Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund

Räumung am Hauptbahnhof - das war der Grund
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Lokalpolitiker, Vereinsfunktionäre und Bürger: Rund 200 Wolfratshauser besuchten die Bürgerversammlung in der Loisachhalle am Donnerstagabend. 

Wolfratshauser stellten ungewöhnliche Fragen

Bürgerversammlung: Angst vor dem Verkehrsinfarkt

In der Bürgerversammlung am Donnerstagabend durften sich die Wolfratshauser zu einigen Themen zu Wort melden. In der Loisachhalle wurden Probleme angesprochen, die sonst eher selten den Weg in die Öffentlichkeit finden.

Wolfratshausen – Lokalpolitiker, Vereinsfunktionäre und Bürger: Rund 200 Wolfratshauser besuchten die Bürgerversammlung in der Loisachhalle am Donnerstagabend.

Beerdigungen

Christl Fritzsche trat als Erste an das Mikrofon. „Mir missfällt es, dass Beerdigungen von nichtchristlichen Menschen im Freien stattfinden müssen.“ Die Aussegnungshalle, in der die Trauerfeiern für Konfessionslose in der Loisachstadt abgehalten werden, sei zu klein. „Und das obwohl 39 Prozent der Bürger nichtchristlich sind“, betonte die Seniorin. Bürgermeister Klaus Heilinglechner wunderte sich über die Frage. „Die Halle wurde erst vor wenigen Jahren überdacht.“ Außerdem bestünde die Möglichkeit, Trauerfeiern in Absprache mit der Kirche in einem Gotteshaus abzuhalten. „Ich kann Ihnen da nicht wirklich einen Rat geben“, meinte der Rathauschef.

Verkehr in Waldram

Erst die Waldramer Gärten, bald die Coop-Wiese: Dieter Klug echauffierte sich über die Baumaßnahmen im größten Ortsteil der Stadt: „Ich weiß ja, dass es den Druck gibt, Wohnungen zu bauen.“ Dass die aber gerade in Waldram entstehen, ist für ihn unverständlich: „Wir haben ein eklatantes Verkehrsproblem.“ Die „Nadelöhr“-Situation an der Zufahrt nach Waldram würde sich womöglich entschärfen, wenn die Kanalbrücke geöffnet würde. Die Stadt, so forderte der Wolfratshauser, solle sich Gedanken machen, wie man den Waldramern helfen könne. „Wir gehen sonst dem Verkehrsinfarkt entgegen.“ Teile des Plenums spendeten Klug Applaus. Der Bürgermeister räumte ein, dass Waldram in den letzten Jahren stark verdichtet wurde und es im südlichsten Stadtteil Wolfratshausens ein Verkehrsproblem gibt. Zu dem Vorschlag, die Kanalbrücke zu öffnen, „gibt es aber unterschiedliche Meinungen“.

Stadtmanager

Heinz Wensauer haderte mit der Anstellung eines City-Managers. Einige Vereine der Loisachstadt würden seit Jahren versuchen, „Wolfratshausen noch schöner zu machen, aber es gelingt nicht“. Dass ein Stadtmanager das schafft, bezweifelt Wensauer: „Vielleicht braucht es eine andere Lösung, die der Stadt auch etwas bringt.“

Asyl

„Wie viele Asylbewerber, die hier leben, werden abgeschoben und wie viele kommen noch?“, fragte eine Wolfratshauserin. Dritter Landrat Klaus Koch antwortete: „Das wissen wir nicht.“ Entscheidungen über Abschiebungen würden „auf Bundesebene getroffen“. Mit Prognosen wollte sich der Kommunalpolitiker zurückhalten.

Hallenbelegung

Der Vorstand des FC Weidach, Stefan Meyer, prangerte die Verteilung der Trainingszeiten in den städtischen Turnhallen an. „Wir brauchen ein System, damit jeder Verein die Trainingsmöglichkeiten bekommt, die er braucht.“ Heilinglechner plädierte dafür, dass die Vereine versuchen sollten, untereinander gerechte Lösungen zu finden. „Jeder hat Bedarf und jeder ist wichtig.“

Von Dominik Stallein

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