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Stellt sich hinter Bürgermeister Klaus Heilinglechner (vo.): Josef Praller, Fraktionschef der Bürgervereinigung Wolfratshausen (hi.)

Vorwürfe der CSU „sind Blödsinn“

Wolfratshauser Rathauschef soll seinen Hut nehmen: Jetzt kontert die Bürgervereinigung

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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Der Wolfratshauser Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) sei überfordert und sollte seinen Hut nehmen: Dieser Meinung ist die CSU. „Blödsinn“, kontert die BVW.

Wolfratshausen – Für die CSU haben die Unterschlagungen der ehemaligen Sekretärin des Bürgermeisters das Fass zum Überlaufen gebracht. In der Stadtverwaltung fehle es an Kontrolle und Führung, die CSU-Ortsvorsitzende Susanne Thomas legt Rathauschef Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen/BVW) wie berichtet den Rücktritt nahe. Heilinglechner weilt derzeit im Ausland und ist laut Auskunft seines Vorzimmers erst Anfang kommender Woche wieder zu erreichen. Roland Zürnstein, Leiter der Hauptverwaltung, will sich „aufgrund der aktuellen Berichterstattung“ nicht zu den Vorwürfen, die gegen die Verwaltung gerichtet sind, äußern.

Dass Heilinglechner laut CSU mit der Amtsführung überfordert ist, bezeichnet Ex-Bürgermeister Helmut Forster als „Blödsinn“. Der Vize-Fraktionschef der BVW stellt fest, „dass der Bürgermeister etwas anderes zu tun hat“, als permanent seiner Sekretärin auf die Finger zu schauen. Für die Überprüfung des ordnungsgemäßen Finanzgebarens seien die jeweiligen Fachabteilungen zuständig. Forster weist darauf hin, dass die Unterschlagungen der 53-Jährigen zu internen Konsequenzen geführt hätten: „Die Kontrollmechanismen sind verschärft worden.“ Die CSU-Attacke sei „überzogen“ und allein dem Wahlkampf geschuldet: „Es ist der Versuch, den Kontrahenten zu schwächen.“

Josef Praller, Sprecher der BVW-Fraktion im Stadtrat, sieht’s genau so. Die indirekte Rücktrittsforderung sei „völlig überzogen“, die Christsozialen wollten den von ihnen ungeliebten Rathauschef „diskreditieren“. Die „haltlosen Vorwürfe“ würden unterm Strich nur ein Ergebnis bringen: „Sie schaden der Stadt Wolfratshausen“, konstatiert Praller. Nun sei der Wahlkampf „hereingebrochen“, mutmaßlich würden die Monate bis zur Bürgermeisterwahl am 15. März 2020 „sehr schwer“.

„Der Angriff auf den Bürgermeister bringt unsere Stadt keinen Millimeter weiter“, sagt Praller. Er gibt zu bedenken: Wenn jemand mit krimineller Energie einen Betrug „vorbereitet und ausführt“, könne das kaum jemand verhindern, „weder ein Bürgermeister noch der Chef eines kleinen oder großen Betriebes.“

Der BVW-Fraktionschef setzt wie sein Stellvertreter Forster darauf, dass die Verschärfung der Kontrollen im Rathaus einen Fall wie den, der geschehen ist, künftig unmöglich macht. Summa summarum sei es sogar gut, dass die Rechtsaufsicht der Stadt, das Landratsamt in Bad Tölz, den Kommunalen Prüfungsverband gebeten hat, den „Sachverhalt“ genau zu durchleuchten.

Die Kritik der CSU, dass Heilinglechners Informationspolitik gegenüber dem Stadtrat ungenügend sei, lässt Praller nicht gelten. Die Transparenz unterscheide sich weder zur Amtszeit von Reiner Berchtold noch zu der von Helmut Forster. Die BVW, das betont Praller mit Nachdruck, stehe geschlossen hinter Rathauschef Heilinglechner. cce

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