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Können sich künftig noch stärker in die Stadtpolitik einschalten: In Wolfratshausen wird zeitnah eine Seniorenvertretung installiert, deren Mitglieder den Stadtrat bei seniorenrelevanten Themen beraten sollen.

Einstimmiger Beschluss des Stadtrats

Wolfratshauser Senioren können sich verstärkt in Stadtpolitik einmischen

  • Carl-Christian Eick
    vonCarl-Christian Eick
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  • Dominik Stallein
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Bei seniorenrelevanten Themen will der Wolfratshauser Stadtrat künftig Rücksprache mit Betroffenen halten. Aus diesem Grund wird eine Seniorenvertretung gegründet.

Wolfratshausen – Die Mitglieder des Kulturausschusses hatten die Weichen gestellt, der Stadtrat bekräftigte den Empfehlungsbeschluss des Fachgremiums mit 22:0 Stimmen: In der Loisachstadt wird eine Seniorenvertretung installiert. „Das ist ein wichtiger Schritt“, um noch besser auf die Herausforderungen des demografischen Wandels reagieren zu können, meinte Grünen-Sprecher Peter Lobenstein.

Einhellig war in dieser Sache bereits das Votum des Kulturausschusses ausgefallen. Die Satzung für eine Seniorenvertretung, die die Seniorenreferentin des Stadtrats, Dr. Ulrike Krischke (BVW), ausgearbeitet hatte, wurde nur marginal verändert. Das Grundkonzept blieb unangetastet: In der Seniorenarbeit tätige Vereine und Organisationen sowie ältere Wolfratshauser sollen in einem Beirat zusammenkommen und zu seniorenrelevanten Themen Stellungnahmen abgeben.

Schon 2017 eine Initiative von Roswitha Beyer

Das Vorhaben ist nicht ganz neu: Bereits im Jahr 2017 hatte sich der Stadtrat aufgemacht, ein solches Gremium zu gründen. Krischke erklärte in der Kulturausschusssitzung, einige Abschnitte aus den Entwürfen der damaligen Seniorenreferentin Roswitha Beyer (SPD) und dem inzwischen pensionierten Amtsleiter im Rathaus, Franz Gehring, übernommen zu haben. Einige Punkte würden aber ihre „persönliche Handschrift“ tragen. So sind außer der Seniorenreferentin selbst keine politischen Mandatsträger in dem neuen Gremium vorgesehen. Ulrike Krischke legte außerdem Wert darauf, dass nicht nur Senioren, die sich in Vereinen engagieren, zur engagierten Mitarbeit aufgerufen sind, sondern jeder Bürger, der mindestens 60 Jahre alt ist.

Dr. Manfred Fleischer (Liste WOR), Vorsitzender des BCF Wolfratshausen, hatte in dem Kontext angeregt, dass zudem Delegierte eines Sportvereins in der Seniorenvertretung einen Platz erhalten sollten, „weil die Vereine auch für diese Altersgruppe Angebote machen“. Nicht jeder Senior sei bettlägerig oder pflegebedürftig. Fleischer will ebenfalls die Anliegen von „aktiven“ älteren Semestern repräsentiert sehen. Dritte Bürgermeisterin Annette Heinloth (Grüne) schlug zudem einen Abgesandten eines Kulturvereins als Mitglied vor.

Es ist darauf zu achten, dass eine ausgewogene Vertretung aller Fach- und sozialen Bereiche gewährleistet ist.

Dr. Ulrike Krischke, Seniorenreferentin des Stadtrats

Insgesamt soll die Seniorenvertretung aus 14 Frauen und Männern bestehen: vier Senioren, Krischke, dazu die Seniorenbeauftragte der Stadtverwaltung sowie acht Vertreter von Vereinen und Organisationen, die in der Seniorenarbeit und Altenhilfe tätig sind. Gewählt wird das Gremium vom Stadtrat, die Vereine und Bürger können Personen vorschlagen. Wer es nicht auf Anhieb in den Beirat schafft, soll auf eine Nachrückerliste gesetzt werden. Vier Jahre dauert eine Amtszeit. „Es ist darauf zu achten, dass eine ausgewogene Vertretung aller Fach- und sozialen Bereiche gewährleistet ist“, so Krischke im Kulturausschuss.

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Künftig soll die Vertretung, die noch in diesem Jahr ihre Arbeit aufnehmen könnte, bei seniorenrelevanten Themen um eine Einschätzung gebeten werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass aus dem ehrenamtlich arbeitenden Gremium heraus Anregungen und Anträge den Stadtrat erreichen – beziehungsweise den zuständigen Fachausschuss.

„Das war ein sehr gutes Dialogverfahren“, stellte der Sprecher der SPD/FDP-Fraktion, Fritz Meixner, in der jüngsten Stadtratssitzung in der Loisachhalle mit Blick auf die Geburt des neuen Gremiums lobend fest. Krischke habe die Vorarbeit seiner Parteigenossin Beyer schlüssig „finalisiert“, so Meixner rückblickend. Er freue sich, dass „ein lang gehegtes Ziel“ erreicht worden sei. Meixner und Grünen-Sprecher Lobenstein drückten ihre Hoffnung aus, dass die neue Seniorenvertretung in der Loisachstadt „bis Ende 2021 ein Gesicht bekommt“. (dst/cce)

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