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Viel Nachfrage: 60 bis 80 Personen bekommen in Wolfratshausen gratis Lebensmittel von der Tafel.

Wegen Personalmangel

Steht die Wolfratshauser Tafel vor dem Aus?

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Der Geretsrieder-Wolfratshauser Tafel gehen die Helfer aus. Besonders prekär ist die Situation in Wolfratshausen, wo im August zweimal keine Lebensmittel verteilt werden konnten.

Wolfratshausen – Andrea Lamm, stellvertretende Vorsitzende der Tafel und Leiterin der Verteilung in Wolfratshausen, schlägt Alarm: „Wenn alle Stricke reißen und wir keine neuen Helfer finden, müssen wir die Verteilstelle in Wolfratshausen schließen.“

Die Tafel gibt an jedem Mittwochvormittag im Jugendhaus LaVida Lebensmittel an Bedürftige aus. „In guten Zeiten hatte ich pro Verteilung fünf bis sechs Helfer“, sagt Lamm. „Jetzt müssen wir die Verteilung manchmal zu dritt stemmen. „Das ist mal okay, aber auf die Dauer nicht machbar.“ Fünf Helfer sind deshalb notwendig, weil jeder eine Sorte von Lebensmitteln ausgibt – einer verteilt Obst, einer Gemüse, einer Brot, einer Süßigkeiten. „Auf diese Weise können wir die Lebensmittel-Vorschriften gut einhalten“, erläutert Stellvertreterin Claudia Brenner.

Sie habe alle Mittel ausgeschöpft, um neue Helfer zu werben, ergänzt Lamm. „Ich habe Aushänge gemacht, Freunde und Bekannte angesprochen, ohne Erfolg. Es kann doch nicht sein, dass niemand mehr bereit ist, ein bisschen Zeit für gute Zwecke zu opfern und sich für die Schwachen in unserer Gesellschaft zu engagieren?“

Gebraucht werden Personen, die an die Bedürftigen die Lebensmittel verteilen, die zuvor von anderen Helfern in Geschäften und Supermärkten in Geretsried und Wolfratshausen eingesammelt wurden. „Es handelt sich um einen Vormittag pro Woche oder vielleicht auch nur alle zwei Wochen, je nachdem wie viele Helfer zur Verfügung stehen“, sagt Lamm. „Es sind ungefähr drei Stunden, in denen wir die Lebensmittel auspacken, sortieren, verteilen und aufräumen.“

Helfer sollten mindestens 18 Jahre alt sein und körperlich belastbar: „Wir müssen oft schwere Kisten tragen“, sagt Brenner. „Wenn da jemand Rückenprobleme hat, wird’s schwierig.“ Außerdem müssen Helfer am Mittwochvormittag Zeit haben. Dies sei für viele Berufstätige ein Problem, räumt sie ein. Der Großteil der Helfer seien daher „ältere Herrschaften, die rüstig genug sind und in der Rente etwas Sinnvolles machen wollen“. Brenner selbst schloss sich der Tafel an, als ihre Tochter in den Kindergarten kam und sie vormittags Zeit hatte, anderen zu helfen.

Zwischen 60 und 80 Personen kommen jeden Mittwoch ins La Vida, um kostenlos Lebensmittel abzuholen. Es handelt sich um Rentner, Sozialhilfe-Empfänger und Asylbewerber, allesamt Menschen, die weniger als 900 Euro im Monat zur Verfügung haben und somit dringend auf die Unterstützung angewiesen sind.

Ihre Kunden seien enttäuscht gewesen, dass es im August zweimal keine Lebensmittel gab, sagt Brenner, „aber wir konnten das nicht ändern“. Verdorben sei kein Lebensmittel, versichert sie. Ein Teil sei eingelagert worden, den anderen Teil hätten Flüchtlinge selbstständig in den Heimen verteilt.

Helfer gesucht

Interessierte können sich unter der Telefonnummer 0 81 71/7 64 03 bei Angelika Haller melden oder mittwochs zwischen 9 Uhr und 12 Uhr im Jugendhaus La Vida. Auch in Geretsried (Jeschkenstraße) werden immer wieder Mitarbeiter benötigt.

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