neugetauften in der Osternacht. In der christlichen Antike, als sich das Kirchenjahr herausgebildet hat, war der bevorzugte Tauftermin für die in der Regel erwachsenen Taufbewerber die Osternacht – nach einem ein- oder gar mehrjährigen Katechument, einer Vorbereitungszeit. Als Zeichen der Lebenswende zu Jesus Christus hin haben die Taufbewerber vor dem Taufakt durch Untertauchen in großen Taufbecken ihre alte Kleidung ausgezogen und wurden nachher mit einem weißen Gewand – nach griechisch-römischer Mode als langes Gewand – bekleidet. In der Osterfestwoche wurde dieses weiße Gewand getragen, besonders bei täglichen Katechesen, die der Glaubensvertiefung dienten. Erst am folgenden Sonntag wurde dieses Gewand wieder abgelegt; und der Alltag begann wieder. Daher hat der Sonntag den Titel ,Weißer Sonntag’ bekommen.

Mancherorts, wo nach Ostern keine Schulferien mehr sind, ist der ,Weiße Sonntag’ auch Termin der Erstkommunion der Kinder, deren weiße Kleidung an die Taufe erinnert. Bei den Erwachsenentaufen geschieht die Erstkommunion sowie die Firmung in der gleichen Feier.“ cce

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