1. Startseite
  2. Lokales
  3. Geretsried-Wolfratshausen
  4. Wolfratshausen

Wolfratshauser setzt kleine Helden groß in Szene

Erstellt:

Kommentare

null
Von Wolfratshausen bis New York: Der Hobbyfotograf Andreas Ilmberger schafft mit seinen kleinen Plastikfiguren ganz eigene Welten. © Hermsdorf-Hiss

Andreas Ilmberger stellt große Momente der Film- und Fotografiegeschichte nach - mit seiner Kamera und Spielzeugfiguren.

Wolfratshausen – Das Foto der Bauarbeiter, die auf einem freien Stahlgerüst in New York ihre Mittagspause verbringen, ist weltberühmt. In liebevoller Kleinarbeit baute der Wolfratshauser Hobbyfotograf Andreas Ilmberger die Szenerie nach. Neun Figuren, nicht größer als ein Daumennagel, reihte er auf einem kleinen Brett aneinander, dass er vor einem Bild der New Yorker Skyline schwingen ließ. Seit etwa drei Jahren stellt der Hobbyfotograf mit den winzigen Figuren große Momente der Film- und Fotografiegeschichte nach, baut detailverliebte Welten und geht Sprichwörtern fotografisch auf den Grund.

null
„Für ein Foto kann ich auch mal einen ganzen Tag brauchen“, sagt der 50-jährige Andreas Ilmberger. © Hermsdorf-Hiss

Entstanden ist seine Passion aus einer Verlegenheit heraus: Ilmberger ist seit einigen Jahren Mitglied im Fotoclub Wolfratshausen. „In regelmäßigen Abständen halten bei uns Mitglieder Vorträge“, erzählt er. Ilmberger stieß auf kleine Figuren, die in der Werbung auf Geldscheinen sitzen oder anderweitig als Protagonisten fungieren. „Ich habe mir gedacht, dass man diese Idee auch noch etwas kreativer gestalten könnte.“ Man müsse nur, so seine Überlegung, „die Schere im Kopf loswerden“. Ilmberger machte sich viele Gedanken, wie man die kleinen Modellbaufiguren am besten in Szene setzen könnte.

„Irgendwann kam der Moment, wo die Ideen nur so sprudelten“, erinnert er sich. Zusammen mit seiner Frau, die ebenfalls leidenschaftlich gerne fotografiert, brütete er über den perfekten Szenerien. „Wir haben uns da zusammen reingesponnen“, sagt der 50-Jährige und lacht. Über eineinhalb Jahre bereitete er sich auf seinen Vortrag vor. Er stellte die Flucht der Filmfigur E.T. vor Vollmond nach, baute das Beatles-CD-Cover an der Abbey Road auf seinem Fotografiertisch nach und ließ die Plastik-Menschen auf dem Herzogstand herumklettern. „Es war so viel, was ich alles umsetzen wollte“, erinnert er sich. Aus der anfänglichen Idee entwickelte sich eine aufwendige Passion. „Für ein Foto kann ich auch mal einen ganzen Tag brauchen“, erklärt der Redakteur eines Münchner Privatfernsehsenders. „An guten Tagen schaffe ich mal zwei oder drei kleinere Aufnahmen.“ Denn für Ilmberger ist es nicht genug, seine Figürchen lustig hinzusetzen und auf die Kamera zu drücken. Der Wolfratshauser legt für seine Miniaturkunstwerke einen perfektionistischen Eifer an den Tag.

Für das perfekte Figurenfoto ist oftmals reichlich Kreativität gefragt. Um eine Marslandung zu erstellen, suchte er im Urlaub auf Teneriffa nach einem löchrigen Stein, auf dem er seine kleinen Helden mit Leim fixierte. Um ein Strandpanorama zu fingieren, schnitt er einen mehrfarbigen Küchenschwamm auf, der in 1:87-Maßstab täuschend echt nach einem Erholungsgebiet aussieht. 800 verschiedene Figuren hat Ilmberger inzwischen gesammelt. Manche lesen Zeitung, andere tanzen in bayerischer Tracht oder liegen faul im Bett. An sich sind die Miniatur-Menschen noch nicht sehr spannend, durch Ilmbergers Ideenreichtum erzählen sie kleine Geschichten.

Wie in einem seiner aktuellen Bilder: Eine Stadtführung durch Wolfratshausen hat der passionierte Fotograf mit Liebe zum Detail aufgebaut. Auf einem Stadtplan tummeln sich grätschende Fußballer im Isar-Loisachstadion, ein Flößer samt Bierfass auf der Loisach und ein spitzhut-tragender Asiate im japanischen Garten. Neben dem Bahnhof ermitteln auf seinem Bild die Fernseh-Cops Hubert und Staller. Seine Fotos hat er in einem Bildband festgehalten. Außerdem betreibt der Hobbyfotograf eine Homepage in der er den „Club der kleinen Helden“ präsentiert. dst

Infos im Internet:

www.kleine-helden.club

Auch interessant

Kommentare