Zwei Mal Geldstrafe

Wolfratshauser Radldiebe vor Gericht

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Wer mit einem Fahrrad fährt, von dem er weiß, dass es geklaut ist, macht sich strafbar – und wer eins klaut, auch. Das lernten zwei Wolfratshauser nun vor Gericht.

Wolfratshausen – Wegen unbefugten Gebrauchs eines Fahrzeugs wurde ein 23-jähriger Wolfratshauser jetzt zu 1050 Euro Geldstrafe verurteilt. Ein Spezl (20), der den Drahtesel gestohlen hatte, muss 500 Euro zahlen.

In der Nacht vom 24. auf den 25. Juli vorigen Jahres drängte den 20-Jährigen, der damals in Eurasburg wohnte, der Wunsch, einen Streit mit seiner Freundin aus der Welt zu schaffen. Weil ihm der Weg zu ihr nach Wolfratshausen zu Fuß zu weit wurde, und sich in Achmühle eine günstige Gelegenheit bot, schnappte er sich ein auf einem Grundstück unversperrt abgestelltes Herrenrad. Später ließ er das Bike bei der Freundin stehen.

Dem älteren der beiden Angeklagten kam das gelegen. „Ich habe zwei Mal am Stück verschlafen. Bevor ich meinen Arbeitsplatz gefährde, bin ich lieber mit dem Rad gefahren“, begründete der 23-Jährige, warum er sich in der Früh des Fahrrads bemächtigte. Bei drei weiteren Fahrten, die ihm die Staatsanwaltschaft anlastete, habe er nicht mehr daran gedacht, dass das Rad gestohlen war. „Das war ein Fehler, das sehe ich ein“, zeigte sich der Angeklagte einsichtig.

Schon sechs Mal vor dem Jugendrichter

Der rechtmäßige Eigentümer fand sein Fahrrad (Wert rund 500 Euro) drei Wochen, nachdem es ihm abhandengekommen war, vor einer Spielhalle in Wolfratshausen wieder. „Ich habe mich vielmals bei ihm entschuldigt“, beteuerte der 23-Jährige, der bereits sechs Mal vor dem Jugendrichter stand, davon drei Mal wegen Diebstahls.

„Als ich ihren Namen gelesen habe, habe ich gleich gewusst, worum es geht. Das ist immer ein schlechtes Zeichen“, stellte Richter Urs Wäckerlin fest. Er verurteilte den Wiederholungstäter zu 30 Tagessätzen zu je 35 Euro. Damit blieb er deutlich unter dem Antrag der Staatsanwältin, die 3800 Euro (70 Tagessätze à 40) gefordert hatte. Den einsichtigen Fahrraddieb („Äh, ja, war eine Dummheit von mir“), für den die Staatsanwältin 40 Stunden Sozialdienst als angemessene Strafe erachtet hatte, verurteilte Richter Wäckerlin – ebenfalls nach Erwachsenenstrafrecht – zu 20 Tagessätzen zu je 25 Euro. 

Mehr aus dem Wolfratshauser Amtsgericht: 25-Jähriger hält Rennradfahrerin auf – und leckt ihren Sattel ab

Rubriklistenbild: © dpa / Sina Schuldt

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