Umzugstermin steht: Klappt alles, zieht das Stadtarchiv Ende 2016 in die einstige Landwirtschaftsschule. Foto: archiv

Vor einem Jahr hat der Stadtrat den Umzug beschlossen

Stadtarchiv: Platz für die nächste Generation

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Wolfratshausen - Das Stadtarchiv befindet sich in einer Übergangsphase. Die alten Räume sind zuletzt hergerichtet worden – und der Umzug in die ehemalige Landwirtschaftsschule an der Bahnhofstraße wird schon vorbereitet.

Ein Jahr ist es her, dass der Stadtrat den Umzug des Stadtarchivs in die ehemalige Landwirtschaftsschule an der Bahnhofstraße beschlossen hat. Jetzt gibt es dafür auch einen Termin: Laut dem hauptamtlichen Archivar Peter Bergmann-Franke findet der Umzug voraussichtlich Ende dieses Jahres statt. Die zurückliegenden Monate seien geprägt gewesen von drei Aufgaben: der Instandsetzung des bisherigen Archivs am Loisachufer, der Vorbereitung des Umzugs und der Mitarbeit bei der Planung für das neue Archivgebäude.

Die Räumlichkeiten am Loisachufer sind laut Bergmann-Franke soweit ertüchtigt worden, dass dort etwa zwei Jahre vorübergehend weitergearbeitet werden kann. Unter anderem wurden für den Brandschutz weitere Feuerlöscher angebracht. „Ein Notfallplan mit der Feuerwehr wird derzeit abgesprochen“, sagte Bergmann-Franke in seinem Jahresbericht im Haupt- und Finanzausschuss. Zudem werde eine so genannte Notfallbox bestellt, in der im Brandfall beschädigtes Archivgut eingelagert werden könnte.

Dass der jetzige Zustand mit wenig Platz und keiner ordentlichen Raumtrennung auf die Dauer unhaltbar sind, ist seit Jahren bekannt. Einen Archivneubau am östlichen Loisachufer durchkreuzte aber wie berichtet ein Bürgerentscheid.

Der Gesamtumfang des Stadtarchivs beläuft sich laut dem Archivar auf 275 laufende Meter, allein das Marktarchiv umfasst 20 Meter. Zur schnelleren Erfassung hat das Archiv eine spezielle Software erworben, die es ermöglicht, die Inhalte des Archivs künftig auch im Internet für die Recherche bereitzustellen.

Vor dem Umzug muss das Material allerdings nicht nur akribisch erfasst, sondern auch sorgsam verpackt werden. Zudem lässt Bergmann-Franke beschädigte Archivalien weiter restaurieren. Zudem denkt er über die kostenpflichtige Teilnahme an einem Spezialverfahren nach, das Papier entsäuert und damit vor Vergilbung und Zerfall schützt.

Die Planungen für das neue Stadtarchiv sind inzwischen fortgeschritten. Im Erdgeschoss der ehemaligen Landwirtschaftsschule soll es neben Mitarbeiterräumen einen Benutzerraum mit 60 Quadratmetern geben, der auch für Vorträge und Ausstellungen genutzt werden kann. Im ersten Stock werden vier klimatisierte Magazinräume mit insgesamt 90 Quadratmetern eingerichtet. Ein Raum enthält laut dem Archivar eine platzsparende Rollregalreihe. Weil die aber sehr schwer ist, müsse die Statik der alten Landwirtschaftsschule geprüft werden. Zudem soll es einen extra Fotoraum mit besonderer Kühleinrichtung geben.

Im zweiten Obergeschoss wird es einen zweiten Magazinraum mit einer Erweiterungfläche von 100 Quadratmetern und einen Quarantäneraum für schadstoffbelastetes Archivmaterial geben. Die künftige Magazinfläche beläuft sich laut Bergmann-Franke auf rund 600 laufende Meter. Das dürfte fürs Erste reichen. „Damit ist ausreichend Platz für die nächste Generation geschaffen“, konstatierte der Archivar.

von Sebastian Dorn

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