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Wächst: der Pizzaservice am Hans-Urmiller-Ring.

Toleriert die Stadt einen "Schwarzbau"?

Wolfratshauser Pizzaservice darf erweitern

Wolfratshausen – Der Pizzaservice am Hans-Urmiller-Ring darf erweitern: Er bekommt eine Terrasse. Im Ausschuss fiel zuvor jedoch das Wort "Schwarzbau".

Der Pizzaservice mit Gastraum am Hans-Urmiller-Ring 22 b soll erweitert werden und eine Terrasse mit einer etwa zehn Quadratmeter großen Fläche bekommen. Dass durch die geplante Erweiterung die im Bebauungsplan festgesetzte Baugrenze um 1,50 Meter überschritten wird, störte im Bauausschuss vor allem Gerlinde Berchtold. „Ich kann nicht zustimmen. Wir tolerieren da einen Schwarzbau“, erklärte die SPD-Stadträtin.

Der Bauherr begründete die beantragte Befreiung lediglich mit dem Hinweis auf das nördlich gelegene Nachbargebäude, das die Baugrenze sogar um zwei Meter überschreitet. CSU-Stadtrat Günther Eibl erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass geringfügige Überschreitungen von Bauvorhaben im Gewerbegebiet schon des öfteren genehmigt wurden. „Es geht doch darum, dass die Betriebe ausreichende Erträge erwirtschaften“, sagte Eibl. Zweiter Bürgermeister Fritz Schnaller gab ihm Recht: „Da sind sicher einige Unschärfen in dem Antrag. Ich glaube aber nicht, dass im Gewerbegebiet immer mit Millimeterschärfe gemessen werden muss.“

Durch die Erweiterung erhöht sich die Grundfläche des Gebäudes um 10,5 Quadratmeter, was zu einer Grundflächenzahl (GRZ) von 0,28 (Hauptnutzung) führt. Der Bebauungsplan erlaubt eine Gesamt-GRZ von maximal 0,8. Dieser Wert wird bereits durch den Bestand (GRZ 0,908) überschritten und gegenüber dem heutigen Zustand nicht vergrößert.

Dies führt der Bauherr neben dem Hinweis auf die wasserdurchlässige Ausführung aller Stellplätze auch als Begründung für die beantragte Befreiung an. Letztlich stimmte nur Gerlinde Berchtold gegen die Erweiterungspläne. Das letzte Wort hat die Genehmigungsbehörde des Landratsamtes.

ph

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