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Alkohol gilt als sogenannte Volksdroge.

Eine Folge aus unserer Rubrik „Gott und die Welt“

Wolfratshauser Pfarrerin: Betrinkt euch nicht!

Den Weltdrogentag nahm die evangelische Pfarrerin Elke Eilert zum Anlass für ihren Beitrag für unsere Rubrik „Gott und die Welt“.

Schon als Kind kommt sie mit Alkohol in Berührung. Sie trinkt die Flaschen leer, die sie zum Müll bringt für die alkoholkranke Mutter, die oben auf der Couch liegt. Mit 12 hat sie ältere Freunde. Mit ihnen fängt sie an zu trinken, um das Chaos daheim zu vergessen. Mit 13 geht sie fort, lebt auf der Straße, kommt mit Drogen in Kontakt, ist bald doppelt abhängig. Kein Einzelschicksal – aber eines, an das wir denken sollen, denn Freitag war „Weltdrogentag“.

In Deutschland haben über drei Millionen Kinder und Jugendliche mindestens einen suchtkranken Elternteil. Viele der Kinder werden später selbst alkoholkrank. Alkohol gehört zur Menschheit von Anfang an, erzählt uns die Bibel. Doch schon beim ersten Vollrausch gibt es Irritationen. Noah hat sich einen Weinberg gebaut, nachdem die Wasser der Sintflut abgeflossen sind. Mit dem ersten Wein betrinkt sich Noah, vergisst sich selbst und liegt splitterfasernackt in seinem Zelt. Das ist ein Skandal, weniger, dass er nackt daliegt, als dass Ham, sein Sohn, ihn sieht und sich daran weidet. Die anderen beiden Söhne legen eine Decke über den Nackten, diskret hinterrücks, ohne ihn anzusehen. „Mensch denk dran“, so die Bibel, „im Rausch vergisst du dich, und es geschieht, was du nüchtern auf jeden Fall vermeiden möchtest.“

Gefahren des Alkohols und Schönheit des Weins

Unsere Vorfahren im Glauben kennen beides: die Gefahren des Alkohols und die Schönheit des Weins. Er ist eine Gabe Gottes. Auf der Hochzeit zu Kanaan verwandelt Jesus Wasser in Wein, in einen exzellenten Wein obendrein. Wir dürfen ihn genießen. Doch der Genuss setzt rechtes Maßhalten voraus. Und damit haben wir Menschen Probleme. Deswegen wird an vielen Stellen der Bibel gemahnt: Betrinkt euch nicht! Stattdessen wird empfohlen: Lasst euch vom Heiligen Geist erfüllen. (Eph. 5,18) Und den braucht es, will jemand loskommen von seiner Drogenabhängigkeit.

Der Heilige Geist war wohl am Werk, als die junge, obdachlose Frau endlich loskommt von Alkohol und Drogen. Es wird ein mühsamer Weg, Rückschläge inklusive. Helfen werden viele Menschen, vor allem die Leute aus Selbsthilfegruppen der Narcotics Anonymous und der Anonymen Alkoholiker. Und dann kommt sie durch Zufall zu Jesus, findet zum Glauben. Heute betreibt sie einen Blog, eine Website. Dort erzählt sie von ihrem Leben, steht für Gespräche bereit. Ihr Glaube soll nicht nur eine schöne Überzeugung für den Kopf sein, sondern der Anlass zum Handeln. So wie es Jesus gehalten hat. Und das wünscht sie sich von einem jeden von uns.

Elke Eilert
Evangelische Pfarrerin in Wolfratshausen

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