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Durchtrainiert: Steffen Frühauf beim Ironman in Zürich 2014. Mit Platz 14 qualifizierte er sich dort für Hawaii. 

Kilometerfresser mit einem Faible für Vielfalt

Wolfratshauser Polizei-Vize ist ein erfolgreicher Triathlet

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Steffen Frühauf ist der neue Vizechef der Wolfratshauser Polizeiinspektion und ein erfolgreicher Triathlet. Zu seiner Arbeit legt er 52 Kilometer zurück – mit dem Rad.

Wolfratshausen – Der Mann flößt allein wegen seiner Größe Respekt ein. 1,95 durchtrainierte Meter – er ist Triathlet – misst Steffen Frühauf. Gekleidet in die blaue Uniform der bayerischen Polizei macht das schon mal mächtig Eindruck. Doch der 36-Jährige hat nicht nur Muskeln, sondern auch Köpfchen.

Nach Abitur und dem Abschluss seines Studiums an der Hochschule für den öffentlichen Dienst im Jahr 2005 arbeitete Frühauf in verschiedenen Bereichen der Polizei: Er war in der Inspektion 11 in der Münchner Altstadt in unterschiedlichen Funktionen tätig. Er war – mit einer Unterbrechung – acht Jahre lang Dienstgruppenleiter der PI Weilheim. Zwischendurch tat er Dienst in der Rosenheimer Pressestelle, im Kommissariat 1 der Kripo Weilheim und in Wolfratshausen. Im vergangenen Jahr beschäftigte sich Frühauf als stellvertretender Leiter des Kommissariats 5 bei der Weilheimer Kripo, mit dem Sachgebiet Staatsschutz – „linker, rechter, islamistischer Terrorismus und die Reichsbürger“.

Karriere ist nicht alles

Jetzt ist Frühauf dorthin zurückgekehrt, wo er 2013 schon mal kurz war: in die Wolfratshauser Dienststelle. Seit Anfang des Jahres ist er Stellvertreter von Polizeichef Andreas Czerweny und Nachfolger von Michael Bayerlein. Letzterer ist befördert worden und arbeitet nun in Murnau.

Den Stellvertreter-Job in einer Dienststelle liebt der Polizeihauptkommissar. „Nichts ist vielfältiger“, sagt der Hüne. Das ist auch einer der beiden Gründe, warum er es bei der gehobenen Beamten-Laufbahn belassen hat. Der andere ist die Familie: „Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder, ein und vier Jahre alt.“ Karriere, in diesem Fall der höhere Dienst, ist eben nicht alles.

Steffen Frühauf ist der neue Vizechef der Wolfratshauser Polizei.

Außerdem gibt es den Sport. Und der spielt in Frühaufs Leben eine gewichtige Rolle. Mit 17 Jahren legte er sogar eine einjährige Pause auf dem Gymnasium ein, um in der Toskana sein Talent als Radsportler auszuprobieren. „Gilt wie einmal durchgefallen“, sagt er und lacht. Ein Kumpel, Halbitaliener, hatte ihm eine Sichtung bei Mastromarco vermittelt, jenem Rennstall, der den späteren Tour-Sieger Vincenzo Nibali hervorbrachte. Frühauf überzeugte die Italiener und bekam einen Platz. Aus der großen Radsport-Karriere sollte aber nichts werden – auch weil er die damaligen Gepflogenheiten in der Szene – Stichwort EPO-Doping – nicht mitmachen wollte.

Frühsport vor der Arbeit

Also sportelte er privat weiter, nahm die Disziplinen Schwimmen und Laufen in seinen Trainingskalender auf – und qualifizierte sich für den Ironman auf Hawaii. Dort wurde er 2014 85. der Gesamtwertung in neun Stunden und exakt 22 Minuten. Zum Vergleich: Sieger Sebastian Kienle benötigte 8:14,18 Stunden. Frühaufs Bestzeit bei einem Langdistanz-Triathlon liegt übrigens bei 8:38 Stunden, erzielt in Roth.

Heuer besinnt sich der 36-Jährige auf seine sportlichen Wurzeln: das Biken. Ziele sind der Ötztaler Radmarathon „und eventuell das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring“. Dafür steht er viermal die Woche um 4.40 Uhr auf, um auf seinem Cross-Rad Kilometer zu fressen. 52 einfach sind es von seinem Wohnort Utting am Ammersee bis zur Inspektion. Jeder andere legt sich nach so einer Tour erst einmal müde auf die Couch. Frühauf dagegen setzt sich motiviert an seinen Schreibtisch. Einen fitteren Vize hatte die PI Wolfratshausen wohl noch nie. 

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